Jean Zumbach

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Jean Zumbach, eigentlich Jan Eugeniusz Ludwig Zumbach, (* 14. April 1915 in Ursynów; † 3. Januar 1986 in Paris[1]; Kampfnamen: Johnny Brown, Kamikaze Brown [2]) war ein schweizerischer Militär-Pilot, Unternehmer, Söldner sowie Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte von Katanga und Biafra.

Leben[Bearbeiten]

Zumbach wurde aufgrund der Nationalität seiner Eltern als Schweizer in Polen geboren, verbarg jedoch seine Nationalität, um eine Laufbahn als Pilot in den polnischen Luftstreitkräften einschlagen zu können. Während des deutschen Überfalls auf Polen konnte sich Zumbach wegen eines Beinbruchs nicht an den Kampfhandlungen beteiligen. Nach der polnischen Niederlage floh Zumbach über Rumänien und Beirut nach Frankreich, wo er für die französischen Luftstreitkräfte in einer Jagdeinheit diente.[3] Wegen der Niederlage Frankreichs floh Zumbach nach Großbritannien, wo er in der Royal Air Force rasch Karriere machte. So schoss er während der Luftschlacht um England acht deutsche Flugzeuge ab. Den Krieg beendete er als Oberst und Geschwaderkommandeur mit zwölf bestätigten Abschüssen.

Nach seiner Demobilisierung machte er sich zusammen mit zwei anderen ehemaligen RAF-Piloten mit einer Fluggesellschaft selbstständig. Neben legalen Geschäften verdiente sie ihr Geld hauptsächlich mit dem Transport von Schmuggelware.[4] Als das Unternehmen aufgrund der Nachstellungen durch die Behörden bankrottging, eröffnete Zumbach eine Diskothek in Paris, heiratete und wurde Vater.

Zum Jahreswechsel 1961/62 beauftragte ihn Moïse Tschombé mit dem Aufbau der Luftstreitkräfte Katangas. Als deren Oberbefehlshaber organisierte er den Kauf von Flugzeugen und die Rekrutierung des Bedienpersonals in Europa. Darüber hinaus flog Zumbach persönlich Tiefangriffe gegen die kongolesische Regierungstruppen.[5] Vor dem Zusammenbruch setzte sich Zumbach Anfang 1963 aus Katanga ab und betrieb in Paris einen Handel mit gebrauchten Flugzeugen.

Die Anfrage für eine gebrauchte B-26 brachte Zumbach im Mai 1967 in Kontakt mit Vertretern der Regierung Biafras, von denen er den Auftrag erhielt, im Sezessionskrieg gegen Nigeria die Luftstreitkräfte aufzubauen. Neben dieser Aufgabe flog Zumbach im nächsten halben Jahr persönlich Angriffe gegen Kriegsschiffe, Flugplätze und Ölförderanlagen Nigerias. Ende 1967 verließ Zumbach Biafra, dessen Luftstreitkräfte danach den Kampf für eineinhalb Jahre einstellen mussten.[6]

Im Jahr 1975 veröffentlichte Zumbach seine Autobiographie, die auf Französisch, Deutsch und Englisch erschien.

Werke[Bearbeiten]

  • Mister Brown. Mein Leben als Flieger, Schmuggler u. Abenteurer, Zürich: Schweizer Verlagshaus 1975, ISBN 3-7263-6140-5

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael I. Draper: Shadows. Airlift and Airwar in Biafra and Nigeria 1967-1970, Hikoki Publications 1999, UK ISBN 1-902109-63-5, pp. 23–50
  • Lynne Olson/Stanley Cloud: For your Freedom and Ours. The Kosciuszko Squadron - Forgotten Heroes of World War II, Arrow Books, London 2004, ISBN 978-0-09-942812-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://webaviation.blogspot.de/search/label/The%20303%20%22Kosciuszko%20Squadron%22.
  2. http://www.acig.org/artman/publish/printer_351.shtml
  3. http://kriegsreisende.de/relikte/zumbach.htm
  4. http://webaviation.blogspot.de/2008/01/three-musketeers-jan-zumbach.html
  5. http://kriegsreisende.de/relikte/zumbach.htm
  6. http://vectaris.net/id307.html