Salzwedel
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | ||||
| Landkreis: | Altmarkkreis Salzwedel | ||||
| Höhe: | 19 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 106,66 km² | ||||
| Einwohner: | 20.331 (31. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 191 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 29410 | ||||
| Vorwahl: | 03901 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | SAW | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 81 455
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| Adresse der Stadtverwaltung: | An der Mönchskirche 5 29410 Salzwedel |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Sabine Danicke (parteilos) | ||||
| Lage der Hansestadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel | |||||
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Die Hansestadt Salzwedel ist eine kreisangehörige Stadt in der Altmark im Nordwesten des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Sie ist Kreisstadt des Altmarkkreises Salzwedel und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Salzwedel-Land.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Salzwedel liegt im nordwestlichen Teil der Altmark an der Einmündung der Salzwedeler Dumme in die Jeetze. Benachbarte regional bedeutsame Städte sind Uelzen (im Westen, 44 km), Lüchow (im Norden, 12 km), Gardelegen (im Süden, 41 km) und Arendsee (im Osten, 24 km).
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Zu Salzwedel gehören folgende Ortsteile:
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Diese Ortsteile verteilen sich auf die Ortschaften wie folgt:
Ortschaft Stadt Salzwedel:
- Stadt Salzwedel, Böddenstedt, Hoyersburg, Kricheldorf, Sienau
Ortschaft Brietz:
- Brietz, Chüttlitz
Ortschaft Dambeck:
- Amt Dambeck, Brewitz, Dambeck
Ortschaft Mahlsdorf:
- Mahlsdorf, Maxdorf
Ortschaft Stappenbeck:
- Buchwitz, Stappenbeck
[Bearbeiten] Geschichte
Seit dem Jahr 800 ist eine Siedlung an der Stelle der heutigen Stadt bekannt, die sich in Nachbarschaft einer Burg befand. Der alte Name Soltwidele weist auf eine Furt durch die Jeetze an der alten Salzstraße hin. Im Jahre 1112 wird die Burg bei Salzwedel zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Salzwedel führt seine Stadtgründung auf Albrecht den Bären (1100-1170) aus dem Hause der Askanier zurück, der zeitweilig auf der Burg Salzwedel lebte; die erste Bezeichnung als „Stadt“ datiert aus dem Jahre 1233. Ab 1247 entstand im Nordosten der Altstadt die Neustadt als planmäßige Gründung. Erst im Jahr 1713 wurden beide Städte vereinigt. Von 1263 bis 1518 war Salzwedel Mitglied der Hanse.
In der im 18. Jahrhundert ausgestorbenen polabischen („wendischen“) Sprache der Gegend wurde Salzwedel Ljosdit (Lôsdît, Lósdy) genannt, welches eventuell von ljos (< slawisch *lěsă) „Wald“ abgeleitet wurde.
Die Reformation fasste in Salzwedel 1541 Fuß. Der Dreißigjährige Krieg brachte die Stadt an den Rand des Ruins, ohne dass sie belagert wurde. Grund dafür war die Einquartierung fremder Truppen. 1870 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss.
Während des Zweiten Weltkrieges soll auf dem Gelände der ehemaligen Draht- und Metallwarenfabrik Fertilia ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet worden sein, das ab 1944 als Außenlager des KZ Neuengamme weiter betrieben wurde, wo zwischen 400 und 1.500 zumeist jüdische Frauenhäftlinge für die Polte AG Zwangsarbeit verrichten mussten. Gegen Kriegsende sollen dort sogar 3.000 Häftlinge zusammengepfercht worden sein. Außerdem betrieb die Gestapoleitstelle Magdeburg im Ort ein Zwangsarbeiterlager für sogenannte Halbjuden, die in der Brabag schuften mussten.
Ein Bombenangriff im Februar 1945 zerstörte den Bahnhofsbereich und forderte 300 Tote. Die mittelalterliche Altstadt blieb bis heute jedoch weitgehend erhalten.
Von 1946 bis 1950 war Salzwedel kreisfrei. In der DDR wurde die Stadt von April 1971 bis April 1986 Standort der Hubschrauberstaffel 16 der Fliegerkräfte der Grenztruppen der DDR, danach noch Außenstelle des Standortes Nordhausen, mit zuletzt Hubschraubern vom Typ Mil Mi-2 und Mil Mi-8.
Am 1. Januar 2005 wurde die Gemeinde Stappenbeck eingegliedert. Seit 1. April 2008 trägt die Stadt den Namenszusatz Hansestadt.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
(jeweils zum 31. Dezember)
- 1998 - 20.614
- 1999 - 20.499
- 2000 - 20.349
- 2001 - 20.130
- 2002 - 19.926
- 2003 - 21.360
- 2004 - 21.070
- 2005 - 21.316
- 2006 - 20.777
[Bearbeiten] Gedenkstätten
- Gedenkstein am ehemaligen Häftlingslager Gardelegener Straße für die bei Zwangsarbeit umgekommenen Frauenhäftlinge des Außenlagers
- Grabstätten einschließlich eines Sowjetischen Ehrenhains auf dem Perver Friedhof in der Arendseer Straße für über 500 bei Zwangsarbeit umgekommene Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt wurden
- Gedenkanlage am Stadtrand bei der Ritzer Brücke für 244 KZ-Häftlinge, die im April 1945 bei einem Todesmarsch aus einem der KZ-Außenlager ihr Leben verloren haben
- Grabstätten auf dem Neustädter Friedhof für neun namentlich bekannte Frauenhäftlinge des Außenlagers, die Opfer von Zwangsarbeit wurden
- Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Dambeck für zwölf ermordete KZ-Häftlinge, die im April 1945 Opfer des Todesmarsches in einem Transportzug aus dem KZ Bergen-Belsen wurden
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „Gespalten in Silber; vorn ein halber roter Adler mit goldener Bewehrung und Brustspange, daneben ein aufgerichteter roter Schlüssel mit rückgewendetem Bart; hinten ein roter Adler mit goldener Bewehrung und Brustspangen, in den Fängen zwei liegende rote Schlüssel pfahlweise, über die Schwingen gestülpt zwei stahlfarbene Kübelhelme mit schwarzem goldverziertem Flug, in der Halsbeuge ein sechseckiger goldener Stern.“
Vor 1713 waren die Alt- und Neustadt von Salzwedel zwei getrennte Städte mit eigenen Wappen. Die Geschichte der Wappen lässt sich an der Entwicklung der Siegelbilder beider Städte verfolgen. Ursprünglich führte die Altstadt einen ganzen Adler, in den Fängen einen liegenden Schlüssel. Das oben blasonierte Altstadtwappen entwickelte sich erst später im Laufe des Mittelalters. Nach Vereinigung von Altstadt und Neustadt setzte man beide Wappen nebeneinander in einen Schild. Die Altstadt führte den halben brandenburgischen Adler mit aufgerichtetem Schlüssel, die Neustadt den ganzen brandenburgischen Adler mit zwei liegenden Schlüsseln, zwei Helmen und Stern.
[Bearbeiten] Flagge
Die Farben der Hansestadt Salzwedel sind Silber (Weiß) - Rot. Die Stadtflagge zeigt in der Längsrichtung eine weiße und eine rote Hälfte. In der Mitte befindet sich das Stadtwappen.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Salzwedel unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:
- Wesel, Nordrhein-Westfalen, seit 1990
- San Vito dei Normanni, Italien, seit 1990
- Felixstowe, Großbritannien, seit 1994
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Fachwerkaltstadt
- Stadttore (Neuperver Tor, Steintor) und mittelalterliche Stadtbefestigungen
- Reste der Burg (Burgturm im Burggarten)
- Rathaus (ehemaliges Franziskanerkloster)
- Rathausturm (begehbarer Turm mit Aussicht über die Stadt; Rest des älteren Rathauses der Neustadt)
- Mönchskirche (zum Komplex Rathaus gehörend, jetzt Konzert- und Veranstaltungshalle)
- Gotische Backsteinkirchen St. Marien, St. Katharinen und St. Lorenz
- weitere Kirchen: St. Georg und Heilig-Geist-Kirche im „Perver“, St. Gertrauden
- ehemaliges Rathaus der Altstadt, heutiges Amtsgericht Salzwedel
- Märchenpark Salzwedel sowie Duft- und Tastgarten der Jeetzelandschaftssanierung GmbH an der Warthe
- Johann-Friedrich-Danneil-Museum (ehemalige Propstei)
- Gottesanbeterin - stilisierte Großplastik einer Gottesanbeterin aus Eisen. Das am 12. Juli 2000 eingeweihte Kunstobjekt (Titel eigentlich: "Für Walter - statt Blumen") des Hilmsener Künstlers Hans Molzberger ist neben dem Chor der Mönchskirche aufgestellt und war der Beitrag Salzwedels zur Expo 2000 in Hannover. Zwischenzeitlich hat die Stadt die Skulptur erworben. (Touristen erwartet die hörbare Begrüßung der Gottesanbeterin, sobald vorbeigegangen wird.)
- ehemaliges Badehaus am östlichen Jeetzeumfluter. Das Haus ist nur über einen schmalen Zugang von der Goethestraße oder der Promenade vom Neuperver Tor aus zu erreichen.
- durch Salzwedel führt die Ferienstraße, Straße der Romanik und die Deutsche Fachwerkstraße
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Parkfestival - im 2-Jahres-Rhythmus stattfindendes Musikevent mit mehreren tausend Besuchern und Beteiligung von nationalen und internationalen Bands wie B3, Die Prinzen, Nina Hagen, Heinz Rudolf Kunze, Joe Cocker, Reamonn, In Extremo, Heather Nova, H-Blockx, Leningrad Cowboys, Madsen, Blackmail, Oomph!, Emil Bulls, Jeanette Biedermann, City.
- Smack-Festival, eines der größten Hard-Rock-Festivals Sachsen-Anhalts. 2006 trat u.a. Sick of It All auf, 2007 internationale Künstler wie Born From Pain, Murphy's Law, Broilers und Smoke Blow. Für 2008 sind u. a. internationale Bands wie Backfire, Rykers, Krawallbrüder, No Turning Back, Tribute To Nothing und Final Prayer angekündigt.
- Salzwedeler Kneipennacht
- Hansefest
- Dionysiusmarkt
[Bearbeiten] Sport
Die Stadt war ein Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung. Es gibt mehrere Fußballvereine, wie den SV Eintracht Salzwedel 09 e.V., ESV Lok Salzwedel und BSV Salzwedel.
[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten
Spezialität aus Salzwedel sind der Baumkuchen, Salzwedeler (Altmärker) Hochzeitssuppe, Tiegelbraten (Hammelfleisch) und das Zungenragout.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehrsanbindung
[Bearbeiten] Straße
Die B 71 quert Salzwedel in Nord-Süd Richtung, und die B 248 in West-Ost Richtung, während die B 190 in östlicher Richtung Salzwedel über Arendsee mit Seehausen (Altmark) verbindet. Salzwedel ist der von einer Autobahnauffahrt am weitesten entfernte größere Ort Deutschlands (gemessen in beliebiger Fahrtrichtung über öffentliche Straßen, Stand: 1/2004). Zur A 250 nach Lüneburg sind es 80,9 km, zur A 2 am Dreieck zur A 14 81,4 km und zur A 39 in Wolfsburg 59,5 km. Eine Altmark-Autobahn von Magdeburg über Stendal und Osterburg (Altmark) bis zum Dreieck Schwerin befindet sich in Planung (A14).
[Bearbeiten] Eisenbahn
Hauptartikel: Bahnhof Salzwedel
Die wichtigste Eisenbahnverbindung ist die Amerikalinie, die ursprünglich Bremen mit Berlin verband. Salzwedel liegt an dem in den 1990er Jahren wieder instand gesetzten Teilstück (Magdeburg -) Stendal - Uelzen. Auf dieser Strecke bestehen Verbindungen durch einen Regional-Express in Richtung Uelzen und Stendal - Magdeburg sowie durch eine Regionalbahn in Richtung Stendal, die alle Unterwegsbahnhöfe bedient. Einmal täglich verkehrt zudem ein Eurocity nach Uelzen - Lüneburg - Hamburg und Stendal - Berlin - Krakau. Wöchentlich hält zusätzlich ein Intercity auf der Strecke Berlin - Stendal - Uelzen - Munster (Örtze) in Salzwedel, der sich besonders an die in Munster stationierten Soldaten richtet.
Die Verbindungen nach Wittenberge (über Arendsee (Altmark)) und nach Oebisfelde wurden im Zuge des von der offiziellen Verkehrspolitik des Landes Sachsen-Anhalt geförderten Rückzuges der Bahn aus der Fläche auf Busbetrieb umgestellt.
[Bearbeiten] Hilfsorganisationen
- Feuerwehr Salzwedel
- Sanitätszug Salzwedel
- THW OV Salzwedel
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Christoph Albrecht (* 1930), Organist, Dirigent und Komponist
- Heinz Billing (* 1914), Ingenieur
- Hans Georg Dahlgrün (1901-1974), Jurist und Politiker
- Liane Deicke (* 1954), Politikerin (SPD)
- Philipp Wilhelm Gercken (1722–1791), Historiker
- Johann Gottfried Hornejus (1689-1757), Theologe
- Harald Lorscheider (1939-2005), Komponist
- Doris Maletzki (* 1952), Leichtathletin
- Jenny Marx (1814-1881), Sozialistin, Frau von Karl Marx
- Friedrich Meinecke (1862-1954), Historiker
- Hans Mettel (1903-1966), Bildhauer
- Abdias Prätorius, (1524-1573), Theologe und Reformator
- Stephan Prätorius (1536-1603), Theologe
- Irmgard Praetz (* 1920), Leichtathletin, Weitsprungeuropameisterin
- Hans Rémond (* 1932), Maler
- Jürgen Scharf (* 1952), Landespolitiker (CDU)
- Kurt Schütte (1909-1998), mathematischer Logiker und Beweistheoretiker
- Georg Stampelius (1561-1622), Theologe
- Toralf Staud (* 1972), Journalist und Buchautor
- Peter Urie (* 1955), Pfarrer und Bischof in der Republik Kasachstan
[Bearbeiten] mit Salzwedel verbunden sind
- Berta Behrens (1848-1912), Schriftstellerin (Pseudonym: Wilhelmine Heimburg), begann in Salzwedel mit dem Schreiben
- Johann Friedrich Danneil (1783-1868), Prähistoriker und Heimatforscher, Direktor des Salzwedeler Gymnasiums
- Joachim-Friedrich Huth (1896-1962), General der Wehrmacht und Bundeswehr
- Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), Turnvater, besuchte das Gymnasium Salzwedel
- Nikolaus Krage (?-1559), Theologe und Reformator, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Salzwedel
- Anna Freiin von Welck (1865-1925), Äbtissin des Klosters Drübeck, letzte Herrin der Propstei Salzwedel
- Theodor Zechlin (1818-1895), altmärkischer Heimatforscher, seit 1847 Apotheker in Salzwedel (Löwenapotheke)
[Bearbeiten] Bildergalerie
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ehem. Rathaus Altstadt (jetziges Amtsgericht Salzwedel |
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[Bearbeiten] Literatur
- Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren, Berlin u.a. 2006, ISBN 3-631-54808-7
[Bearbeiten] Weblinks
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