Jürgen Vietor

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Jürgen Vietor (* 1942 in Kassel) ist ein deutscher Pilot und ehemaliger Träger des Bundesverdienstkreuzes. Er erlangte Bekanntheit als Co-Pilot während der Entführung des Flugzeugs Landshut.

Leben[Bearbeiten]

Nach seiner Offiziersausbildung bei der Marine (Gorch Fock 1964–1965) wurde er Marineflieger und flog von 1967 bis 1974 vor allem Breguet Atlantic im Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ auf dem Fliegerhorst Nordholz.[1] Danach war Vietor 25 Jahre lang als Pilot bei der Lufthansa beschäftigt. Seit 1999 ist er im Ruhestand.

Weil die Entführer der Landshut Vietor für einen Juden hielten, wollten sie ihn erschießen. Das Logo seiner Uhr der Marke Junghans erinnerte sie an den Davidstern. Vietor musste sich auf den Boden knien, seine Erschießung konnte Flugkapitän Jürgen Schumann allerdings verhindern. Nach der Ermordung Schumanns musste Vietor die Boeing 737-200 allein fliegen.

Sechs Wochen nach der Entführung nahm er wieder den Flugdienst auf. Das erste Flugzeug, das er nach der Entführung flog, war wieder die Landshut.[2] Aus Protest gegen die angekündigte Haftentlassung von Christian Klar gab Jürgen Vietor im November 2008 sein Bundesverdienstkreuz zurück.[3] Es war ihm im Oktober 1977 von Bundespräsident Walter Scheel verliehen worden, obwohl er zum Zeitpunkt der Verleihung das eigentlich erforderliche Mindestalter von 40 Jahren noch nicht erreicht hatte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mit Terroristen im Cockpit, shz.de vom 17. Mai 2013, abgerufen am 27. März 2013.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format„Das irre Gebrüll von Mahmud ging mir durch Mark und Bein“. Kieler Nachrichten, abgerufen am 20. Dezember 2008.
  3. Interview „Ich bin hart im Nehmen“; Bönnigheimer Zeitung, 29. November 2008; abgerufen 20. Dezember 2008

Weblinks[Bearbeiten]