Johannes Gelbke

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Johannes Gelbke

Johannes Gelbke (* 19. Juli 1846 in Radeberg; † 1903 in Buffalo) war ein deutscher Komponist und Musiker. Bekannt wurde er vor allem in Deutschland durch sein Lied „Horch! Die alten Eichen rauschen ...“ (Heimkehr).

Leben[Bearbeiten]

Der Komponist und Musiker wurde in Radeberg in der Stolpener Straße 7 geboren (heute Gedenktafel am Haus), er war in Radeberg Chorknabe und später im Dresdner Kreuzchor. Dort verfasste und veröffentlichte er seine ersten Kompositionen.

Auf Anraten seiner Lehrer ging Gelbke nach Leipzig und studierte am dortigen königlichen Konservatorium. In Leipzig lebte und arbeitete er bis zu seiner Abreise in die USA (Polizeiliche Abmeldung am 22.November 1882)[1]. Er bekam ein Angebot als Leiter eines Chores und kam so im Dezember 1882 in die Vereinigten Staaten von Amerika. Am 14. Dezember 1882 kam er in Buffalo an und nahm seinen neuen Posten für die folgenden drei Jahre an. Außerdem war Gelbke mehrere Jahre der Leiter des Sängerbundes in Buffalo. Am 27. Dezember 1887 heiratete er in Buffalo die ebenfalls aus Deutschland stammende Mathilde Margarethe Hütter.

Entgegen bisheriger Überlieferungen hatte er bereits vor seiner Abreise aus Deutschland im November 1882 das Gedicht Heimkehr von Emil Schimpke vertont[1]. Noch heute wird es von Männerchören gesungen. Über seinen Tod ist nichts bekannt.

Text des Liedes „Heimkehr“[Bearbeiten]

(Orthografie und Satz gemäß Original in [2])

Horch! Die alten Eichen rauschen
Immer noch dasselbe Lied;
Sonst ist alles anders worden,
seit ich aus der Heimat schied.
Mit Geleit zog ich von hinnen,
Fremd und einsam zieh ich her,
Herz, wie bist du voll von Sehnen!
Heimat, ach, wie bist du leer!
Nur die alten Kirchenglocken
Singen ihren frommen Sang,
Sonst hat Willkomm' mir geboten
Keiner lieben Stimme Klang,
Und kein glänzend Auge wünschte
Freundlich mir zur Heimkehr Glück.
Herz! Die Heimat ward zur Fremde,
Warum kehrtest du zurück?
Nur der Wald hat dir erhalten
Hinterm beerenreichen Haag
Wohlbekanntes Grünen, Blühen
Und den alten Finkenschlag;
Leises Flüstern, Jugendträume,
Heimisch Wehen, Herzensfried';
Und die alten Eichen rauschen
Immer noch dasselbe Lied!

Gelbkehain[Bearbeiten]

Anlässlich seines 100. Geburtstages wurde am 19. Juli 1946 in seiner Geburtsstadt Radeberg ein Park zu seinen Ehren in Gelbkehain umbenannt. Die Anlage befindet sich in der Innenstadt, unmittelbar am Lauf der Großen Röder. Ein ebenfalls 1946 errichteter Gedenkstein erinnert hier an Gelbke.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Klaus Schönfuß: Johannes Gelbke (1846-1903), ein Radeberger Komponist geht nach Amerika; in: Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte Band 12. Hrsg.: Große Kreisstadt Radeberg in Zusammenarbeit mit der AG Stadtgeschichte, Radeberg 2014.
  2.  Emil Schimpke: Gedichte. Dieterichsche Verlagsbuchhandlung Theodor Weicher, Leipzig 1909. OCLC 699874400
3. Ausarbeitung von Gottfried Beier, Radeberg
4. Chronik des Männerchors Ottendorf-Okrilla

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Schönfuß: Johannes Gelbke (1846-1903), ein Radeberger Komponist geht nach Amerika; in: Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte, Band 12, 2014; Hrsg.: Große Kreisstadt Radeberg in Zusammenarbeit mit der AG Stadtgeschichte

Weblinks[Bearbeiten]