Jabberwocky

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Jabberwocky (Begriffsklärung) aufgeführt.
Jabberwocky von John Tenniel

Jabberwocky [ˈdʒæbəˌwɒki] ist der Titel eines berühmten Unsinns-Gedichts von Lewis Carroll aus dem Buch Alice hinter den Spiegeln (1871). Die erste Strophe findet sich bereits 1855 in Mischmasch, einem Familienmagazin seiner Familie. Ein großer Teil der verwendeten Wörter ist erfunden. Das Gedicht erzielt seine Wirkung durch Lautmalereien, Kofferworte und Wort-Assoziationen.

Das Originalgedicht[Bearbeiten]

Eine Übersetzung im traditionellen Sinn ist nicht möglich, es gibt jedoch zahlreiche Nachdichtungen in den verschiedensten Sprachen. Deutsche Übertragungen existieren von Robert Scott (bei ihm heißt der Jabberwocky „Der Jammerwoch“), Lieselotte & Martin Remané („Brabbelback“) und Christian Enzensberger („Der Zipferlak“).

Jabberwocky
von Lewis Carroll

Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe;
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.

Beware the Jabberwock, my son!
The jaws that bite, the claws that catch!
Beware the Jubjub bird, and shun
The frumious Bandersnatch!

He took his vorpal sword in hand:
Long time the manxome foe he sought
So rested he by the Tumtum tree,
And stood awhile in thought.

And as in uffish thought he stood,
The Jabberwock, with eyes of flame,
Came whiffling through the tulgey wood,
And burbled as it came!

One, two! One, two! And through and through
The vorpal blade went snicker-snack!
He left it dead, and with its head
He went galumphing back.

And hast thou slain the Jabberwock?
Come to my arms, my beamish boy!
O frabjous day! Callooh! Callay!
He chortled in his joy.

Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe;
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.

Als Carroll 1887 von der Herausgeberin der Schulzeitung an der Girls’ Latin School (heute Boston Latin Academy) in Boston um Erlaubnis gebeten wurde diese The Jabberwock nennen zu dürfen, gab Carroll zusätzlich folgende nachträgliche Namensbedeutung an:

“The Anglo-Saxon word ‘wocer’ or ‘wocor’ signifies ‘offspring’ or ‘fruit’. Taking ‘jabber’ in its ordinary acceptation of ‘excited and voluble discussion’”

„Das angelsächsische Wort ‚wocer‘ oder ‚wocor‘ bedeutet ‚Abkömmling‘ oder ‚Frucht‘. Hinzu kommt ‚jabber‘ in seiner üblichen Bedeutung als ‚aufgeregte und redegewandte Diskussion‘“

Lewis Carroll[1][2]

Rezeptionen[Bearbeiten]

  • Der Spielfilm Jabberwocky aus dem Jahr 1977 von Terry Gilliam steht in direktem Bezug zum Gedicht von Lewis Carroll. Das Drehbuch schrieben Charles Alverson und Terry Gilliam.
  • Jabberwocky wurde von der niederländischen Pagan-Folk-Band Omnia auf dem 2010 erschienenen Album Wolf Love vertont.
  • Donovan hat das Gedicht ebenfalls vertont.
  • Der Chatbot Jabberwock, prämiert 2003 mit dem Loebner-Preis, basiert auf der Figur des "Jabberwocky".
  • Als Jabberwocky wird in der empirischen Sprachwissenschaft eine Sprache bezeichnet, die zwar syntaktisch korrekt ist, jedoch inhaltlich keinen Sinn ergibt, da die verwendeten Wörter keine Bedeutungen enthalten. Solche Sprache findet z.B. in der neurolinguistischen Forschung Anwendung.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Lewis Carrol: Alice’s Adventures in Wonderland Through the Looking Glass (= Oxford World’s Classics). neue Auflage. Oxford University Press, 1998, ISBN 0-19-283374-X, S. 268 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. The History of the Jabberwock - Established February 1888. Girls’ Latin School – Boston Latin Academy Association, Inc., abgerufen am 5. April 2012 (englisch).