Democratic Unionist Party

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Democratic Unionist Party
Logo der DUP
Parteiführer Peter Robinson
Partei­führer Peter Robinson
Stell­vertretender Vorsitzender Nigel Dodds
Gründung 30. September 1971
Haupt­sitz 91 Dundela Avenue
Belfast
Nordirland
Aus­richtung Unionismus, Nationalkonservatismus, EU-Skepsis
Farbe(n) Rot, Weiß, Blau
Parlamentssitze 8 von 650 (Unterhaus, 2015)
Website www.mydup.com

Democratic Unionist Party (DUP) ist die zurzeit (2015) größte radikal-protestantische und unionistische Partei in Nordirland.

Parteigründer war Pfarrer Ian Paisley, Vorsitzender ist Peter Robinson.

Die DUP tritt für den staatsrechtlichen Status quo ein, also für eine Provinz Nordirland innerhalb des Vereinigten Königreiches. Den Hintergrund dafür bilden die protestantischen Bevölkerungsmehrheiten in Nordirland und Großbritannien, während die Mehrheit in der Republik Irland katholisch ist.

Ian Paisley hatte auch eine kleine evangelikale Freikirche, die Freie Presbyterianische Kirche, als Abspaltung von der dominierenden Presbyterianischen Kirche gegründet.

Bei der Regionalwahl im November 2003 gelang es der DUP erstmals, die UUP in der Wählergunst zu übertreffen. Beobachter sahen darin eine Radikalisierung der Mehrheitsbevölkerung Nordirlands; andere meinten eher ein persönliches Vertrauensvotum für Paisley erkennen zu können. Bei der Unterhauswahl am 6. Mai 2010 erreichte die Partei 25% der Stimmen und 8 (von 18) Sitzen in Nordirland. Sie stellte damit fast die Hälfte des nordirischen Kontingents im Unterhaus. Aus der nordirischen Landtagswahl im März 2007 ging die DUP wie erwartet als stärkste Partei hervor und errang 36 der insgesamt 108 Mandate. Bei der darauffolgenden nordirischen Landtagswahl 2011 erreichte sie 38 Mandate.

Die DUP fordert vor allem eine Entwaffnung der IRA. Gleichzeitig fordert sie die irisch-republikanische Partei Sinn Féin auf, sich von Waffengewalt und damit von der IRA zu distanzieren.

Die Partei nimmt EU-skeptische Standpunkte ein und unterstützt den Plan eines Referendums über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union. Außerdem befürwortet sie eine deutliche Steigerung der Verteidigungsausgaben auf 2 % des Bruttoinlandsprodukts.[1]

Bei der Unterhauswahl am 7. Mai 2015 traf die DUP im Vorfeld der Wahl mit der UUP Wahlkreisabsprachen, nach denen sie auf die Aufstellung eigener Kandidaten in den Wahlkreisen Fermanagh and South Tyrone und Newry and Armagh verzichtete und ihre Anhänger zur Wahl der jeweiligen UUP-Kandidaten aufrief. Im Gegenzug verzichtete die UUP auf die Aufstellung eigner Kandidaten in Belfast East und Belfast North.[2] Die DUP verlor durch die Absprache den Wahlkreis Newry and Armagh an die UUP, konnte aber den Wahlkreis Belfast East, in dem 2010 die Alliance Party of Northern Ireland erfolgreich gewesen war, zurückgewinnen. Die UUP gewann dagegen die beiden genannten Wahlkreise hinzu, so dass insgesamt das unionistische Lager gestärkt wurde.

Außerdem rief die DUP bei der Unterhauswahl 2015 die Wähler im benachbarten Schottland dazu auf, in jedem Fall unionistische Kandidaten, d. h. nicht die Scottish National Party zu wählen.[3]

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Die Wahlergebnisse in der folgenden Tabelle sind jeweils (auch für die gesamt-britischen Wahlen) auf Nordirland bezogen.[4][5][6][7][8] Heller unterlegte Wahlen unterlagen Mehrheitswahlrecht, dunkler unterlegte Wahlen Präferenzwahlrecht.

Jahr Wahl Stimmenanteil Sitze
1973 NordirlandNordirland Nordirland-Versammlung 1973 10,8 %
8/78
1974 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl Feb. 1974 8,2 %
1/12
1974 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl Okt. 1974 8,5 %
1/12
1979 EuropaEuropa Europawahl 1979 29,8 %
1/3
1979 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 1979 10,2 %
3/12
1982 NordirlandNordirland Nordirland-Versammlung 1982 23,0 %
21/78
1983 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 1983 20,0 %
3/17
1984 EuropaEuropa Europawahl 1984 33,6 %
1/3
1987 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 1987 11,7 %
3/17
1989 EuropaEuropa Europawahl 1989 29,9 %
1/3
1992 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 1992 13,1 %
3/17
1994 EuropaEuropa Europawahl 1994 29,2 %
1/3
1997 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 1997 13,6 %
2/18
1998 NordirlandNordirland Nordirland-Versammlung 1998 18,1 %
20/108
1999 EuropaEuropa Europawahl 1999 28,4 %
1/3
2001 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 2001 22,5 %
5/18
2003 NordirlandNordirland Nordirland-Versammlung 2003 25,6 %
30/108
2004 EuropaEuropa Europawahl 2004 32,0 %
1/3
2005 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 2005 33,7 %
9/18
2007 NordirlandNordirland Nordirland-Versammlung 2007 30,1 %
36/108
2009 EuropaEuropa Europawahl 2009 18,2 %
1/3
2010 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 2010 25,0 %
8/18
2011 NordirlandNordirland Nordirland-Versammlung 2011 30,0 %
38/108
2014 EuropaEuropa Europawahl 2014 20,9 %
1/3
2015 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahl 2015 25,7 %
8/18

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC debate: 'The voice from Northern Ireland was missing'. BBC News, 16. April 2015, abgerufen am 16. April 2015 (englisch).
  2. Election 2015: DUP and UUP agree pact in four constituencies. BBC News, 18. März 2015, abgerufen am 9. Mai 2015 (englisch).
  3. Nicholas Watt: Conservative party is losing our support over Scotland, warns DUP. The Guardian, 26. April 2015, abgerufen am 9. Mai 2015 (englisch).
  4. Who Won What When and Where? ark.ac.uk (Nicholas Whyte), 1. Januar 2015, abgerufen am 8. März 2015 (englisch).
  5. CAIN Web Service: Results of Elections Held in Northern Ireland Since 1968. http://cain.ulst.ac.uk (Martin Melaugh und Fionnuala McKenna), 9. Februar 2014, abgerufen am 8. März 2015 (englisch).
  6. European election 2009. BBC News, 14. Juni 2004, abgerufen am 8. März 2015 (englisch).
  7. European election 2009. BBC News, 8. Juni 2009, abgerufen am 8. März 2015 (englisch).
  8. European election 2009. BBC News, 27. Mai 2014, abgerufen am 8. März 2015 (englisch).