Fliegerhorst Nordholz

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Fliegerhorst Nordholz
Flughafen Cuxhaven-Nordholz
Kenndaten
ICAO-Code ETMN
IATA-Code NDZ / FCN
Koordinaten
53° 46′ 2″ N, 8° 39′ 31″ O53.7672222222228.658611111111122Koordinaten: 53° 46′ 2″ N, 8° 39′ 31″ O
22 m ü. MSL
Basisdaten
Eröffnung 1958
Betreiber Deutsche Marine
Terminals 1
Start- und Landebahn
08/26 2439 m × 45 m Beton

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Der Fliegerhorst Nordholz ist ein deutscher Militärflugplatz in der Gemeinde Nordholz bei Cuxhaven und Heimat des Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ und des Marinefliegergeschwaders 5.[1] Ein ziviler Mitbenutzer betreibt auf dem Gelände den See-Flughafen Cuxhaven/Nordholz.[2] Da in Bremerhaven ein Schiffsterminal für die Aufbauschiffe von Offshorewindkraftanlagen entstehen soll und diese Aufbauschiffe im Hafen stehend dann die Anflugschneise blockieren, soll der Regionalflugplatz Bremerhaven-Luneort nach Nordholz gewissermaßen umziehen,[3] wobei dies momentan lediglich eine Planung darstellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 17. Dezember 1912 beauftragte der Staatssekretär des Reichsmarineamtes, Großadmiral Alfred von Tirpitz, die Kaiserliche Werft Wilhelmshaven mit dem Bau eines 800 ha großen Marinestützpunktes in der Heidelandschaft bei Nordholz. Das Gebiet erfüllte alle besonderen Anforderungen für den Standort des Marinestützpunkts: es war ein zentral gelegenes Gelände ohne allzu große Militärpräsenz, günstig zu erwerben und durch das vorgelagerte Watt gegen Beschuss von See aus gesichert.

LZ 61 (Zeppelin 'L 21') im Hangar von Nordholz

Über 18.161.000 Mark flossen in den Bau des streng geheimen Gaswerks, der Unterkünfte und der Luftschiffhallen. Die Doppelhalle „NOBEL“, anfangs „HERTA“ genannt, stand auf Schienen und ließ sich innerhalb von einer Stunde um 360° drehen. Diese weltweit einzige Doppeldrehhalle hatte ein Gewicht von 4.600 t und war zuerst 182 Meter, im Kriege dann 200 Meter lang bei einer Breite von 70 Metern und einer Höhe von 30 Metern. Zweck der Drehhalle war es, die Luftschiffe unabhängig von der Windrichtung ohne Gefahr durch Querwinde aus beziehungsweise in die Halle zu ziehen. Fest standen dagegen die Doppelhallen NORMAN, NOGAT und NORDSTERN sowie die Einzelhallen NORA und NORBERT. Ab 1915 bekamen alle Hallen mit „NO“ beginnende Namen.

Durch die Möglichkeit, zehn Luftschiffe aufzunehmen, war Nordholz einer der größten und wichtigsten Luftschiff-Stützpunkte im Ersten Weltkrieg. Es wurden insbesondere Luftschiffe vom System Zeppelin eingesetzt aber auch einige Luftschiffe des Systems Schütte-Lanz. Unterstützt von der Royal Navy, flogen britische Luftstreitkräfte von provisorischen Flugzeugträgern aus den so genannten „Weihnachtsangriff“ am 25. Dezember 1914, um vor allem die Marinebasis Cuxhaven und die Luftschiffe und Hangars in Nordholz zu treffen. Wegen ungünstigen Wetters und vorzeitiger Entdeckung und Abwehr blieben die Schäden gering, die Flieger zogen ab und warfen auf dem Heimflug weitere Bomben auf Wilhelmshaven, Norderney und deutsche Marineschiffe in der Nordsee.

P-47 Thunderbolts der 406th Fighter Group in Nordholz im Juni 1945.

Gemäß den Auflagen des Friedensvertrags von Versailles wurden 1919 alle Hallen gesprengt, abgebaut oder verschrottet. 1938 baute die Luftwaffe erneut einen Fliegerhorst auf dem Gelände auf, deren Maschinen im Zweiten Weltkrieg die südliche Nordsee sicherten.

Nach dem Kriege diente der Flugplatz zuerst den United States Army Air Forces als Stützpunkt (AAF Station Nordholz), die ihn 1947 an die Briten übergaben. Flieger der britischen Royal Air Force bombardierten von Nordholz aus Helgoland. Später diente er wieder Amerikanern als Flugplatz, bevor die Bundesmarine das Gelände übernehmen konnte und es zum Marinefliegerhorst umbaute.

Weitere Nutzung[Bearbeiten]

Das Aeronauticum, ein Luftschiff- und Marinefliegermuseum, hat seinen Sitz am Flughafen. Seit 2009 findet auf dem Flughafengelände jährlich das Musikfestival Deichbrand statt.

Anfahrt[Bearbeiten]

Mit dem PKW über die A 27 Cuxhaven – Bremen, Ausfahrt Nordholz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fliegerhorst Nordholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kommandoübergabe bei den Marinefliegern in Kiel-Holtenau
  2. Sea-Airport Cuxhaven/Nordholz. auf: sea-airport.com
  3. Bremerhaven: Flughafen soll umziehen. auf: airliners.de, 21. September 2011.