Salzwedel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Salzwedel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Salzwedel
Salzwedel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Salzwedel hervorgehoben
52.8511.1519Koordinaten: 52° 51′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 304,57 km²
Einwohner: 24.282 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 29410, 29413, 29416
Vorwahlen: 03901, 039032, 039033, 039037, 039038
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 455
Adresse der
Stadtverwaltung:
An der Mönchskirche 5
29410 Salzwedel
Webpräsenz: www.salzwedel.de
Oberbürgermeisterin: Sabine Danicke (parteilos)
Lage der Kreisstadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-Winterfeld Arendsee (Altmark) Beetzendorf Dähre Diesdorf Gardelegen Jübar Kalbe (Milde) Klötze Kuhfelde Rohrberg Salzwedel WallstaweKarte
Über dieses Bild

Die Hansestadt Salzwedel [ˈzaltsveːdəl] ist Kreisstadt des Altmarkkreises Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Salzwedel liegt im nordwestlichen Teil der Altmark an der Einmündung der Salzwedeler Dumme in die Jeetze. Benachbarte regional bedeutsame Städte sind Uelzen (im Westen, 44 km), Lüchow (im Norden, 12 km), Gardelegen (im Süden, 41 km) und Arendsee (im Osten, 24 km).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Als Ortschaften der Stadt sind ausgewiesen (in Klammern angegeben sind die zugehörigen Ortsteile[2], falls die Ortschaft mehrere Ortsteile umfasst):

Geschichte[Bearbeiten]

Salzwedel um 1650

Frühgeschichte und erster Siedlungsbeginn im Raum des Stadtgebietes[Bearbeiten]

Die frühesten archäologischen Funde, die auf eine Ansiedlung hinweisen, befinden sich weit außerhalb des heutigen Innenstadtbereichs. Allerdings ist ein Gerät aus Salzwedel bisher als „echt“ zu bezeichnen und könnte etwa 200.000 Jahre alt sein – also aus der Altsteinzeit. Es stammt aus einer Kiesgrube westlich der Stadt vom Lichtenberg. Im benachbarten Wendland, insbesondere aus der Umgebung um Lüchow, sind sehr viel mittel- und jungsteinzeitliche Fundplätze bekannt, die teilweise ausgegraben wurden und noch werden. Somit kann man davon ausgehen, dass seit mindestens 200.000 Jahren die nähere Umgebung um Salzwedel immer wieder durch Gruppen von Jägern und Sammlern aufgesucht wurde.

Nach der letzten Eiszeit, die etwa vor 14.000 Jahren endete, befand sich zwischen Salzwedel und Wustrow im Wendland ein See. Menschen, die zeitweise an den Ufern des Sees siedelten, hinterließen viele Feuersteingeräte, aber auch Geweih- und Knochengeräte. Einzelne dieser Geweihgeräte wurden in der Jeetze gefunden.

Auch in der mittleren und späten Jungsteinzeit (etwa 3600–2000 v. Chr.) stammen nur wenige Stücke aus dem Stadtgebiet. Ein spätbronzezeitlicher Fund vom alten Wasserwerk und ein Gräberfeld (etwa an der heutigen B71) deuten auf eine ständige Besiedlung des näheren Stadtgebiets Salzwedels seit etwa 1000 v. Chr. hin. In der frühen Eisenzeit bestand ein Friedhof etwa auf diesem Gebiet (ab 700 v. Chr.) und es entstand ein neuer Friedhof namens „Auf dem hohen Felde“, also ganz in der Nähe. Zum Ende der vorrömischen Eisenzeit ab ca. 200 v. Chr. werden neue Friedhöfe auf dem Perver Windmühlenberg (südöstlich von Salzwedel) und auf dem ehemaligen Exerzierplatz bei Kricheldorf (südlich von Salzwedel) angelegt. Aus der spätrömischen Kaiserzeit und der Völkerwanderung (180–500 n. Chr.) gibt es bisher nur sehr wenige Einzelfunde.

Mittelalter und die Salzwedeler Burg als Beginn der Stadtentwicklung[Bearbeiten]

Burggarten und Mönchskirche

Seit dem Jahr 800 ist eine Siedlung an der Stelle der heutigen Stadt bekannt, die sich in Nachbarschaft einer Burg, der Burg Salzwedel, befand. Der alte Name Soltwidele weist auf eine Furt durch die Jeetze an der alten Salzstraße hin. Im Jahre 1112 wird die Burg bei Salzwedel zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Salzwedel führt seine Stadtgründung auf Albrecht den Bären (1100–1170) aus dem Hause der Askanier zurück, der zeitweilig auf der Burg Salzwedel lebte; die erste Bezeichnung als „Stadt“ datiert aus dem Jahre 1233. Ab 1247 entstand unmittelbar nordöstlich der Altstadt die Neustadt als planmäßige Gründung und eigenständige Stadt. Beide Städte lagen innerhalb der Stadtmauer. Erst im Jahr 1713 wurden Altstadt und Neustadt vereinigt. Von 1263 bis 1518 war Salzwedel Mitglied der Hanse.

Reformation und Neuzeit[Bearbeiten]

In der im 18. Jahrhundert ausgestorbenen polabischen („wendischen“) Sprache der Gegend wurde Salzwedel Ljosdit (Lôsdît, Lósdy) genannt, welches eventuell von ljos (slawisch lěsă, „Wald“) abgeleitet wurde.

Die Reformation fasste in Salzwedel 1541 Fuß. Der Dreißigjährige Krieg brachte die Stadt an den Rand des Ruins, ohne dass sie belagert wurde. Grund dafür war die Einquartierung fremder Truppen. 1870 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss. In der Folge kamen weitere Strecken hinzu.

Von 1900 bis heute[Bearbeiten]

Entkerntes Fachwerkhaus (1990)
Turm des ehemaligen Rathauses der Neustadt

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand Hoyersburg als Ortsteil von Salzwedel. Die Gründung der Siedlung erfolgte vorrangig, um Russlanddeutsche, die vor allem als Forstarbeiter für die Stadt tätig waren, anzusiedeln.

Während des Zweiten Weltkrieges war ab 1942 auf dem Gelände einer Düngemittelfabrik in der Gardelegener Straße ein Lager für Zwangsarbeiter eingerichtet, das von Ende Juli 1944 bis zum 14. April 1945 als Außenlager Salzwedel, ein Frauenlager des KZ Neuengamme, weiter betrieben wurde. Anfänglich 400 und später bis zu 1.500 zumeist jüdische Frauenhäftlinge unterschiedlicher Nationalitäten mussten für die Draht- und Metallfabrik Salzwedel, eine Tochterfirma der Magdeburger Polte-Werke, in zwei 12-Stunden-Schichten Schwerstarbeit in der Munitionsherstellung verrichten. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden immer mehr Frauen aus anderen Konzentrationslagern vor den anrückenden Alliierten ins Lager Salzwedel transportiert und am 14. April 1945 befreite die 9. US-Armee dort 3.000 Häftlinge.[3]

Die Gestapoleitstelle Magdeburg betrieb des Weiteren im Ort im Rahmen der Brabag ein Zwangsarbeiterlager für sogenannte Halbjuden.

Ein Bombenangriff am 22. Februar 1945 zerstörte den Bahnhofsbereich und forderte etwa 300 Tote. Die mittelalterliche Altstadt blieb jedoch weitgehend erhalten, da Ziele des Angriffs die Bahnstrecken und Industriegebäude waren. Zur DDR-Zeit verfielen allerdings zahlreiche alte Häuser.

Von 1946 bis 1950 war Salzwedel eine kreisfreie Stadt. 1952 wurde es dem neugegründeten Bezirk Magdeburg zugeordnet.

In der DDR wurde die Stadt von April 1971 bis April 1986 Standort der Hubschrauberstaffel 16 der Fliegerkräfte der Grenztruppen der DDR, danach noch Außenstelle des Standortes Nordhausen, zuletzt mit Hubschraubern der Typen Mil Mi-2 und Mil Mi-8.

Seit dem 1. April 2008 trägt die Stadt den Namenszusatz Hansestadt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 – 20.614
  • 1999 – 20.499
  • 2000 – 20.349
  • 2001 – 20.130
  • 2002 – 19.926
  • 2003 – 21.360
  • 2004 – 21.070
  • 2005 – 21.316
  • 2006 – 20.777

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Eingemeindungen nach Salzwedel fanden in den Jahren 1908 (Perver), 1950 (Böddenstedt)[4], 1974 (Krinau)[4], 2003 (drei Gemeinden)[5], 2005 (Stappenbeck)[6], 2009 (Benkendorf)[7], 2010 (zehn Gemeinden)[8] und 2011 (zwei Gemeinden)[9] statt.

Sortierbare Tabelle:

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Andorf 1. Mai 1992 Eingemeindung nach Henningen
Barnebeck 1. Mai 1992 Eingemeindung nach Henningen
Benkendorf 1. Januar 2009
Böddenstedt 1. Juli 1950
Bombeck 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Osterwohle
Brewitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Dambeck
Brietz 1. Januar 2003
Buchwitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Stappenbeck
Cheine 1. März 1973 Eingemeindung nach Seebenau
Chüden 1. Januar 2010
Chüttlitz 1. März 1973 Eingemeindung nach Brietz
Dambeck 1. Januar 2003
Depekolk 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Liesten
Eversdorf 1. August 1972 Zusammenschluss mit Wieblitz zu Wieblitz-Eversdorf
Gerstedt 1. Oktober 1972 Eingemeindung nach Osterwohle
Grabenstedt 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Andorf
Groß Chüden 1. Dezember 1972 Zusammenschluss mit Ritze zu Chüden
Groß Grabenstedt 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Klein Grabenstedt zu Grabenstedt
Groß Wieblitz 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Klein Wieblitz zu Wieblitz
Henningen 1. Januar 1974
1. Mai 1990
1. Januar 2010
Eingemeindung nach Langenapel,
Ausgliederung aus Langenapel,
Eingemeindung nach Salzwedel
Hestedt 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Andorf
Jahrsau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Jeebel
Jeebel 1. Januar 1963 Eingemeindung nach Riebau
Kemnitz 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Ziethnitz zu Steinitz
Klein Chüden 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Ritze
Klein Grabenstedt 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Groß Grabenstedt zu Grabenstedt
Klein Gartz 1. Januar 2010
Klein Wieblitz 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Groß Wieblitz zu Wieblitz
Königstedt 1. Januar 1992 Eingemeindung nach Pretzier
Kricheldorf 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Sienau zu Krinau
Krinau 15. März 1974
Langenapel 1. Januar 2010
Liesten 1. Januar 2010
Mahlsdorf 1. Januar 2003
Maxdorf Eingemeindung nach Mahlsdorf
Osterwohle 1. Januar 2010
Perver 1. Juli 1908
Pretzier 1. Januar 2010
Riebau 1. Januar 2010
Ritze 1. Dezember 1972 Zusammenschluss mit Groß Chüden zu Chüden
Rockenthin 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Andorf
Seebenau 1. Januar 2010
Sienau 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Krichelsdorf zu Krinau
Stappenbeck 1. Januar 1974
1. Mai 1990
1. Januar 2005
Eingemeindung nach Mahlsdorf,
Ausgliederung aus Mahlsdorf,
Eingemeindung nach Salzwedel
Steinitz 1. Januar 2011
Tylsen 1. Januar 2010
Wieblitz 1. August 1972 Zusammenschluss mit Eversdorf zu Wieblitz-Eversdorf
Wieblitz-Eversdorf 1. Januar 2011
Wistedt 1. Oktober 1972 Eingemeindung nach Osterwohle
Ziethnitz 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Kemnitz zu Steinitz

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenkstein am ehemaligen Häftlingslager Gardelegener Straße für die bei Zwangsarbeit umgekommenen Frauenhäftlinge des Außenlagers
  • Grabstätten einschließlich eines Sowjetischen Ehrenhains auf dem Perver Friedhof in der Arendseer Straße für über 500 bei Zwangsarbeit umgekommene Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt wurden
  • Gedenkanlage am Stadtrand bei der Ritzer Brücke für 244 KZ-Häftlinge, die im April 1945 bei einem Todesmarsch aus einem der KZ-Außenlager ihr Leben verloren haben
  • Grabstätten auf dem Neustädter Friedhof für neun namentlich bekannte Frauenhäftlinge des Außenlagers, die Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Dambeck für zwölf ermordete KZ-Häftlinge, die im April 1945 Opfer in einem Transportzug, dem sogenannten Verlorenen Zug, aus dem KZ Bergen-Belsen wurden
  • Am 26. Juni 2010 verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig an fünf Standorten in Salzwedel (in der Altperverstraße, in der Burgstraße und in der Neuperverstraße) insgesamt 16 Stolpersteine für 13 deportierte jüdische Einwohner Salzwedels und 3 überlebende Kinder.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Stadtrats:

Partei/Wählergruppe Prozent Sitze
CDU 27,08 10
Linke 23,11 8
SPD 13,98 5
FDP 2,26 1
Grüne 4,35 2
Piraten 1,36 -
WG Salzwedel-Land 13,35 5
Freie Liste Für Salzwedel 8,95 3
Bürgerbund Salzwedel 2,47 1
Die Hanseaten 3,08 1

[10]

Zusätzlich gehört dem Stadtrat die Oberbürgermeisterin an.

Stadtverwaltung[Bearbeiten]

Am 9. März 2008 wurde die parteilose Sabine Danicke zur Bürgermeisterin der Hansestadt Salzwedel gewählt. Auf Grund der Eingemeindung von Steinitz und Wieblitz-Eversdorf zum 1. Januar 2011 stieg die Einwohnerzahl Salzwedels über 25.000, so dass Sabine Danicke seither die Amtsbezeichnung Oberbürgermeisterin führt.[11]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten in Silber; vorn ein halber roter Adler mit goldener Bewehrung und Brustspange, daneben ein aufgerichteter roter Schlüssel mit rückgewendetem Bart; hinten ein roter Adler mit goldener Bewehrung und Brustspangen, in den Fängen zwei liegende rote Schlüssel pfahlweise, über die Schwingen gestülpt zwei stahlfarbene Kübelhelme mit schwarzem goldverziertem Flug, in der Halsbeuge ein sechseckiger goldener Stern.“

Vor 1713 waren die Alt- und Neustadt von Salzwedel zwei getrennte Städte mit eigenen Wappen. Die Geschichte der Wappen lässt sich an der Entwicklung der Siegelbilder beider Städte verfolgen. Ursprünglich führte die Altstadt einen ganzen Adler, in den Fängen einen liegenden Schlüssel. Das oben blasonierte Altstadtwappen entwickelte sich erst später im Laufe des Mittelalters. Nach Vereinigung von Altstadt und Neustadt setzte man beide Wappen nebeneinander in einen Schild. Die Altstadt führte den halben brandenburgischen Adler mit aufgerichtetem Schlüssel, die Neustadt den ganzen brandenburgischen Adler mit zwei liegenden Schlüsseln, zwei Helmen und Stern.

Flagge[Bearbeiten]

Die Farben der Hansestadt Salzwedel sind Silber (Weiß) – Rot. Die Stadtflagge zeigt in der Längsrichtung eine weiße und eine rote Hälfte. In der Mitte befindet sich das Stadtwappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Salzwedel unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neuperver Tor
Typische Fachwerkhäuser
Häuser an der Jeetze

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ehemalige Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das Haus Schwarzer Adler neben dem Rathausturm ist ein ehemaliger Teil des Neustädter Rathauses, dessen gotisches Obergeschoss 1801 abgetragen wurde. Seit 1820 ist es nicht mehr in städtischem Besitz.
  • 1797 wurde die Nikolaikirche in der Altstadt abgerissen.

Musik und Bands[Bearbeiten]

Einer der Protagonisten in der Salzwedeler Bandgeschichte ist die Post-Punk-Band Rosengarten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die größte und traditionsreichste Veranstaltung ist der jährlich stattfindende Dionysiusmarkt, kurz Nysmarkt. Er findet als großes Stadtfest um den Tag der Deutschen Einheit statt. Als weitere regelmäßige Veranstaltung hat sich das Hansefest Anfang Juni etabliert. Ergänzt werden die regelmäßigen Veranstaltungen durch Kneipennacht, Weinfest und Lichternacht.

Als großes Konzertevent findet jährlich das Bundesfinale des Bandwettbewerbs Local Heroes statt. Der Contest wird seit 1990 in Deutschland ausgetragen, und vom Verein „Aktion Musik / local heroes e.V.“ (Salzwedel) organisiert und koordiniert.

Früher war das Parkfestival als ein im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindendes Musikfestival mit mehreren tausend Besuchern und Beteiligung von nationalen und internationalen Bands und Musikern überregional bekannt. Aufgrund der hohen Kosten und dem Sparzwang der Gemeinden wurde es seit 2008 nicht mehr durchgeführt. Auch das Smack-Festival, später Chemical Bash, eines der größten Hard-Rock-Festivals Sachsen-Anhalts, fand in Salzwedel statt.

Sport[Bearbeiten]

Die Stadt war ein Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung.

Es gibt mehrere Sportvereine, wie den SV Eintracht Salzwedel 09, ESV Lok Salzwedel, SV Brietz, BSV Salzwedel, Freizeit & Sport Siebeneichen e.V., Reitverein St. Georg Salzwedel, die Schützengilde der Stadt Salzwedel und der Schiffsmodellclub Salzwedel 1985.

Darüber hinaus gibt es einige Salzwedeler Sportler, die auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich waren, wie Doris Maletzki, Irmgard Praetz, Petra Westing und Thomas Ulbricht.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Spezialitäten aus Salzwedel sind der Salzwedeler Baumkuchen,[12] die Altmärkische Hochzeitssuppe, Tiegelbraten (Hammelfleisch) und das Zungenragout.

Religionen[Bearbeiten]

Rund 80 Prozent der Einwohner Salzwedels sind konfessionslos.

Die meisten Einwohner, die einer Kirche oder anderen Religionsgemeinschaft angehören, sind evangelisch. Die Gemeinden sind innerhalb der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland organisiert. Die katholische Pfarrgemeinde St. Laurentius gehört administrativ zum Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg. Die Gottesdienste der Gemeinde werden in der Lorenzkirche abgehalten.

In Salzwedel gibt es Gemeinden verschiedener Freikirchen. Hierzu gehören die Adventgemeinde, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) sowie eine Pfingstgemeinde.

Die Neuapostolische Kirche ist ebenfalls vor Ort vertreten.

Im deutschlandweiten Vergleich gering ist heutzutage die Anzahl der Angehörigen des Islam und des Judentums.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Schlangestehen nach Baumkuchen zur DDR-Zeit

Der Salzwedeler Baumkuchen, der heute hier in mehreren Betrieben produziert wird, ist über die deutschen Grenzen bekannt. Die „Erste Salzwedeler Baumkuchen-Fabrik“ gründete sich hier bereits 1808 [13] und wurde 1865 „Königlicher Hoflieferant“. König Wilhelm I, der spätere Deutsche Kaiser besuchte damals die Stadt. 1958 zur DDR-Zeit wurde das Unternehmen enteignet. Im Alter von 72 Jahren wurde die Inhaberin zu zwei Jahren Haft verurteilt. Man legte ihr zur Last, durch den Versand des Baumkuchens in die Bundesrepublik der DDR-Bevölkerung wertvolle Rohstoffe entzogen zu haben. 1990 erfolgte die Rückgabe des enteigneten Unternehmens.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Die B 71 (Halle–Gardelegen–Salzwedel–Uelzen–Bremerhaven) quert Salzwedel in Nordwest-Südost-Richtung und die B 248 (Northeim –Wolfsburg–Salzwedel–Dannenberg) in Süd-Nord-Richtung, während die B 190 (Salzwedel–ArendseeSeehausen) in östlicher Richtung von Salzwedel ausgeht. Salzwedel ist der von einer Autobahnauffahrt am weitesten entfernte größere Ort Deutschlands (Stand: November 2012).[14] Zur A 39 nach Lüneburg sind es 80,9 km, zur A 2 am Dreieck zur A 14 81,4 km und zur A 39 in Wolfsburg 59,5 km. Eine Altmark-Autobahn von Magdeburg über Stendal und Osterburg bis zum Dreieck Schwerin befindet sich in Planung (A 14). Ursprünglich (1995) war eine X-Variante in Planung, welche auch durch den ADAC befürwortet wurde. Diese Lösung sah ein Autobahnkreuz Salzwedel aus verlängerter A 39 und A 14 vor.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Salzwedel
Bahnhof Salzwedel

Die einzige genutzte Eisenbahnverbindung ist die Bahnstrecke Stendal–Uelzen, die ursprünglich Bremen mit Berlin verband und als sogenannte Amerikalinie bis nach Bremerhaven zur Columbuskaje weiterführte. Salzwedel liegt an dem nach Ende der deutschen Teilung Richtung Uelzen wieder befahrbaren Teilstück StendalUelzen. Auf dieser Strecke bestehen Verbindungen durch einen Regional-Express in Richtung Uelzen und StendalMagdeburgHalle sowie durch eine Regionalbahn in Richtung Stendal, die alle Unterwegsbahnhöfe bedient. Einmal täglich verkehrt ferner ein EuroCity-Zugpaar nach Uelzen–LüneburgHamburg und Stendal–BerlinBreslau. Im Wochenendverkehr hält außerdem ein InterCity auf der Verbindung Berlin–Stendal–Uelzen–Hamburg in Salzwedel.

Die Strecke nach Oebisfelde wurde 2002 und die Strecke nach Wittenberge (über Arendsee (Altmark)) 2004 stillgelegt. Der Personenverkehr wurde durch landesbedeutsame Buslinien ersetzt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Die Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel mbH (PVGS) betreibt den Linienbusverkehr in Salzwedel.

Hilfsorganisationen[Bearbeiten]

  • Feuerwehr Salzwedel
  • Sanitätszug Salzwedel
  • THW OV Salzwedel

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Gemälde von Hermann Dietrichs: An der Stadtmauer von Salzwedel in der Altmark

in der Reihenfolge ihrer Geburt:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit Salzwedel verbundene Personen[Bearbeiten]

  • Nikolaus Krage († 1559), Theologe und Reformator, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Salzwedel
  • Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852), Turnvater, besuchte das Gymnasium Salzwedel
  • Johann Friedrich Danneil (1783–1868), Prähistoriker und Heimatforscher, Stadtchronist, Direktor des Salzwedeler Gymnasiums
  • Wilhelm Harnisch (1787–1864), Pädagoge und Schriftsteller, besuchte das Salzwedeler Gymnasium und beschrieb Salzwedel in Mein Lebensmorgen
  • Hermann Hager (1816–1897), Apotheker und Pharmazeut, Apothekerlehre in Löwenapotheke
  • Hermann Masius (1818–1893), Pädagoge, zeitweilig Gymnasiallehrer in Salzwedel
  • Bertha Behrens (1848–1912), Schriftstellerin (Pseudonym: Wilhelmine Heimburg), begann in Salzwedel mit dem Schreiben
  • Karl Söhle (1861–1947), Musikkritiker und Schriftsteller, besuchte das Salzwedeler Gymnasium und beschrieb Salzwedel in Der verdorbene Musikant
  • Anna Freiin von Welck (1865–1925), Äbtissin des Klosters Drübeck, letzte Herrin der Propstei Salzwedel
  • Max Adler (1867–1937), Pädagoge und Historiker, 1907-1932 Direktor des Salzwedeler Gymnasiums
  • Wilhelm Fehse (1880–1946), Pädagoge und Wilhelm-Raabe-Forscher, ab 1929 am Gymnasium in Salzwedel
  • Wilhelm Dieckmann (1889–1947), SPD-Politiker, Geschäftsführer der Mieter-Spar und Baugenossenschaft Salzwedel, Stadtrat und Mitglied des Kreisausschusses von Salzwedel
  • Ekkhard Verchau (* 1927), Historiker, aufgewachsen in Salzwedel
  • Michel Jacot (* 1940), Schauspieler und Maler, wuchs in Salzwedel auf
  • Siegfried Schneider (* 1946), Politiker, Bürgermeister und Stadtdirektor von Salzwedel
  • Reinhard Jirgl (* 1953), Schriftsteller, lebte 1953–1964 bei Großeltern in Salzwedel
  • Jürgen Stadelmann (* 1959), Politiker (CDU), Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt a. D.

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren. Berlin u.a. 2006, ISBN 3-631-54808-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Salzwedel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Salzwedel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Verzeichnis der Gemeinden und deren Ortsteile im Altmarkkreises Salzwedel (PDF; 17 kB)
  3. Hans Elger: In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 5, Hinzert, Auschwitz, Neuengamme. Beck-Verlag, München 2007, S. 314ff. ISBN 3-406-52965-8.
  4. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2011
  10. Wahlergebnis 2014 (PDF), abgerufen am 13. Juli 2014
  11. Altmark-Zeitung: Neuer Titel für Danicke
  12. Informationen zum Baumkuchen, abgerufen am 14. Dezember 2009
  13. http://www.baumkuchen-salzwedel.de/Seiten/Chronik.html
  14. Matthias Stolz: Deutschlandkarte Verkehrsanbindungen, Zeit Magazin vom 29. November 2012, S. 49, abgerufen am 22. Juli 2013