Johann IV. (Habsburg-Laufenburg)

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Johann IV. von Habsburg-Laufenburg (auch: Graf Hans oder liebevoll durch die Überlieferung der Salpeterer Der gute Graf Hänsli[1] aufgrund der ihm zugedachten vermeintlich verbürgten uralten Freiheiten und Rechte an die Freibauern auf dem Hotzenwald; * um 1355 vermutlich in Laufenburg; † 18. Mai 1408 auf Burg Balm) war der letzte Graf des Hauses Habsburg-Laufenburg, Landgraf im Klettgau, Herr zu Laufenburg und Rheinau, Herr zu Krenkingen bis 1398, dann zu Rotenberg[2] und Landvogt der Herrschaft Österreich im Thurgau, Aargau und auf dem Schwarzwald

Leben[Bearbeiten]

Johann IV. war der Sohn von Rudolf IV. (Habsburg-Laufenburg) († 1. Oktober 1383) und ( ∞ 9. Februar 1354) Elisabeth (Verena Isabella) Gonzaga von Mantua (1348–1380).[3]

Nachdem Albrecht III. die Regentschaft in den Vorlanden vorübergehend übernommen hatte, war Johann schließlich alt genug um die die Regentschaft selbst anzutreten. Zunächst verzichtete er gegen eine Zahlung von 2400 Gulden auf die Landvogteirechte seines Vaters in Schwaben und im Elsass. Die Vogteirechte über die Grafschaft und Burg Hauenstein und dem Schwarzwald verblieben hingegen ausdrücklich bei Johann. Außerdem musste er Schloss und Stadt Laufenburg an Herzog Leopold von Österreich verkaufen. Dieser Besitz hat er dann als österreichisches Mannlehen wieder übertragen bekommen. Seit dem Verkauf von Laufenburg lebte er überwiegend im Klettgau, möglicherweise auf der Burg Balm, auf dieser verstarb er in der Woche vor dem St. Urbanstag 1408[4].

1372 plante sein Vater ihn mit der Tochter Ulrichs von Rappoltstein, Herzlaude, zu verheiraten, er bot seinem Sohn den Klettgau, Die Burg Herznach, und 10000 Gulden in Gold oder „gleichwertigem“. Der Vertrag, ausgefertigt am 9. Dezember in Laufenburg ist erhalten,[5] sein Wunsch ging jedoch nicht in Erfüllung. Der Grund ist nicht überliefert, interessant ist wie er den Plan umsetzen möchte:

Es ist ouch ze wissende, wenne wir die vorgenanten zehen tusend guldin usgewisend, also vor geschribn stat, wenne wir danne den vorgenanten Uolrichen herren zuo Rapoltstein oder Brunen, sinen bruoder, ob er nut wer, mannent und an sie vordrent mit botten oder briefen, ze huse, ze hofe oder under ougen, die vorgenant Hercelauden unserm sune ze gebende und zu ze legende, das soellent sie tuon in dem nechsten manode nach der manunge und vorderunge unverzogenlich, ane alle widerrede und ane geverde [6]

etwa wörtlich übersetzt: »Es ist auch zu wissen, wenn wir die vorgenannten zehntausend Gulden ausweisen, wie vorher beschrieben steht, wenn wir dann den vorgenannten Ulrich von Rappoltstein, (den Bruder der Herzlaude) oder Bruno, seinen Bruder, auch wenn er nicht anwesend wäre, mahnen, und ihn auffordern mit Boten oder Briefen, zu Hause, zu Hofe oder unter (vier) Augen, die vorgenannte Herzlaude unserem Sohne zu geben und zuzulegen, das sollen sie dann tun, in dem nächsten Monate nach der Mahnung und Forderung, unverzüglich, ohne alle Widerrede und Gefährdung.« (Herzlaude heiratete dann einen Graf von Saarwerden).(Quelle und Abdruck in Aargovia, Band 18)

Johann heiratete Gräfin Agnes von (Hohen-)Landenberg-Greifensee. Mit dieser hatte er drei Töchter. Außerdem hatte Johann einen nicht legitimen Sohn Mauritz. Nach seinem Tod kam sein Besitz über die Erbtochter Ursula, die mit Rudolf III. von Sulz (durch Vermittlung dessen Vaters Hermann von Sulz), verheiratet war, an das Haus Sulz. Stadt und Herrschaft Laufenburg verkaufte er am 27. April 1386 an seinen Vetter Herzog Leopold von Österreich um 12.000 Gulden. Die Grafschaft Laufenburg fiel als erledigtes Lehen an Herzog Friedrich von Österreich und nach Erlöschen seiner Linie wieder an die Hauptlinie Habsburg.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus seiner Heirat mit Gräfin Agnes von [Hohen-]Landenberg-Greifensee entstammten:[3]

unehelich:

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fridolin Jehle, Geschichte der Stadt Laufenburg, Band 1, Die gemeinsame Stadt, 1979
  2. [1]| Urkunden auf regesta-imperii
  3. a b http://genealogy.euweb.cz/habsburg/habsburg3.html
  4. Joseph Bader, Die Grafen von Sulz, in: Badenia, 1840 Band 2, S. 134
  5. Abdruck in: Argovia Band 18: A. Münch: Regesten der Grafen von Habsburg der Laufenburger Linie, 1198 bis 1408. 2. Teil I.
  6. Abdruck in: Argovia Band 18: A. Münch: Regesten der Grafen von Habsburg der Laufenburger Linie, 1198 bis 1408. 2. Teil I.
  7. Nach Habsburg-Laufenburg und Neu Kyburg (pdf, auf habsburg.net) erlosch das Geschlecht mit Mauritius † 1408.
Vorgänger Amt Nachfolger
Rudolf IV. von Habsburg-Laufenburg Landgraf im Klettgau
13831408
Rudolf III. von Sulz