James Molyneaux, Baron Molyneaux of Killead

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James Henry Molyneaux, Baron Molyneaux of Killead, KBE, PC (* 27. August 1920 in Killead, County Antrim) ist ein nordirischer Unionist, Politiker und war Vorsitzender (Leader) der Ulster Unionist Party von 1979 bis 1995. Er war ein führendes Mitglied und früherer Vizepräsident (Vice-President) des Conservative Monday Club. Er ist Mitglied des Oranier-Orden[1] und war von 1971 bis 1995 Sovereign Grand Master der Royal Black Institution.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Molyneaux wurde in Killead, County Antrim geboren und besuchte die nahe gelegene Aldergrove School, bevor er in der Royal Air Force von 1941 bis 1946 diente. Er nahm an der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen teil und gab seitdem mehrfach Interviews dazu, was er dort gesehen hatte.

Als Kind besuchte er kurzzeitig eine lokale katholische Grundschule und soll dort zum Ausdruck gebracht haben, die katholische Kirche hätte mit dem Aufgeben der Tridentinischen Messe einen Fehler gemacht. Als eine katholische Kirche nahe seinem Haus von loyalistischen Brandstifter in den späten 1990er Jahren niedergebrannt wurde, half Molyneaux Geld für den Wiederaufbau zu sammeln. Während der 1960er und 1970er war er Mitglied des Antrim County Council (1964-1973) als auch bei einer Reihe von Ausschüssen zur lokalen Gesundheitsvorsorge.

Mitgliedschaft im House of Commons[Bearbeiten]

1970 wurde er für den Wahlkreis South Antrim ins House of Commons gewählt. Im Oktober 1974 wurde Molyneaux Vorsitzender (Leader) der Ulster Unionists im House of Commons und von 1982 bis 1986 saß er als ein Mitglied der Ulster Unionisten im Wahlkreis South Antrim der gescheiterten Northern Ireland Assembly. Er wurde 1983 Mitglied des Privy Council. Nach einem Neuzuschnitt der Wahlkreise, wobei South Antrim geteilt wurde, wurde er 1983 Mitglied für Lagan Valley. 1985 trat er von seinem Sitz zusammen mit seinen Unionist-Kollegen im Unterhaus aus Protest gegen das Anglo-Irish Agreement zurück, wurde aber in der folgenden Nachwahl wiedergewählt.

Molyneaux wurde im Allgemeinen als Mitglied der integrativen Tendenz innerhalb der Ulster Unionism gesehen, er war für direkte Verwaltung von Westminster mit einigen Erweiterung des kommunalen Zuständigkeiten, im Gegensatz zu der Präferenz zur Devolution für eine neue parlamentarische Versammlung Nordirlands. Diese Bevorzugung wurde dem Einfluss von Enoch Powell zugeschrieben. Kritiker in seiner Partei sahen Molyneaux als Vorsitzenden, der nichts tue und unpassend defensiv gegenüber der Conservative Party sei. Das führte dazu, dass er vom Anglo-Irish Agreement 1985 überrascht wurde und von Ian Paisley überschattet.

Die Verteidiger von Molyneaux argumentieren, dass sein Hauptziel die Geschlossenheit der Partei war und da die UUP so zerstritten war, konnte nur eine minimalistische Politik sie zusammenhalten. Die Richtigkeit dieser Ansicht zeigte sich durch die Auflösung der Partei unter David Trimble.

Während der 1980er Jahre war er aktiv als Abgeordneter und Vizepräsident des Conservative Monday Club. In dessen Zeitung, Right Ahead in der Ausgabe über die Conservative Party Conference im Oktober 1985 steuerte Molyneaux einen ausführlichen Artikel mit dem Titel Northern Ireland - Ulster belongs to Britain NOT to the Irish Republic bei. 1995 wurde er um den Parteivorsitz von einen 21-jährigen Studenten herausgefordert und, obwohl er mit Leichtigkeit gewann, war ein hoher Anteil an Proteststimmen vorhanden. Nach dem schlechten Abschneiden der Ulster Unionists bei der Nachwahl im North Down 1995, gab Molyneaux dem erneuten Drängen nach seinem Rücktritt nach.

Von 1995 bis 1997 war er UUP-Sprecher für das Schatzamt. Bei der Unterhauswahl 1997 trat er nicht wieder an.

Mitgliedschaft im House of Lords[Bearbeiten]

Molyneaux wurde am 10. Juni 1997 zum Life Peer als Baron Molyneaux of Killead, of Killead in the County of Antrim ernannt. Im House of Lords sitzt er als Crossbencher. Seine Antrittsrede hielt er am 3. Juli 1997.

Als Themen von politischem Interesse nennt er auf der Webseite des Oberhauses Verfassungsfragen. geistige Gesundheit und kommunale Verwaltung.

Er war Sprecher für Nordirland. Bei mehreren Gelegenheiten während seines Ruhestands äußerte er sich in der Öffentlichkeit kritisch über seinen Nachfolger als Vorsitzendem David Trimble und lehnte das Good Friday Agreement ab.

2003 unterstützte Molyneaux die Hälfte der Abgeordneten der Ulster Unionists, darunter David Burnside, Jeffrey Donaldson und Martin Smyth, als diese aus der Fraktion aus Protest gegen die Führung durch Trimble austraten und der fortgesetzten Unterstützung des Abkommens.

Bei der Unterhauswahl 2005 verursachte Molyneaux Aufsehen, als er und Smyth den Kandidaten der Democratic Unionist Party, Jimmy Spratt dem der Ulster Unionist Party, Michael McGimpsey im Wahlkreis South Belfast vorzugen. Diesen hatte zuvor Smyth vertreten. Molyneaux unterstützte auch seinen Nachfolger Donaldson als Abgeordneten für Lagan Valley, obwohl dieser zur DUP übergetreten war. Er unterstützte allerdings auch einige UUP-Kandidaten, unter anderem Burnside in South Antrim. Bei der Wahl hielt Donaldson seinen Sitz für seine neue Partei mit einer großen Mehrheit, während Spratt mehr Stimmen als McGimpsey erhielt, aber knapp von Alasdair McDonnell (SDLP) geschlagen wurde. Viele vermuten, dass die Unterstützung durch Molyneaux und Smith sich negativ auf das Ergebnis der UUP auswirkte. Burnside verlor allerdings seinen Sitz.

  • Sitzungsperiode 1. April 2001 bis 31. März 2002: 115 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2002 bis 31. März 2003: 154 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2003 bis 31. März 2004: 162 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2004 bis 31. März 2005: 151 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2005 bis 31. März 2006: 115 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2006 bis 31. März 2007: 140 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2007 bis 31. März 2008: 143 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2008 bis 31. März 2009: 97 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2009 bis 31. März 2010: 2 Tage
  • Sitzungsperiode 1. April 2010 bis 30. Juni 2010: 0 Tage
  • Sitzungsperiode 1. Juli 2010 bis 30. September 2010: 0 Tage
  • Sitzungsperiode 1. Oktober 2010 bis 31. Dezember 2010: 0 Tage
  • Sitzungsperiode 1. Januar 2011 bis 31. März 2011: 0 Tage
  • April 2011: 0 Tage
  • Mai 2011: 0 Tage
  • Juni 2011: 0 Tage
  • Juli 2011: 0 Tage
  • August 2011: 0 Tage
  • September 2011: 0 Tage
  • Oktober 2011: 0 Tage
  • November 2011: 0 Tage
  • Dezember 2011: 0 Tage
  • Januar 2012: 0 Tage
  • Februar 2012: 0 Tage
  • April 2012: 0 Tage
  • Mai 2012: 0 Tage
  • Juni 2012: 0 Tage

Molyneaux war im Zeitraum seit 2001 zunächst regelmäßig anwesend, seine Anwesenheit sank schließlich aber stark. Zuletzt war er in der Sitzungsperiode 2009/2010 an zwei Tagen anwesend.[2] Seit dem 25. Juni 2012 ist er durch einen vom House of Lords vergebenen Leave of Absence beurlaubt.

Weitere Ämter[Bearbeiten]

Molyneaux war von 1954 bis 1970 Ehrensekretär (Hon. Secretary) der South Antrim Unionist Association. Von 1971 bis 1974 war er Vorsitzender (Chair) der Unionist Association in Antrim. Von 1974 bis 1977 war Molyneaux Vorsitzender (Leader) der United Ulster Unionist Coalition.

Von 1974 bis 1979 war er Vizepräsident des UUP Council. Von 1966 bis 1973 war er stellvertretender Vorsitzender (Vice-Chairman) des Eastern Special Care Hospital Committee. Er war von 1967 bis 1970 Vorsitzender (Chairman) der Northern Ireland Association for Mental Health in Antrim. Außerdem war er von 1957 bis 1986 Friedensrichter von Co Antrim.

Ehrungen[Bearbeiten]

Nach seinem Rücktritt als Parteivorsitzender wurde er 1996 zum Knight des Order of the British Empire ernannt.

Familie[Bearbeiten]

Molyneaux ist nicht verheiratet.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Orange Photos Veröffentlichung auf der Webseite sneps.net, abgerufen am 20. November 2012
  2. House of Lords: Members' expenses Members' expenses auf der Webseite des House of Lords, abgerufen am 20. November 2012
  3. Jim Molyneaux - still in fine voice at 90: the political veteran and his choir of ladies Artikel des Belfast Telegraph vom 23. August 2010