Johannes Vahlen

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Johannes Vahlen als Achtzigjähriger. Foto von Rudolf Dührkoop (1910)

Johannes Vahlen (* 27. September 1830 in Bonn; † 30. November 1911 in Berlin) war ein deutscher Klassischer Philologe.

Nach dem Studium der Klassischen Philologie in Bonn, der Promotion 1852 über Ennius (bei Friedrich Wilhelm Ritschl) und der Habilitation 1854 war Vahlen ab November 1856 außerordentlicher Professor in Breslau. Im April 1858 wechselte er als ordentlicher Professor nach Freiburg und schon ein Semester später nach Wien. 1874 verließ er Wien und ging an die Berliner Universität, wo er als Nachfolger von Moriz Haupt zusammen mit seinem Kollegen Adolf Kirchhoff das Philologische Seminar leitete. Im akademischen Jahr 1886/87 war er Rektor der Universität. Ab 1902 leitete Vahlen das Seminar allein, bis er 1906 die Leitung an Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, Hermann Diels und Eduard Norden abtrat. Noch bis 1907 hielt Vahlen Vorlesungen.

Vahlen gehörte ab 1862 der Wiener Akademie der Wissenschaften an, wo er von 1869 bis 1874 Sekretar der philosophisch-historischen Klasse war, ab 1874 der Preußischen Akademie der Wissenschaften, von 1893 bis zu seinem Tod 1911 wiederum als Sekretar der philosophisch-historischen Klasse.

In seinen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigte sich Vahlen u. a. mit früher römischer Dichtung (er gab die Fragmente des Ennius und des Naevius heraus) sowie mit der Poetik des Aristoteles.

Vahlens jüngerer Bruder war der Verleger Franz Vahlen, seine Söhne der Mathematiker Theodor Vahlen und der Pharmakologe Ernst Vahlen.

Zu seinen Schülern gehörten die Philologen Oskar Froehde, Alois Goldbacher, Paul Graffunder, SchülerRudolf Helm, Wilhelm Carl Heraeus, Carl Holzinger, Bernhard Kübler, Otto Plasberg, Richard Reitzenstein, Max Rothstein, Max Rubensohn, Rudolf Sydow, Emil Thomas und Friedrich Vollmer.

[Bearbeiten] Literatur

  • Festschrift Johannes Vahlen zum siebenzigsten Geburtstag gewidmet von seinen Schülern, Berlin, Reimer 1900.
  • Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff: Gedächtnisrede auf Johannes Vahlen. In: Sitzungsberichte der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften 1912 II, S. 617-622.
  • Emil Thomas: Vahlen, Johannes. In: Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog, 16, 1914, S. 236–247.
  • Deutsche biographische Enzyklopädie. Bd. 10. Saur, München 1999, S. 176.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Johannes Vahlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Johannes Vahlen – Quellen und Volltexte
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