Wimereux

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung des gleichnamigen Flusses befindet sich unter Wimereux (Fluss)
Wimereux
Wappen von Wimereux
Wimereux (Frankreich)
Wimereux
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Pas-de-Calais
Arrondissement Boulogne-sur-Mer
Kanton Boulogne-sur-Mer-Nord-Ouest
Gemeindeverband Communauté d’agglomération du Boulonnais.
Koordinaten 50° 46′ N, 1° 37′ O50.7697222222221.615Koordinaten: 50° 46′ N, 1° 37′ O
Höhe 0–71 m
Fläche 7,71 km²
Einwohner 7.312 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 948 Einw./km²
Postleitzahl 62930
INSEE-Code
Website http://www.ville-wimereux.fr

Uferpromenade

Wimereux (ndl.: "Wimereeuw"[1]) ist eine französische Gemeinde und ein Badeort mit 7312 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) in der Nähe von Boulogne-sur-Mer im Département Pas-de-Calais in der Region Nord-Pas-de-Calais.

Lage[Bearbeiten]

Wimereux liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses Wimereux in den Ärmelkanal. Boulogne-sur-Mer liegt etwa sieben Kilometer südlich, Calais etwa 35 km nördlich des Ortes.

Klima[Bearbeiten]

Wimereux ist wetterbegünstigt, kaum sieben Tage im Winter sinkt das Thermometer unter Null Grad. 2008/09 war die tiefste Temperatur minus 2,1 Grad Celsius. Es schneit durchschnittlich einen halben Tag im Jahr.

Geschichte[Bearbeiten]

Wimereux 1815

Napoléon ordnete am 8. August 1806 an, in der Mündung des Wimereux einen Hafen und die ersten Stadthäuser für das Militär anzulegen. Doch der Ort wurde noch am Vorabend des Napoleonischen Krieges aufgegeben und erlangte erst mit der Erfindung der Eisenbahn wieder an Bedeutung. Durch Dekret wurde Wimereux am 26. Mai 1899 von der Gemeinde Wimille getrennt.[2] Im selben Jahr wurde das erste von Guglielmo Marconi vom South Foreland Lighthouse bei Dover über den Ärmelkanal gesendete Funksignal in Wimereux empfangen.

Grab von John McCrae

Im Ersten Weltkrieg vereinnahmte die Britische Armee den ganzen Ort als Lazarett, 1917 gab es hier zehn Militärkrankenhäuser. Auf dem Ortsfriedhof finden sich fast 3.000 Gräber von Militärpersonen, darunter das von John McCrae, dem Dichter von In Flanders Fields.[3] Nachdem auf dem Friedhof in Wimereux kein Platz mehr war, wurden ab 1918 mehr als 4.200 Opfer auf dem dafür eigens angelegten Terlincthun British Cemetery in Wimille begraben.[4][5]

Im Zweiten Weltkrieg unterhielt die deutsche Wehrmacht zwischen Wimereux und Boulogne-sur-Mer einen Beobachtungsposten, und im Rahmen des Atlantikwalls entstanden verschiedene Betonbauten. Zeitweise war der Ort operatives Quartier des Führers der Schnellboote, die im Ärmelkanal operierten. Auch heute noch ist bei Ebbe eine U-Boot-Anlegestelle aus dieser Zeit sichtbar.

Wimereux entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert zum Badeort. Mehr als 800 Villen, 50 Hotels und ein Spielcasino säumten die wetterbegünstigte Bucht. Den Glanz dieser Zeit widerspiegeln heute zahlreiche guterhaltene Villen der Belle Époque.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Ort erfreut sich auch bei deutschen Touristen großer Beliebtheit. Der flache Strand ist idealer Spielplatz für Kinder und ebenso beliebt bei Wassersportlern. Die befestigte Strandpromenade ist 900 m lang. Fotografen kommen gerne hierher wegen der Lichtspiegelungen und Wolkenbildungen.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wimereux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. De Nederlanden in Frankrijk, Jozef van Overstraeten, 1969
  2. Homepage von Wimereux: Geschichte des Ortes abgerufen am 16. Juni 2014
  3. Wege der Erinnerung: Wimereux Communal Cemetery, abgerufen am 16. Juni 2014
  4. Wege der Erinnerung: Terlincthun British Cemetery, abgerufen am 16. Juni 2014
  5. Weltkriegsopfer.de: TERLINCTHUN BRITISH CEMETERY, abgerufen am 16. Juni 2014