João Ubaldo Ribeiro

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João Ubaldo Ribeiro.

João Ubaldo Osório Pimental Ribeiro (* 23. Januar 1941 in Itaparica, Bahia) ist ein brasilianischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Ribeiro war das erste von drei Kindern des Ehepaares Manoel Ribeiro und Maria Felipa Osório Pimental. Als Ribeiro zwei Monate alt war, übersiedelte die Familie nach Aracaju im Bundesstaat Sergipe. Bereits früh begann er sich für Literatur zu interessieren. Ab 1955 besuchte er das Colégio da Bahia, zusammen mit Glauber Rocha, mit dem er sich 1956 anfreundete.

1957 wurde er erstmals für lokale Zeitungen als Journalist tätig. Er begann 1958 an der Universidade Federal da Bahia Jura zu studieren. In dieser Zeit gab er zusammen mit Glauber Rocha diverse Zeitschriften und Kulturjournale heraus. 1959 wurde sein Werk „Lugar e Circunstancia“ (dt. „Ort und Umstand“) in einer Anthologie für Erzählungen aus Bahia veröffentlicht. 1960 heiratete Ribeiro seine erste Frau Maria Beatriz Moreira Caldas, eine Kommilitonin. Die Ehe wurde neun Jahre später wieder geschieden. 1963 schrieb er seinen ersten Roman Setembro não faz sentido (dt. „September ergibt keinen Sinn“).

1964 verließ Ribeiro aus politischen Gründen das Land und ging in die Vereinigten Staaten, um dort Volkswirtschaft zu studieren. Bereits 1965 kehrte er aber wieder nach Brasilien zurück und hielt Vorlesungen in Politikwissenschaften an der Universidade Federal da Bahia. Nach sechs Jahren gab er allerdings seine akademische Karriere wieder auf und wandte sich wieder dem Journalismus zu. 1969 heiratete er die Historikerin Monica Maria Roters, mit der er zwei Töchter hat: Emilia (geb. 1970) und Manuela (geb. 1972).

1971 wurde sein Roman Sargento Getúlio veröffentlicht, mit dem ihm der Durchbruch als Schriftsteller gelang. 1974 kommt sein Buch Vencecavalo e o outro povo (dt. „Pferdebezwinger und die anderen“) heraus. 1980 schloss Ribeiro seine dritte Ehe mit Berenice Batella, mit welcher er wiederum zwei Kinder hat, Bento (geb. 1981) und Francisca (geb. 1983). 1981 ging er, zusammen mit seiner Familie, als Stipendiat nach Lissabon. Er schreibt dort für die Zeitschrift Careta.

Seit seiner Rückkehr nach Brasilien lebt er in Rio de Janeiro.

Er hat als Teilnehmer des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1990/91 in Berlin gelebt. Seine Erfahrungen in diesem Jahr hat er in mehreren Zeitungsbeiträgen festgehalten und eine Auswahl dieser Texte dann in dem Buch Ein Brasilianer in Berlin (Original: Um brasileiro em Berlim) zusammengefasst.

2008 erhielt Ribeiro den Prémio Camões, den wichtigsten portugiesischsprachigen Literaturpreis.[1]

Werke[Bearbeiten]

Seine Werke sind meist in seiner Heimat Bahia angesiedelt und sind häufig in dortigen Geschichten und Legenden eingebettet. Ribeiro kann sehr bestechend die Stimmungen und die Menschen seiner Heimat beschreiben. Oft haben seine Werke einen leicht surrealen Charakter, welcher die Situationen, in welchen sich die Handelnden befinden, überzeugend verstärken. Ribeiro vermag hierdurch gleichfalls einen Einblick in das Naturell Bahias zu geben. Er ist dem magischen Realismus zuzuordnen, einem lateinamerikanischen Literaturstil dessen Hauptvertreter Gabriel García Márquez ist. Ein anderer Teil seiner Werke beruht auf autobiographischen Gegebenheiten, z.B. "Ein Brasilianer in Berlin". Ribeiro ist einer der bedeutendsten brasilianischen Schriftsteller.

  • Der Heilige, der nicht an Gott glaubte. (Original: O santo que não acreditava em Deus)
  • Sargento Getulio. (Original: Sargento Getúlio) 1988
  • Brasilien Brasilien. (Original: Viva o povo brasileiro) 1988
  • Das Lächeln der Eidechse. (Original: O sorriso do lagarto) 1994
  • Ein Brasilianer in Berlin. (Original: Um brasileiro em Berlim) 1994, zweisprachige Ausgabe portugiesisch-deutsch 2010
  • Leben und Leidenschaft von Pandonar dem Grausamen. (Original: Vida e paixão de Pandomar, o cruel) 1994
  • Das Wunder Pfaueninsel. (Original: O feitiço da Ilha do Pavão) 2000

Verfilmungen[Bearbeiten]

Literarische Vorlage
  • 1983: Sargento Getúlio
Drehbuch
  • 1996: Tieta do Brasil (Tieta do Agreste)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. João Ubaldo Ribeiro erhält Prémio Camões, 26. Juli 2008

Weblinks[Bearbeiten]