Bahia

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bahia (Begriffsklärung) aufgeführt.
Bahia
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Symbole
Flagge
Flagge
Wappen
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Basisdaten
Staat Brasilien
Hauptstadt Salvador da Bahia
Fläche 567.295,5 km²
Einwohner 14.175.341 (2012)
Dichte 25 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 BR-BA
Politik
Gouverneur Jaques WagnerVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Partei Partido dos TrabalhadoresVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Wirtschaft
BIP 15.434 Mio. R$
1089 R$ pro Kopf
(2010)

Bahia (portug. baíaBucht“; das h wird nicht gesprochen, Betonung auf dem i) ist ein Bundesstaat in Brasilien und südlichster Teil der Region Nordosten.

Geografie[Bearbeiten]

Mit einer Fläche von 567.295 km² ist Bahia etwas größer als Frankreich, hat aber nur 14.175.341 Einwohner (Stand 2012).

Die Hauptstadt ist Salvador (historisch: Salvador da Bahia de todos os Santos), die bis 1763 zugleich Hauptstadt Brasiliens war. Bahia ist mit 1.183 km Küste das brasilianische Bundesland mit der längsten Atlantikküste.

Die benachbarten Bundesstaaten sind Piauí, Pernambuco, Alagoas und Sergipe im Norden, im Süden (im Uhrzeigersinn) Espírito Santo und Minas Gerais sowie Goiás and Tocantins im Westen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Südlich von Salvador liegt die „Costa do Cacau“, die Kakaoküste, die an den Anbau von Kakao im 18. Jahrhundert erinnert.

Tourismus[Bearbeiten]

Salvador feiert den größten und traditionsreichsten Straßenkarneval der Welt. Anders als in Rio gibt es jedoch keine Samba-Arena, sodass sich alle Aktivitäten auf den Straßen abspielen.

Das abgelegene Fischerdorf Mangue Seco im äußersten Norden Bahias wurde durch Dreharbeiten zu einer Telenovela bekannt. Diese und andere Filmlocations trugen zur Entwicklung des Tourismus in Mangue Seco bei.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bahia ist der brasilianische Bundesstaat mit dem höchsten Anteil an schwarzer Bevölkerung und gilt als der Staat mit dem größten afrikanischen Einfluss. Deshalb ist es auch das Zentrum der Candomblé-Religion. Im Bundesstaat Bahia gibt es etwa 8.000 Candomblé-Terreiros. Beim Fest zu Ehren der Meeresgöttin versammelt sich die Prominenz der Hauptstadt, was um so beachtlicher ist, da der Candomblé-Kult noch bis 1970 polizeilich verboten war.

Zur indigenen Bevölkerung Bahias gehören die Pataxó, die sich seit Jahren in Landkonflikten mit den Großgrundbesitzern der Provinz streiten. Sie waren die ersten Ureinwohner, die Kontakt mit den portugiesischen Eroberern hatten.

Städte[Bearbeiten]

Salvador da Bahia

Die größten Städte sind mit ihren Einwohnerzahlen vom 1. Juli 2004:

Porto Seguro
Fischer in Salvador da Bahia

Geschichte[Bearbeiten]

Canudos um 1895

1893 wurde von Antônio Conselheiro, einem katholischen Pfarrer, und seinen Anhängern in der Wüstenregion Sertão die Siedlung Canudos gegründet, die innerhalb kurzer Zeit auf ca. 20.000 Bewohner anwuchs. Der Bewegung gelang es, eine Art Kommunismus zu leben. Da sie jedoch von der Außenwelt abgeschirmt waren und keine Steuern zahlten, brach ein Bürgerkrieg zwischen Sertanejos und dem Militär aus. Am Ende des Krieges von Canudos wurde die Siedlung zerstört und fast alle Bewohner getötet.

Die Überlebenden siedelten sich teilweise in der Gegend von Rio de Janeiro an und gründeten dort eine der ersten Favelas. Einige Sprachforscher führen die Einführung des Begriffs „Favela“ für die Bezeichnung einer slumartigen Siedlung auf diese Gründung zurück, da „Favela“ ursprünglich eine Pflanze im Sertão bezeichnet.

Beim Ort Lobato wurden bei Explorationen am 21. Januar 1939 die ersten Erdöl-Lagerstätten Brasiliens entdeckt.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bulletin of the American Association of Petroleum Geologists, Bd. 34, Teil 1, S. 963 (englisch), abgefragt am 21. Januar 2012

-12.52-41.69Koordinaten: 13° S, 42° W