Salzwedel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Salzwedel
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Salzwedel hervorgehoben
Koordinaten: 52° 51′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Höhe: 19 m ü. NN
Fläche: 106,66 km²
Einwohner: 20.331 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29410
Vorwahl: 03901
Kfz-Kennzeichen: SAW
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 455
Adresse der Stadtverwaltung: An der Mönchskirche 5
29410 Salzwedel
Webpräsenz:
Bürgermeister: Sabine Danicke (parteilos)
Lage der Hansestadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel
Ahlum Algenstedt Altensalzwedel Altmersleben Flecken Apenburg Arendsee (Altmark) Badel Bandau Beetzendorf Benkendorf Berge Bierstedt Binde Bonese Bornsen Breitenfeld Brunau Chüden Daehre Dannefeld Diesdorf Dönitz Ellenberg Engersen Estedt Fleetmark Hansestadt Gardelegen Gieseritz Güssefeld Hanum Hemstedt Henningen Hohentramm Hottendorf Höwisch Immekath Jahrstedt Jävenitz Jeeben Jeetze Jeggau Jeggeleben Jerchel Jerchel Jeseritz Jübar Kahrstedt Kakerbeck Kalbe (Milde) Kassieck Kaulitz Kerkau Kläden Klein Gartz Kleinau Kloster Neuendorf Klötze Köckte Peckfitz Kuhfelde Kunrau Kusey Lagendorf Langenapel Leppin Letzlingen Liesten Lindstedt Lüdelsen Mechau Mehmke Mellin Mieste Miesterhorst Nettgau Neuekrug Neuendorf am Damm Neuendorf Neuferchau Neulingen Osterwohle Packebusch Potzehne Pretzier Püggen Rademin Riebau Ristedt Rohrberg Roxförde Sachau Hansestadt Salzwedel Sanne-Kerkuhn Schenkenhorst Schrampe Schwiesau Seebenau Seethen Sichau Siedenlangenbeck Solpke Steimke Steinitz Tangeln Thielbeer Tylsen Valfitz Vienau Vissum Wallstawe Wannefeld Wenze Wernstedt Wieblitz-Eversdorf Wiepke Winkelstedt Winterfeld Zethlingen Zichtau Ziemendorf
Karte

Die Hansestadt Salzwedel ist eine kreisangehörige Stadt in der Altmark im Nordwesten des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Sie ist Kreisstadt des Altmarkkreises Salzwedel und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Salzwedel-Land.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Salzwedel liegt im nordwestlichen Teil der Altmark an der Einmündung der Salzwedeler Dumme in die Jeetze. Benachbarte regional bedeutsame Städte sind Uelzen (im Westen, 44 km), Lüchow (im Norden, 12 km), Gardelegen (im Süden, 41 km) und Arendsee (im Osten, 24 km).

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Salzwedel gehören folgende Ortsteile:

  • Amt Dambeck
  • Böddenstedt
  • Brewitz
  • Brietz
  • Buchwitz (seit 1. Januar 2005)
  • Chüttlitz
  • Dambeck

Diese Ortsteile verteilen sich auf die Ortschaften wie folgt:

Ortschaft Stadt Salzwedel:

  • Stadt Salzwedel, Böddenstedt, Hoyersburg, Kricheldorf, Sienau

Ortschaft Brietz:

  • Brietz, Chüttlitz

Ortschaft Dambeck:

  • Amt Dambeck, Brewitz, Dambeck

Ortschaft Mahlsdorf:

  • Mahlsdorf, Maxdorf

Ortschaft Stappenbeck:

  • Buchwitz, Stappenbeck

[Bearbeiten] Geschichte

Salzwedel um 1650
Salzwedel um 1650

Seit dem Jahr 800 ist eine Siedlung an der Stelle der heutigen Stadt bekannt, die sich in Nachbarschaft einer Burg befand. Der alte Name Soltwidele weist auf eine Furt durch die Jeetze an der alten Salzstraße hin. Im Jahre 1112 wird die Burg bei Salzwedel zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Salzwedel führt seine Stadtgründung auf Albrecht den Bären (1100-1170) aus dem Hause der Askanier zurück, der zeitweilig auf der Burg Salzwedel lebte; die erste Bezeichnung als „Stadt“ datiert aus dem Jahre 1233. Ab 1247 entstand im Nordosten der Altstadt die Neustadt als planmäßige Gründung. Erst im Jahr 1713 wurden beide Städte vereinigt. Von 1263 bis 1518 war Salzwedel Mitglied der Hanse.

In der im 18. Jahrhundert ausgestorbenen polabischen („wendischen“) Sprache der Gegend wurde Salzwedel Ljosdit (Lôsdît, Lósdy) genannt, welches eventuell von ljos (< slawisch *lěsă) „Wald“ abgeleitet wurde.

Die Reformation fasste in Salzwedel 1541 Fuß. Der Dreißigjährige Krieg brachte die Stadt an den Rand des Ruins, ohne dass sie belagert wurde. Grund dafür war die Einquartierung fremder Truppen. 1870 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss.

Während des Zweiten Weltkrieges soll auf dem Gelände der ehemaligen Draht- und Metallwarenfabrik Fertilia ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet worden sein, das ab 1944 als Außenlager des KZ Neuengamme weiter betrieben wurde, wo zwischen 400 und 1.500 zumeist jüdische Frauenhäftlinge für die Polte AG Zwangsarbeit verrichten mussten. Gegen Kriegsende sollen dort sogar 3.000 Häftlinge zusammengepfercht worden sein. Außerdem betrieb die Gestapoleitstelle Magdeburg im Ort ein Zwangsarbeiterlager für sogenannte Halbjuden, die in der Brabag schuften mussten.

Ein Bombenangriff im Februar 1945 zerstörte den Bahnhofsbereich und forderte 300 Tote. Die mittelalterliche Altstadt blieb bis heute jedoch weitgehend erhalten.

Von 1946 bis 1950 war Salzwedel kreisfrei. In der DDR wurde die Stadt von April 1971 bis April 1986 Standort der Hubschrauberstaffel 16 der Fliegerkräfte der Grenztruppen der DDR, danach noch Außenstelle des Standortes Nordhausen, mit zuletzt Hubschraubern vom Typ Mil Mi-2 und Mil Mi-8.

Am 1. Januar 2005 wurde die Gemeinde Stappenbeck eingegliedert. Seit 1. April 2008 trägt die Stadt den Namenszusatz Hansestadt.

Rathausturm
Rathausturm

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 - 20.614
  • 1999 - 20.499
  • 2000 - 20.349
  • 2001 - 20.130
  • 2002 - 19.926
  • 2003 - 21.360
  • 2004 - 21.070
  • 2005 - 21.316
  • 2006 - 20.777

[Bearbeiten] Gedenkstätten

  • Gedenkstein am ehemaligen Häftlingslager Gardelegener Straße für die bei Zwangsarbeit umgekommenen Frauenhäftlinge des Außenlagers
  • Grabstätten einschließlich eines Sowjetischen Ehrenhains auf dem Perver Friedhof in der Arendseer Straße für über 500 bei Zwangsarbeit umgekommene Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt wurden
  • Gedenkanlage am Stadtrand bei der Ritzer Brücke für 244 KZ-Häftlinge, die im April 1945 bei einem Todesmarsch aus einem der KZ-Außenlager ihr Leben verloren haben
  • Grabstätten auf dem Neustädter Friedhof für neun namentlich bekannte Frauenhäftlinge des Außenlagers, die Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Dambeck für zwölf ermordete KZ-Häftlinge, die im April 1945 Opfer des Todesmarsches in einem Transportzug aus dem KZ Bergen-Belsen wurden

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „Gespalten in Silber; vorn ein halber roter Adler mit goldener Bewehrung und Brustspange, daneben ein aufgerichteter roter Schlüssel mit rückgewendetem Bart; hinten ein roter Adler mit goldener Bewehrung und Brustspangen, in den Fängen zwei liegende rote Schlüssel pfahlweise, über die Schwingen gestülpt zwei stahlfarbene Kübelhelme mit schwarzem goldverziertem Flug, in der Halsbeuge ein sechseckiger goldener Stern.“

Vor 1713 waren die Alt- und Neustadt von Salzwedel zwei getrennte Städte mit eigenen Wappen. Die Geschichte der Wappen lässt sich an der Entwicklung der Siegelbilder beider Städte verfolgen. Ursprünglich führte die Altstadt einen ganzen Adler, in den Fängen einen liegenden Schlüssel. Das oben blasonierte Altstadtwappen entwickelte sich erst später im Laufe des Mittelalters. Nach Vereinigung von Altstadt und Neustadt setzte man beide Wappen nebeneinander in einen Schild. Die Altstadt führte den halben brandenburgischen Adler mit aufgerichtetem Schlüssel, die Neustadt den ganzen brandenburgischen Adler mit zwei liegenden Schlüsseln, zwei Helmen und Stern.

[Bearbeiten] Flagge

Die Farben der Hansestadt Salzwedel sind Silber (Weiß) - Rot. Die Stadtflagge zeigt in der Längsrichtung eine weiße und eine rote Hälfte. In der Mitte befindet sich das Stadtwappen.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Salzwedel unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Neuperver Tor
Neuperver Tor

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Fachwerkaltstadt
  • Stadttore (Neuperver Tor, Steintor) und mittelalterliche Stadtbefestigungen
  • Reste der Burg (Burgturm im Burggarten)
  • Rathaus (ehemaliges Franziskanerkloster)
  • Rathausturm (begehbarer Turm mit Aussicht über die Stadt; Rest des älteren Rathauses der Neustadt)
  • Mönchskirche (zum Komplex Rathaus gehörend, jetzt Konzert- und Veranstaltungshalle)
  • Gotische Backsteinkirchen St. Marien, St. Katharinen und St. Lorenz
  • weitere Kirchen: St. Georg und Heilig-Geist-Kirche im „Perver“, St. Gertrauden
  • ehemaliges Rathaus der Altstadt, heutiges Amtsgericht Salzwedel
  • Märchenpark Salzwedel sowie Duft- und Tastgarten der Jeetzelandschaftssanierung GmbH an der Warthe
  • Johann-Friedrich-Danneil-Museum (ehemalige Propstei)
  • Gottesanbeterin - stilisierte Großplastik einer Gottesanbeterin aus Eisen. Das am 12. Juli 2000 eingeweihte Kunstobjekt (Titel eigentlich: "Für Walter - statt Blumen") des Hilmsener Künstlers Hans Molzberger ist neben dem Chor der Mönchskirche aufgestellt und war der Beitrag Salzwedels zur Expo 2000 in Hannover. Zwischenzeitlich hat die Stadt die Skulptur erworben. (Touristen erwartet die hörbare Begrüßung der Gottesanbeterin, sobald vorbeigegangen wird.)
  • ehemaliges Badehaus am östlichen Jeetzeumfluter. Das Haus ist nur über einen schmalen Zugang von der Goethestraße oder der Promenade vom Neuperver Tor aus zu erreichen.
  • durch Salzwedel führt die Ferienstraße, Straße der Romanik und die Deutsche Fachwerkstraße

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Sport

Die Stadt war ein Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung. Es gibt mehrere Fußballvereine, wie den SV Eintracht Salzwedel 09 e.V., ESV Lok Salzwedel und BSV Salzwedel.

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

Spezialität aus Salzwedel sind der Baumkuchen, Salzwedeler (Altmärker) Hochzeitssuppe, Tiegelbraten (Hammelfleisch) und das Zungenragout.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehrsanbindung

[Bearbeiten] Straße

Die B 71 quert Salzwedel in Nord-Süd Richtung, und die B 248 in West-Ost Richtung, während die B 190 in östlicher Richtung Salzwedel über Arendsee mit Seehausen (Altmark) verbindet. Salzwedel ist der von einer Autobahnauffahrt am weitesten entfernte größere Ort Deutschlands (gemessen in beliebiger Fahrtrichtung über öffentliche Straßen, Stand: 1/2004). Zur A 250 nach Lüneburg sind es 80,9 km, zur A 2 am Dreieck zur A 14 81,4 km und zur A 39 in Wolfsburg 59,5 km. Eine Altmark-Autobahn von Magdeburg über Stendal und Osterburg (Altmark) bis zum Dreieck Schwerin befindet sich in Planung (A14).

[Bearbeiten] Eisenbahn

Hauptartikel: Bahnhof Salzwedel

Die wichtigste Eisenbahnverbindung ist die Amerikalinie, die ursprünglich Bremen mit Berlin verband. Salzwedel liegt an dem in den 1990er Jahren wieder instand gesetzten Teilstück (Magdeburg -) Stendal - Uelzen. Auf dieser Strecke bestehen Verbindungen durch einen Regional-Express in Richtung Uelzen und Stendal - Magdeburg sowie durch eine Regionalbahn in Richtung Stendal, die alle Unterwegsbahnhöfe bedient. Einmal täglich verkehrt zudem ein Eurocity nach Uelzen - Lüneburg - Hamburg und Stendal - Berlin - Krakau. Wöchentlich hält zusätzlich ein Intercity auf der Strecke Berlin - Stendal - Uelzen - Munster (Örtze) in Salzwedel, der sich besonders an die in Munster stationierten Soldaten richtet.

Die Verbindungen nach Wittenberge (über Arendsee (Altmark)) und nach Oebisfelde wurden im Zuge des von der offiziellen Verkehrspolitik des Landes Sachsen-Anhalt geförderten Rückzuges der Bahn aus der Fläche auf Busbetrieb umgestellt.

[Bearbeiten] Hilfsorganisationen

  • Feuerwehr Salzwedel
  • Sanitätszug Salzwedel
  • THW OV Salzwedel

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Hermann Dietrichs: An der Stadtmauer von Salzwedel in der Altmark
Hermann Dietrichs: An der Stadtmauer von Salzwedel in der Altmark

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] mit Salzwedel verbunden sind

[Bearbeiten] Bildergalerie

[Bearbeiten] Literatur

  • Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren, Berlin u.a. 2006, ISBN 3-631-54808-7

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge