Jean-François Pilâtre de Rozier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pilâtre ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Mondkrater siehe Pilâtre (Mondkrater).
Jean-François Pilâtre de Rozier

Jean-François Pilâtre de Rozier (* 30. März 1754 in Metz; † 15. Juni 1785 in Wimereux, Pas-de-Calais) war ein französischer Physiker, der erste Luftfahrtpionier und gleichermaßen zusammen mit Pierre Romain das erste Todesopfer der Luftfahrtgeschichte.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jean-François Pilâtre de Rozier wurde in Metz als dritter Sohn von Magdeleine Wilmard und Mathurin Pilastre geboren, der als „du Rosier“ bekannt war, ein ehemaliger Soldat, der Wirt geworden war. Sein Interesse für die Chemie von Drogen wurde im Militärhospital von Metz geweckt, eine wichtige Garnisonsstadt an der Grenze Frankreichs. Er ging mit 18 Jahren nach Paris, arbeitete dort als Apotheker und hörte daneben Vorlesungen über Mathematik, Physik und Naturgeschichte. Danach lehrte er Physik und Chemie an der Akademie in Reims, wodurch er die Aufmerksamkeit von Monsieur Ludwig XVIII., dem Grafen d'Artois, gewann, dem Bruder des Königs Ludwig XVI..

Er kehrte nach Paris zurück, wo er mit dem Kuriositätenkabinett zur Naturgeschichte des Monsieur beauftragt wurde. Er wurde Höfling von Monsieurs Frau, was ihm den adligen Namen „Pilâtre de Rozier“ einbrachte. Er eröffnete im Marais-Quartier in Paris am 11. Dezember 1781 sein eigenes Museum, musée technique, wo er physikalische Experimente vornahm und den Adligen Demonstrationen vorführte. Er forschte auf dem neuen Gebiet der Gase und erfand ein Beatmungsgerät (Respirator).

Am 15. Oktober 1783 gelang dem damals 29-jährigen Physiker mit königlicher Bewilligung die Fahrt mit einer Montgolfière (einem Heißluftballon) der Brüder Montgolfier, in der er eine Höhe von etwa 26 Metern erreichte. Damit gelang ihm die erste historisch gesicherte bemannte Luftfahrt der Menschheit, der Ballon war jedoch noch mit Fesseln am Boden verankert.

Am 21. November 1783 führte Rozier die erste Freiballonfahrt in der Geschichte der Menschheit durch. In der 25-minütigen Fahrt schwebte er zusammen mit François d’Arlandes nach dem Start vom Schlossgarten des Jagdschlösschens La Muette in Passy, heute ein Stadtteil von Paris, über die Seine hinweg etwa 10 km weit bis zur Butte aux Cailles in der Gemeinde Gentilly, wenige Kilometer vom Zentrum der französischen Hauptstadt entfernt (heute Teil von deren 13. Arrondissement). Über diese Luftreise berichtete er in der Schrift Première expérience de la Montgolfière (1784).

Er entwickelte die nach ihm benannte Rozière, eine Kombination aus Wasserstoffballon und Heißluftballon. Am 15. Juni 1785 startete er mit einem solchen Heißluft-Gas-Hybrid-Ballon von Boulogne-sur-Mer aus in Richtung Großbritannien. Nach 5 km Fahrt entzündete sich in 900 Metern Höhe der Wasserstoff und zerstörte die Ballonhülle, woraufhin die Gondel in die Tiefe stürzte. Pilâtre de Rozier und sein Mitfahrer Pierre Romain kamen beim Absturz ums Leben. Sie waren die ersten Todesopfer der Luftfahrt.

Der Mondkrater Pilâtre wurde 1991 nach ihm benannt.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nouvelle biographie générale. Bd. 40. Firmin Didot Frères, Paris 1862; Sp. 233–236 (frz.)
  • Patrick Abbot: The world's first air disaster, Aeroplane Monthly, Januar 1977

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jean-François Pilâtre de Rozier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien