Jay Gould

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Jason „Jay“ Gould

Jay Gould, eigentlich Jason Gould, (* 27. Mai 1836 in Roxbury, New York; † 2. Dezember 1892 in New York City) war ein US-amerikanischer Anleger und Unternehmer. Gould wurde von Portfolio.com in die Liste der schlechtesten amerikanischen Geschäftsführer aufgenommen.[1]

Lebenslauf[Bearbeiten]

Gould war der Sohn eines Bauern aus Roxbury im Delaware County. Der Rektor seiner Schule, der Howard Academy, verhalf ihm zu einem Job als Buchhalter bei einerm Schmied. Nach einem Jahr bot ihm der Schmied an, die Hälfte der Schmiede zu übernehmen. Gould verkaufte bereits 1854 den Anteil an seinen Vater und bewies damit seine Geschäftstüchtigkeit. Im Alter von 16 Jahren verließ er die Schule, widmete sich aber weiterhin der Mathematik und der Landesvermessung. Als Landvermesser gab er Karte von Ulster County, New York heraus. 1856 veröffentlichte er “History of Delaware County, and Border Wars of New York”. Er wurde Partner von Zadock Pratt mit dem er eine Gerberei in Pennsylvania aufmachte, die er “Gouldsboro” nannte. Im Laufe der Zeit kaufte er Pratt aus dem Geschäft, der sich zurückzog. 1856 ging er eine neue Partnerschaft ein mit Charles Mortimer Leupp. Charles war der Schwiegersohn von Gideon Lee, dem führenden Lederhändler zu jener Zeit. Die Partnerschaft lief zufriedenstellend bis zur Panik von 1857. Während die finanziellen Turbulenzen ein Fluch für Leupp waren, der sein ganzes Geld verlor, das er in das Geschäft investiert hatte, waren sie für Gould ein Glücksfall: durch die niedrigen Zinsen für Grundstücke kaufte er den Besitz seines früheren Partners auf. Das hatte jedoch ein Nachspiel: das Land “The Gouldsboro Tannery” wurde mit Hilfe von bewaffneten Truppen heiß umkämpft. Der Schwager von Charles Leupp, David W. Lee, der ebenfalls Partner in der Firma "Leupp and Gould" war, war der Meinung, dass Gould die Familien Leupp und Lee bei dem Untergang der Firma betrogen habe, und er gewann die Kontrolle über die Gerberei zurück.[2]

Goulds Schwiegervater machte ihn mit der Eisenbahnindustrie bekannt, indem er Gould bat, ihm dabei zu helfen, seine Investition in der Rutland and Washington Railroad zu retten. Das war seine erste Bekanntschaft mit dem Bankgeschäft.

Am 22. Januar 1863 heiratete er Helen Day Miller, die ihm sechs Kinder gebar. Sein Sohn Frank Jay Gould (1877 - 1956) war der Besitzer von mehreren Kasinos und Hotels an der Côte d’Azur. Sein Enkel George Jay Gould II wurde 1908 Olympiasieger im Jeu de Paume, einer Vorläufersportart des modernen Tennis.[3]

Eisenbahngeschäft[Bearbeiten]

Über seinen Schwiegervater erhielt Gould einen Job bei der Rensselaer and Saratoga Railroad. In kurzer Zeit reorganisierte er das Unternehmen und kaufte es auf. Genauso machte er es mit Rutland & Washington Railway, aus dem er hohe Gewinne herausholte. Im Jahr 1859 ging Gould an die Börse und focht an der Seite von Daniel Drew und James Fisk im Krieg um die Kontrolle der Erie Railroad. Schließlich gewannen Gould und Fisk die Macht über das Bahnunternehmen und begannen, es regelrecht auszuplündern. Sie fälschten und manipulierten den Aktienwert und mussten im März 1872 die Unternehmensführung abgeben.

Während dieser Zeit verbündeten sich Gould und Fisk mit dem Tycoon "Boss" William Tweed, den sie zum Direktor der Erie Railroad machten. Tweed für seinen Teil revanchierte sich, indem er den beiden Deckung vor der Justiz zusicherte. Außerdem stand Gould in enger Verbindung zum Schwager des US-Präsidenten Ulysses S. Grant. Der Schwarze Freitag von 1869 machte Goulds Spekulationen vorübergehend ein Ende, als er im Begriff war in den Goldmarkt groß einzusteigen. Nachdem er die Erie Railroad verlassen musste, ging er zum Unternehmen Union Pacific Railroad, von dem er sich 1883 zurückzog – mit reichlich Gewinn.

Am Zenit seiner Macht kontrollierte Jay Gould 16.000 km Gleisstrecke, ein Neuntel der gesamten in den USA gelegten Bahngleise. Er hinterließ seiner Familie ein Vermögen von schätzungsweise 72 Millionen Dollar. Gould gilt als der rücksichtsloseste der sogenannten Robber Barons.

1880 hatte er das 1838 von Alexander Jackson Davis im neogotischen Stil erbaute Anwesen Lyndhurst in Tarrytown (New York) erworben und als seinen Landsitz ausgebaut.[4] 1961 schenkte seine Tochter Anna Gould es dem National Trust for Historic Preservation.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jay Gould – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Portfolio's Worst American CEOs of All Time." CNBC.com 30. April 2009
  2. Famous People: Jay Gould Biography
  3. Photograph: Portrait of Mr. Jay Gould. Published in "The Lotus Magazine", Volume 5. (June 1, 1914)
  4. Lyndhurst also known as Jay Gould Estate