Cornelius Vanderbilt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cornelius Vanderbilt

Cornelius Vanderbilt (ursprüngliche Form des Familiennamens Van Der Bilt, Vander Bilt; * 27. Mai 1794 in Port Richmond (heute zu New York City) auf Staten Island, New York; † 4. Januar 1877 in New York City) war einer der erfolgreichsten und reichsten Unternehmer der Vereinigten Staaten.

Man nannte ihn wegen des Besitzes der New York Central den „Schiffs- und Eisenbahnkönig“ (englisch „Railroad King“, „Railroad Tycoon“) und auch „The Commodore“. Cornelius Vanderbilt ist Begründer der bekannten Vanderbilt-Familie.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Denkmal

Vanderbilt kam als viertes Kind und zweiter Sohn von Cornelius und Phebe Vanderbilt (geb. Hand) zur Welt. Seine Vorfahren väterlicherseits stammten aus der Gemeinde De Bilt in der Provinz Utrecht, Holland. Vanderbilts Vater war ein armer Bauer und verdiente zusätzlich Geld mit Boottransportgeschäften im und um den New Yorker Hafen. Vanderbilt verließ die Schule bereits mit elf Jahren, kaufte mit sechzehn ein Segelschiff (mit elterlichem Zuschuss), mit dem er einen Fährdienst zwischen Staten Island und New York eröffnete. Bald konnte er eine kleine Flotte von Booten aufbauen. Im Krieg von 1812 versorgte er einige Forts der United States Army nahe dem New Yorker Hafen mit Lebensmitteln.

1818 verkaufte Vanderbilt seine Boote und wurde Dampfschiffkapitän. 1829 gründete er eine eigene Dampfschiffgesellschaft und in den 1850ern gebot er über eine Flotte von hundert Schiffen. Aber den ganz großen Erfolg brachte ihm die Eisenbahn.

1848 sicherte er sich für zwölf Jahre mit der „American atlantic and pacific ship canal company“ die exklusiven Transitrechte auf dem Seeweg von San Juan del Norte an der Karibikküste, das damals noch Greytown genannt wurde, durch den Río San Juan über den Nicaraguasee über Land nach San Juan del Sur am Pazifik. Später firmierte das Unternehmen unter „Accessory Transit Company“. Doch Vanderbilt reichten die Transiteinnahmen und so unterblieb der Kanalbau (Nicaragua-Kanal).

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg investierte Vanderbilt in den Ausbau des Eisenbahn-Streckennetzes und verfügte bald über die wichtigsten Eisenbahnlinien der USA. 1873 eröffnete er die erste Eisenbahnverbindung von New York nach Chicago. Mit dem Eisenbahnbau ging eine zunehmende Ausweitung der Industrie einher, die Geschäfte in immer größerem Stil ermöglichte.

1873 stellte Cornelius Vanderbilt eine Million US-Dollar zur Verfügung, um eine Universität in Nashville zu gründen. Vanderbilt konnte die nach ihm benannte Vanderbilt University nicht mehr besuchen. Die Hochschule zählt heute zu den US-amerikanischen Eliteuniversitäten.

Politisch war Vanderbilt Republikaner.

Der Name „Vanderbilt“ steht mit den Namen Andrew Carnegie, John D. Rockefeller und Charles Morgan für den Beginn einer neuen Ära, des Gilded Age. Vanderbilts Unternehmen und erfolgreiche Börsenspekulationen machten ihn zu einem der reichsten Unternehmer seiner Zeit, er besaß am Ende seines Lebens ca. 100 Millionen Dollar. Umgerechnet in heutige (2008) Kaufkraft betrug sein Vermögen 143 Milliarden Dollar.

Morgan & Garrison, eine Geschäftspartnerschaft von Charles Morgan und Cornelius Kingsland Garrison[1], waren die Empfänger des kurzen, aber berühmten Briefes:[2] “Gentlemen: You have undertaken to cheat me. I won’t sue you, for the law is too slow. I’ll ruin you. Yours truly, Cornelius Vanderbilt.” (deutsch: „Meine Herren! Sie haben es gewagt, mich zu betrügen. Ich werde Sie nicht verklagen, denn die Justiz ist zu langsam. Ich werde Sie ruinieren. Hochachtungsvoll, Cornelius Vanderbilt.“)

Familie[Bearbeiten]

Cornelius heiratete seine Cousine Sophia Johnson (1795-1868) am 19. Dezember 1813, als er 19 und sie 18 Jahre alt waren. Ihr erstes Kind, eine Tochter wurde 1814 geboren. Elf weitere Kinder folgten, das letzte, George Washington Vanderbilt (1839-1864), wurde 25 Jahre später geboren. Man nahm es ihm übel, dass er Sophia 1846 in ein Heim für Geisteskranke brachte, aber sie benötigte medizinische Betreuung. Als sie 1868 starb empfand er ihren Tod als schmerzlichen Verlust, denn anscheinend war sie eine gute Geschäftsfrau, die Vanderbilt bei seinen Geschäften unterstützen und beraten konnte.

Ein Jahr später heiratete Vanderbilt mit 73 Jahren eine entfernte Cousine, Frank Armstrong Crawford, die 34 Jahre jünger war. Sie war in erster Ehe mit John Elliott aus Mobile verheiratet gewesen, aber die Ehe war nicht glücklich und sie trennten sich. Es ist zweifelhaft, ob seine Kinder die neue Ehe gut hießen, zumal seine Frau jünger war als sieben von seinen zwölf Kindern. Aber Cornelius hat sie neuen Lebensmut gegeben. [3]

Er und seine Frau Sophia hatten 3 Söhne und 9 Töchter:

  1. Phebe Jane (Vanderbilt) Cross (1814–1878)
  2. Ethelinda (Vanderbilt) Allen (1817–1889)
  3. Eliza (Vanderbilt) Osgood (1819–1890)
  4. William Henry Vanderbilt (1821–1885)
  5. Emily Almira (Vanderbilt) Thorn (1823–1896)
  6. Sophia Johnson (Vanderbilt) Torrance (1825–1912)
  7. Maria Louisa (Vanderbilt) Clark Niven (1827–1896)
  8. Frances Lavinia Vanderbilt (1828–1868)
  9. Cornelius Jeremiah Vanderbilt (1830–1882)
  10. Mary Alicia (Vanderbilt) LaBau Berger (1834–1902)
  11. Catherine Juliette (Vanderbilt) Barker LaFitte (1836–1881)
  12. George Washington Vanderbilt (1839–1864)

Unternehmen[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

Zu Lebzeiten hatte Vanderbilt den Ruf eines ruchlosen Unternehmers, seine Person floss maßgeblich in das popkulturelle Konzept von „Räuberbaronen“ ein.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cornelius Vanderbilt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Cornelius Vanderbilt, der amerikanische Dampfkönig – Nachruf von Udo Brachvogel in „Die Gartenlaube“ Heft 6, 1877

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CORNELIUS KINGSLAND GARRISON - SAN FRANCISCO’S FIFTH MAYOR
  2. Bill Carey: Commodore Cornelius Vanderbilt fought war over route through Central America (englisch, abgerufen am 10. Juli 2009)
  3. Obituary from the New York Times 5 May 1885 - THE DEATH OF MRS. VANDERBILT. THE WIDOW OF THE COMMODORE FALLING A VICTIM TO PNEUMONIA.
  4.  Hal Bridges: The Robber Baron Concept In American History. In: Business History Review. 32, Nr. 1, 1958, ISSN 0007-6805, S. 1–13, hier S. 1.