Habsburg-Laufenburg

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Wappen von Laufenburg mit dem Habsburger Löwen

Das Haus Habsburg-Laufenburg war von 1232 bis 1408 eine Seitenlinie der Habsburger, die jedoch nie die Bedeutung und Macht ihrer Verwandten erlangte. In der Schweiz und im heutigen Südbaden erlangten die Grafen von Habsburg-Laufenburg eine gewisse Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1232 erfolgte die Teilung des Hauses zwischen den Brüdern Albrecht IV. von Habsburg (dem Begründer der älteren Stammlinie) und Rudolf III. von Habsburg (dem Begründer der Laufenburger Linie, dann also Rudolf I. von Habsburg-Laufenburg). Die Teilung war zunächst nur eine Trennung der Verwaltungsaufgaben, hatte jedoch ab 1270 auch territoriale Auswirkungen. Die Laufenburger Besitzungen befanden sich im Frickgau mit dem Sitz auf der Burg Laufenburg, im Albgau mit der Burg Hauenstein, im Aargau mit der Burg Stein sowie in Obwalden, der Ostschweiz und in der Grafschaft Klettgau. Der Aufbau einer flächendeckenden Territorialherrschaft gelang nicht. Die Zubenennung nach Laufenburg ist eine nur selten belegte, erstmals 1257 verwendete Fremdbezeichnung. Die Grafen selbst benannten sich stets nur nach Habsburg, im 14. Jahrhundert teilweise mit dem Zusatz Herr zu Laufenburg.

Die Laufenburg um 1654

Durch die Heirat Rudolfs III. von Habsburg-Laufenburg († 1315) mit Elisabeth von Rapperswil, der Schwester des letzten Grafen von Rapperswil, erbte Johann I. die umfangreichen Besitzungen der Rapperswiler im Zürichgau und die Stadt Rapperswil. Johann wurde 1336 wegen seiner Schulden in die Auseinandersetzungen um die Zürcher Zunftrevolution hineingezogen und fand 1337 in der Schlacht bei Grynau gegen den Zürcher Bürgermeister Rudolf Brun den Tod. Seine minderjährigen Kinder wuchsen am Hof der Habsburger auf.

Johann II. beteiligte sich 1350 an dem Versuch (Zürcher Mordnacht), Bürgermeister Brun in Zürich zu stürzen, weil ihm dessen Gegner einen Schuldenerlass zugesichert hatten. Der Plan wurde jedoch verraten, und der Graf geriet dadurch in Zürich im Wellenberg für drei Jahre in Gefangenschaft. Dort schrieb er das Minnelied Blümli blawe, welches Goethe auf seiner dritten Schweizer Reise entdeckte und zu seinem Gedicht Das Blümlein wunderschön/Lied des gefangenen Grafen umarbeitete. Die Festungen in Rapperswil und Altendorf wurden von Brun zerstört. Erst nach einer Intervention seiner Verwandten wurde Johann wieder freigelassen, musste jedoch 1354 seine Güter am oberen Zürichsee an Herzog Albrecht von Österreich verkaufen und der Stadt Zürich Urfehde schwören.

Das Münzrecht der Grafen wurde 1363 an die Stadt Laufenburg verpfändet, 1408 ging es endgültig an die Stadt. Bis 1386 gingen die meisten Besitzungen des Hauses Habsburg-Laufenburg an die Hauptlinie der Habsburger, darunter Stadt und Burg Laufenburg. Johann IV., der letzte der Laufenburger Linie, starb 1408 ohne erbberechtigte männliche Nachkommen. Durch die 1410 erfolgte Heirat seiner Tochter Ursula mit Graf Rudolf III. von Sulz kam die Landgrafschaft Klettgau an die Grafen von Sulz.

Stammliste der Linie Habsburg-Laufenburg (Rudolfinische Linie)[Bearbeiten]

  1. Rudolf III. der Schweigsame Graf von Habsburg, dann I. Graf von Habsburg-Laufenburg (1227 - † 1249) ∞ Gertrud (* vor 1227, belegt 1243–1253) aus dem Geschlecht der Freiherren von Regensberg
    1. Gottfried I. (1239 - † 1271), Graf von Habsburg-Laufenburg ∞ Adelheid von Freiburg, Schwester des Konrad Graf von Urach-Freiburg
      1. Rudolf III. (* 15. Juli 1270, † 22. Dez 1314), Graf von Habsburg-Laufenburg, 1296 mit
        ∞ (I) Elisabeth von Rapperswil († 1309), aus dem Haus der Grafen Rapperswil (Witwe des Ludwig Grafen von Homberg)
        ∞ (II) Maria von Oettingen († 1369)
        1. Johann I. (* um 1297 † 20.–30. Sept. 1337), Graf von Habsburg-Laufenburg, Landgraf des Klettgau, ∞ Agnes von Werd († nach 9. Februar 1354), Tochter des Sigismund Landgraf des Unter-Elsaß
          1. Johann II. († 17. Dez. 1380), Graf von Neu-Rapperswil (Wellenberg) ∞ Verena von Neufchatel-Blamont Mit seinem Bruder Rudolf um 1353/54 und danach nochmals ab 1364 in Italien als Condottiere, er wurde dort Il Conte Menno (Graf ohne Bart) genannt, Rückkehr April 1372.
            1. Johann III. († 11. Jan. 1392), Graf von Rotenberg im Sundgau bis 1389, dann im Klettgau zu Krenkingen
          2. Rudolf IV. (*um 1322† 1383), Graf von Habsburg-Laufenburg, Landgraf im Sissgau und Klettgau, Landvogt in Schwaben und Oberelsaß ∞ Elisabeth Gonzaga von Mantua (1354–1384)
            1. Johann IV. († 18. Mai 1408 auf Burg Balm), Graf von Habsburg-Laufenburg, Landgraf im Klettgau, Herr zu Laufenburg und Rheinau, Herr zu Krenkingen bis 1398, dann zu Rotenberg[1], Landvogt der Herrschaft Österreich im Thurgau, Aargau und Schwarzwald ∞ Agnes von Landenberg-Greifensee
              1. Ursula (Letzte Tochter von Habsburg - Laufenburg) ∞ Rudolf III. von Sulz (Linie Klettgau) († zwischen 1434–1454), Landgraf im Klettgau ab 1408, aus dem Haus der Grafen von Sulz
                1. Johann von Sulz
                2. Rudolph von Sulz
                3. Alwig X. von Sulz
              2. Agnes (die Ehe mit Graf Donat von Toggenburg († 1400) ist nicht gesichert)
              •unehelich:
              1. Mauriz
              ausgestorbene Linie
            2. unbekannte Tochter ∞ (vor 18. Juni 1400) Maximilian (Smasmann) von Rappoltstein
            3. Elisabeth ∞ Johannes II. von Waldburg, Truchsess von Waldburg[2]
          3. Gottfried II. (*um 1326 † 1375), Landgraf im Klettgau bis 1365, Graf von Alt-Rapperswil ∞ (I) Agnes von Teck (II) unbekannte Frau von Ochsenstein
          4. Adelheid († vor 1370) ∞ Heinrich IV. Graf von Montfort-Tettnang
          5. Agnes, Chorfrau im Damenstift Säckingen (belegt 1354)
          6. Katharina, Nonne im Kloster Königsfelden
          7. Verena († nach 9. Februar 1354) ∞ (I) Philippino Gonzaga von Mantua (1328 - † 5. April 1356) (II) Burkhard VIII. Graf von Hohenberg zu Nagold (1346 - 1357; † 1362/81 ?)
        • unehelich mit Elisabeth von Strättlingen
        1. Petrus von Dietikon
    2. Wernher († vor 30. Juli 1253)
    3. Gottfried I. (1239-† 1271), Graf von Habsburg-Laufenburg ∞ Adelheid von Freiburg, Schwester des Konrad Graf von Urach-Freiburg 2.? Elisabeth von Ochsenstein
    4. Rudolf II. († 1293), Bischof von Konstanz
    5. Otto (1. August 1253), Deutschordensritter
    6. Eberhard I. († 1284), Graf von Kyburg ∞ Anna von Kyburg → Begründer des Hauses Habsburg-Kyburg (Neu-Kyburg) (erloschen 1417, dann zu Habsburg)
    • unehelich, Zuordnung unsicher:
    1. Rudolf von Dietikon, Chorherr zu Zürich

Die Laufenburger-Linie ging - im männlichen Stamm – am 18. Mai 1408 mit dem Tode von Johann IV. (Graf Hans IV. genannt) unter. Auch die anderen Johanns der Linie sind in der Literatur auch unter Han(n)s von Habsburg-Laufenburg zu finden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]| Urkunden auf regesta-imperii
  2. http://genealogy.euweb.cz/waldburg/waldburg1.html#J2

Literatur[Bearbeiten]

  • Andre Gutmann: Habsburg-Laufenburg, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Grafen und Herren, hg. von Werner Paravicini, bearb. von Jan Hirschbiegel, Anna Paulina Orlowska und Jörg Wettlaufer (Residenzenforschung, hg. von der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Bd. 15.IV), Ostfildern 2012, S. 541-550.
  • Arnold Münch: Die Münze zu Laufenburg: Beiträge zur Geschichte des schweizerisch-oberrheinischen Münzwesens vom 14. bis 17. Jahrhunderts nebst einem Abriß der Geschichte der Grafen von Habsburg-Laufenburg, in: Argovia 8 (1874), S. 318–418 (doi:10.5169/seals-21231).
  • Arnold Münch: Regesten der Grafen von Habsburg, laufenburgischer Linie 1198–1408 in: Argovia, 10 (1879), S. 123-298 (doi:10.5169/seals-22568)
  • Arnold Münch: Regesten der Grafen von Habsburg, laufenburgischer Linie 1198–1408 - Zweiter Theil in: Argovia, 18 (1887), S. 1-100 (doi:10.5169/seals-28008)
  • Arnold Münch: Regesten der Grafen von Habsburg, laufenburgischer Linie 1198–1408 - Zweiter Theil, II. Hälfte in: Argovia, 19 (1888), S. 1-42 (doi:10.5169/seals-28571)
  • Bruno Meyer: Studien zum habsburgischen Hausrecht II/III, in: Zeitschrift für Schweizerische Geschichte 27 (1947), S. 36–60 (doi:10.5169/seals-76468).
  • Bruno Meyer: Habsburg-Laufenburg und Habsburg-Österreich, in: Zeitschrift für Schweizerische Geschichte 28 (1948), S. 310–343 (doi:10.5169/seals-76876).
  • Christoph Brunner: Zur Geschichte der Grafen von Habsburg-Laufenburg. Aspekte einer süddeutschen Dynastie im späten Mittelalter, Samedan 1969.
  • Fridolin Jehle: Laufenburg – Die gemeinsame Stadt, 1979.
  •  Alex Baumgartner: Was Habsburg im Habsburgeramt zu suchen hat. In: Rontaler Brattig. 2002, S. 63–67 (2.44 MB, http://www.ortsnamen.ch/Texte/Baumgartner_Habsburgeramt.pdf, abgerufen am 21. August 2010).
  • Georg von Wyß, Karl Bartsch: Habsburg-Laufenburg, Graf Rudolf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 284–288. (Familienartikel)