Cornelius Vanderbilt

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Cornelius Vanderbilt

Cornelius Vanderbilt (ursprüngliche Form des Familiennamens Van Der Bilt, Vander Bilt; * 27. Mai 1794 in Port Richmond (heute zu New York City) auf Staten Island, New York; † 4. Januar 1877 in New York City) war einer der erfolgreichsten und reichsten Unternehmer der Vereinigten Staaten.

Man nannte ihn wegen des Besitzes der New York Central den „Schiffs- und Eisenbahnkönig“ (englisch „Railroad King“, „Railroad Tycoon“) und auch „The Commodore“. Cornelius Vanderbilt ist Begründer der bekannten Vanderbilt-Familie.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Denkmal

Vanderbilt kam als viertes Kind und zweiter Sohn von Cornelius und Phebe Vanderbilt (geb. Hand) zur Welt. Seine Vorfahren väterlicherseits stammten aus der Gemeinde De Bilt in der Provinz Utrecht, Holland. Vanderbilts Vater war ein armer Bauer und verdiente zusätzlich Geld mit Boottransportgeschäften im und um den New Yorker Hafen. Vanderbilt verließ die Schule bereits mit elf Jahren, kaufte mit sechzehn ein Segelschiff (mit elterlichem Zuschuss), mit dem er einen Fährdienst zwischen Staten Island und New York eröffnete. Bald konnte er eine kleine Flotte von Booten aufbauen. Im Krieg von 1812 versorgte er einige Forts der United States Army nahe dem New Yorker Hafen mit Lebensmitteln.

1818 verkaufte Vanderbilt seine Boote und wurde Dampfschiffkapitän. 1829 gründete er eine eigene Dampfschiffgesellschaft und in den 1850ern gebot er über eine Flotte von hundert Schiffen. Aber den ganz großen Erfolg brachte ihm die Eisenbahn.

1848 sicherte er sich für zwölf Jahre mit der „American atlantic and pacific ship canal company“ die exklusiven Transitrechte auf dem Seeweg von San Juan del Norte an der Karibikküste, das damals noch Greytown genannt wurde, durch den Río San Juan über den Nicaraguasee über Land nach San Juan del Sur am Pazifik. Diese Route war ca. eine Woche kürzer als via Panama, und einige Monate kürzer als um Kap Horn. Wie gewöhnlich, unterbot Vanderbilt erst einmal die Fahrpreise seiner Konkurrenten.Passagiere und Fracht wurden per Schiff von New York zur nicaraguanischen Atlantikküste und weiter über den Río San Juan bis zum Nicaraguasee transportiert. Nach einem kurzen Landweg per Kutsche bis zur Pazifikküste erfolgte der Weitertransport per Schiff bis zur amerikanischen Westküste. Später firmierte das Unternehmen unter „Accessory Transit Company“. 1855 gelang es William Walker, einem Söldner, die Kontrolle über Nicaragua zu übernehmen.[1] Vanderbilt hatte Walker ursprünglich unterstützt, in der Hoffnung auf eine Stabilisierung Nicaraguas. Walker nutzte angebliche Verstöße der Accessory Transit Company um die Konzession zurückzuziehen und sie Vanderbilts Konkurrenten Cornelius K. Garrison und Charles Morgan zu erteilen, die Walkers weitere militärische Pläne finanziell unterstützten. Vanderbilt übte erfolgreich Druck auf die US-Regierung aus, die Anerkennung von Walkers Regime zurückzunehmen. Darüber hinaus unterstützte er einen Versuch der mittelamerikanischen Staaten unter Führung Costa Ricas, Walkers Nachschubwege abzuschneiden.[2]

Morgan & Garrison, eine Geschäftspartnerschaft von Charles Morgan und Cornelius Kingsland Garrison,[3] waren die Empfänger des kurzen, aber berühmten Briefes:[4] “Gentlemen: You have undertaken to cheat me. I won’t sue you, for the law is too slow. I’ll ruin you. Yours truly, Cornelius Vanderbilt.” (deutsch: „Meine Herren! Sie haben es gewagt, mich zu betrügen. Ich werde Sie nicht verklagen, denn die Justiz ist zu langsam. Ich werde Sie ruinieren. Hochachtungsvoll, Cornelius Vanderbilt.“)

Die neue Regierung von Nicaragua weigerte sich die Transitroute wieder zu eröffnen, so begann er eine neue Linie über Panama. Schließlich zwang er die Pacific Mail, den Markt mit ihm zu teilen und 1860 ein gemeinsames Monopol mit ihm auszuüben.

Während dieser Periode war Vanderbilt auch mit anderen Unternehmen beschäftigt. So gründete er am 21. Mai 1855 eine Transatlantische Dampfschiffahrts-Linie, die keine staatlichen Subventionen für die Beförderung von Post erhielt, im Gegensatz zu der Linie von Edward K. Collins. Collins hatte mit der staatlichen Unterstützung 1847 die United States Mail Steamship Company gegründet als Wettbewerber zur britischen Cunard Line im Transatlantik Verkehr. Als zwei von den fünf Collins-Schiffen gesunken waren, stelle die Regierung 1856 ihre Subventionen ein. Wie gewohnt bot Vanderbilts Linie erheblich niedrige Fahrpreise an und Collins Firma ging schließlich bankrott.[5]

Während des Bürgerkrieges schenkte Vanderbilt seinen größten Dampfer der Marine der Union. Für diese und andere Unterstützung während des Krieges wurde Vanderbilt vom Kongress mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg investierte Vanderbilt in den Ausbau des Eisenbahn-Streckennetzes und verfügte bald über die wichtigsten Eisenbahnlinien der USA. 1873 eröffnete er die erste Eisenbahnverbindung von New York nach Chicago. Mit dem Eisenbahnbau ging eine zunehmende Ausweitung der Industrie einher, die Geschäfte in immer größerem Stil ermöglichte.

Politisch war Vanderbilt Republikaner.

Der Name „Vanderbilt“ steht mit den Namen Andrew Carnegie, John D. Rockefeller und Charles Morgan für den Beginn einer neuen Ära, des Gilded Age. Vanderbilts Unternehmen und erfolgreiche Börsenspekulationen machten ihn zu einem der reichsten Unternehmer seiner Zeit, er besaß am Ende seines Lebens ca. 100 Millionen Dollar. Umgerechnet in heutige (2008) Kaufkraft betrug sein Vermögen 143 Milliarden Dollar.

Familie[Bearbeiten]

Cornelius heiratete seine Cousine Sophia Johnson (1795-1868) am 19. Dezember 1813, als er 19 und sie 18 Jahre alt waren. Ihr erstes Kind, eine Tochter wurde 1814 geboren. Elf weitere Kinder folgten, das letzte, George Washington Vanderbilt (1839-1864), wurde 25 Jahre später geboren. Man nahm es ihm übel, dass er Sophia 1846 in ein Heim für Geisteskranke brachte, aber sie benötigte medizinische Betreuung. Als sie 1868 starb empfand er ihren Tod als schmerzlichen Verlust, denn anscheinend war sie eine gute Geschäftsfrau, die Vanderbilt bei seinen Geschäften unterstützen und beraten konnte.

Der Commodore beschäftigte auch seine Schwiegersöhne in seinen Unternehmungen, so z. B. Daniel B. Allen als Geschäftsführer, William K. Thorn als seinen Syndikus und Horace F. Clark als Anwalt und Berater. Seine Ärzte waren Jared Linsly und William Bodenhamer, und sein Schatzmeister Edwin D. Worcester.

Ein Jahr später heiratete Vanderbilt mit 73 Jahren eine entfernte Cousine, Frank Armstrong Crawford, die 34 Jahre jünger war. Sie war in erster Ehe mit John Elliott aus Mobile verheiratet gewesen, aber die Ehe war nicht glücklich und sie trennten sich. Es ist zweifelhaft, ob seine Kinder die neue Ehe gut hießen, zumal seine Frau jünger war als sieben von seinen zwölf Kindern. Aber Cornelius hat sie neuen Lebensmut gegeben.[6]

Er und seine Frau Sophia hatten 3 Söhne und 9 Töchter:

  1. Phebe Jane (Vanderbilt) Cross (1814–1878)
  2. Ethelinda (Vanderbilt) Allen (1817–1889)
  3. Eliza (Vanderbilt) Osgood (1819–1890)
  4. William Henry Vanderbilt (1821–1885)
  5. Emily Almira (Vanderbilt) Thorn (1823–1896)
  6. Sophia Johnson (Vanderbilt) Torrance (1825–1912)
  7. Maria Louisa (Vanderbilt) Clark Niven (1827–1896)
  8. Frances Lavinia Vanderbilt (1828–1868)
  9. Cornelius Jeremiah Vanderbilt (1830–1882)
  10. Mary Alicia (Vanderbilt) LaBau Berger (1834–1902)
  11. Catherine Juliette (Vanderbilt) Barker LaFitte (1836–1881)
  12. George Washington Vanderbilt (1839–1864)

Sein Erbe[Bearbeiten]

Cornelius Vanderbilt enterbte seine beiden Söhne, denen er nicht zutraute, seine Geschäfte zu führen, mit Ausnahme von seinem Sohn William, der ebenso rücksichtslos war wie sein Vater, hinterließ er $95,000,000 Millionen aber “nur” $500,000 jeder seiner acht Töchter. Seiner Frau vererbte er $500,000 Bargeld und ihr bescheidenes Haus sowie 2,000 Aktien der New York Central Railroad.

Er gab wenig seines riesigen Vermögens an Wohltätigkeitsorganisationen, jedoch vermachte er der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee $1,000,000 Mio - wie versprochen. Der Church of the Strangers in New York hinterließ er $50,000.[7]

Drei seiner Töchter sowie sein Sohn Cornelius Jeremiah fochten sein Testament an auf der Grundlage, dass ihr Vater an Wahnvorstellungen gelitten habe und sein Verstand krank war. Der nicht erfolgreiche Kampf vor Gericht dauerte länger als ein Jahr und Sohn Cornelius Jeremiah beging 1882 Selbstmord.[8]

Cornelius Vanderbilt wurde in dem Familien-Mausoleum auf dem Moravian Cemetery in New Dorp auf Staten Island beigesetzt.

Unternehmen[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

Zu Lebzeiten hatte Vanderbilt den Ruf eines ruchlosen Unternehmers, seine Person floss maßgeblich in das popkulturelle Konzept von „Räuberbaronen“ ein.[9]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cornelius Vanderbilt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Cornelius Vanderbilt, der amerikanische Dampfkönig – Nachruf von Udo Brachvogel in „Die Gartenlaube“ Heft 6, 1877

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. William Walker - Ein Flibustier machte sich zum Präsidenten von Nicaragua
  2. September 12, 1860: William Walker is executed in Honduras
  3. CORNELIUS KINGSLAND GARRISON - SAN FRANCISCO’S FIFTH MAYOR
  4. Bill Carey: Commodore Cornelius Vanderbilt fought war over route through Central America (englisch, abgerufen am 10. Juli 2009)
  5. EDWARD K. COLLINS'S WILL. The New York Times, January 18, 1882
  6. Obituary from the New York Times 5 May 1885 - THE DEATH OF MRS. VANDERBILT. THE WIDOW OF THE COMMODORE FALLING A VICTIM TO PNEUMONIA.
  7. Church of the Strangers in Mercer Street
  8. Vanderbilt in the Latin Library
  9.  Hal Bridges: The Robber Baron Concept In American History. In: Business History Review. 32, Nr. 1, 1958, ISSN 0007-6805, S. 1–13, hier S. 1.