John Key

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John Key, 2010

John Philip Key (* 9. August 1961 in Auckland) ist ein neuseeländischer Politiker. Seit dem 19. November 2008 der 38. Premierminister von Neuseeland. Er gehört der konservativen New Zealand National Party an.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Key verlor bereits im Alter von sechs Jahren seinen Vater aufgrund eines Herzinfarkts. Mit seinen beiden Schwestern wuchs er in einer Sozialwohnung in Christchurch auf. Seine allein erziehende Mutter war eine jüdische Emigrantin aus Österreich.[1][2] Als Junge besuchte John Key mit seiner Mutter die Gottesdienste in der Synagoge, er bezeichnet sich aber als „nicht sehr stark gläubig“. Key ist der dritte neuseeländische Premierminister jüdischer Abstammung nach Julius Vogel und Francis Bell.

Nach dem Besuch einer lokalen Schule erlangte Key 1981 den Abschluss als Bachelor of Commerce der University of Canterbury. Er besuchte ohne weiteren Abschluss Veranstaltungen in Management an der Universität von Harvard.[3][4]

Key arbeitete ab 1982 als Finanzprüfer und danach für zwei Jahre als Projektleiter bei einem Bekleidungsunternehmen in Christchurch.[5] Anschließend war er Devisenhändler bei einem Finanzunternehmen in Wellington und stieg nach zwei Jahren zum Abteilungsleiter für den Devisenhandel auf, bevor er 1988 zu einem Konkurrenzunternehmen in Auckland wechselte.[1]

1995 stieg er bei Merrill Lynch als Leiter des asiatischen Devisenhandels in Singapur ein. Er wurde noch im gleichen Jahr zum globalen Abteilungsleiter für Devisenhandel befördert und zog, mit einem Jahresgehalt in Millionenhöhe versehen, nach London.[1][6] Von einigen Mitarbeitern erhielt er den Beinamen „der lächelnde Killer“, da sich sein fröhliches Naturell auch dann nicht änderte, als er aufgrund finanzieller Verluste infolge der Russlandkrise 1998 Dutzende (nach anderen Angaben Hunderte) Mitarbeiter entließ.[2][6] Von 1999 bis 2001 gehörte Key dem von der Federal Reserve Bank of New York geführten Foreign Exchange Committee an.

2001 wurde Key vom damaligen Präsidenten der New Zealand National Party, John Slater, mit der Aussicht auf eine politische Karriere angeworben. Die ehemalige Parteivorsitzende Jenny Shipley bezeichnete Key als eine der Personen, die sie gezielt auswählte und mit persönlichem Einsatz für die Arbeit in der Partei gewann.[2]

Key lernte bereits auf der Schule seine spätere Frau Bronagh kennen, die er 1984 heiratete. Seine Frau, die ebenfalls den Abschluss als Bachelor of Commerce erlangte, arbeitete als Personalberaterin, bevor sie sich ganz der Familie widmete. Key und seine Frau haben zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn.[2]

Politische Karriere[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Seit 2008 ist Key nicht mehr Oppositionsführer... --Andibrunt 13:42, 27. Nov. 2011 (CET)

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Helensville[Bearbeiten]

Aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahl von Auckland, die sich bei der Volkszählung von 2001 erwies, wurden die Wahlkreise für die Direktwahl der Abgeordneten im neuseeländischen Parlament neu zugeschnitten. John Key kandidierte zunächst in einer parteiinternen Vorwahl im neu geschaffenen Wahlkreis von Helensville, in der er sich gegen den langjährigen Parlamentsabgeordneten Brian Neeson (dessen bisheriger Wahlkreis durch den neuen Zuschnitt zu einer Hochburg der Labour Party geworden war) durchsetzte. Bei den Parlamentswahlen 2002 gewann er schließlich mit einem Vorsprung von 1705 Stimmen vor dem Labour-Kandidaten Gary Russel sowie vor Neeson, der als parteiunabhängiger Kandidat angetreten war und auf Platz drei landete.[7]

Bei den folgenden Parlamentswahlen (2005) verteidigte er seinen Sitz mit großem Vorsprung und gewann 63 % der Stimmen in Helensville.[8]

Finanzpolitischer Sprecher[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 wurde Key durch den damaligen Oppositionsführer Don Brash zum finanzpolitischen Sprecher seiner Partei berufen. 2006 trat Brash nach Kontroversen um eine außereheliche Affäre und um an die Öffentlichkeit geratene parteiinterne Dokumente zurück.[9] Key wurde zu seinem Nachfolger.

Oppositionsführer[Bearbeiten]

In seiner ersten Rede als Oppositionsführer am 28. November 2006 kritisierte Keys, dass Neuseeland die Entstehung einer neuen Unterschicht zugelassen habe, ein Thema, das auf großes Interesse in den Medien stieß.[10] Key knüpfte an diese Rede an, als er seine Partei im Februar 2007 auf ein Programm zur Essensausgabe in den finanziell schwächsten Schulen verpflichtete.[11]

Seinen anfänglichen Widerstand gegen den Child Discipline Act der Grünen-Abgeordneten Sue Bradford, der „maßvolle Gewaltanwendung“ nicht mehr als Verteidigungsargument bei Gerichtsverfahren gegen prügelnde Eltern zuließ, gab Key schließlich auf. Viele Eltern sahen in dieser Vorlage den Versuch, selbst leichte Schulterklopfen gegenüber ihren Kindern zu verbieten.[12] Key einigte sich mit Premierministerin Helen Clark auf einen Kompromiss, der der Polizei einen Ermessensspielraum beim Verfolgen leichter körperlicher Züchtigungen gab.[13]

Keys Positionswechsel zur Gesetzesvorlage über Therapieprodukte und Arzneimittel stießen im August 2007 auf Kritik.[14] Im gleichen Monat deutete Labour-Minister Trevor Mallard die mögliche Verstrickung Keys in einen Skandal aus dem Jahr 1987 ("H-Fee"-Skandal) an, in den Keys früherer Arbeitgeber verwickelt war. Key erklärte jedoch, dass er von den fraglichen Transaktionen keine Kenntnis hatte und das Finanzunternehmen bereits mehrere Monate vor dem Geschehen verlassen hatte.[15][16]

Von Seiten der Labour-Abgeordneten wurde 2007 zudem kritisiert, dass Key keine detaillierten eigenen politischen Konzepte veröffentlicht habe. Er erwiderte, dass diese rechtzeitig vor den nächsten Parlamentswahlen vorgelegt würden und den Wählern genügend Zeit zu ihrer Beurteilung bleiben werde.[17]

Am 25. Juli 2008 erschien Keys Name erstmals auf der Liste der reichsten Neuseeländer des National Business Review.[18] Sein Vermögen wurde auf etwa 50 Millionen neuseeländische Dollar geschätzt.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Key sieht sich selbst näher an der politischen Mitte als es sein Vorgänger Don Brash war; die Unterschiede liegen aber wohl eher im Stil als in den Inhalten. Key nahm in der Vergangenheit oft Bezug auf Bedenken gegenüber zu schnellen Privatisierungen, bezeichnet die Argumente der Privatisierungsgegner der 1980er Jahre aber als größtenteils irrational. In einem Zeitungsinterview 2002 sprach er davon, dass "eine Orientierung hin zur Privatisierung in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Rentensystem sinnvoll" sei.

Keys Abstimmungsverhalten zu gesellschaftspolitischen Themen ist differenziert: Er stimmte gegen eine Gesetzesvorlage zur Schaffung eingetragener Partnerschaften für gleich- und gemischtgeschlechtliche Paare,[19] stimmte aber als einer von vielen Abgeordneten gegen eine Vorlage, nach der Ehen als Gemeinschaft von Mann und Frau zu definieren seien. Key unterstützte den gescheiterten Versuch, das gesetzliche Mindestalter für den Alkoholkonsum wieder von 18 auf 20 Jahre zu erhöhen.[20]

Nach neueren Aussagen Keys ist die Erderwärmung eine Tatsache. Er sieht die Regierung in der Pflicht, Gegenmaßnahmen einzuführen. Er verpflichtete seine Partei auf das Ziel einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen um die Hälfte innerhalb von 50 Jahren. Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass er noch 2005 Zweifel an den Auswirkungen der Erderwärmung geäußert habe.

Auch seine, heute veränderte, Position zum Irakkrieg wird kritisiert. Als Oppositionabgeordneter betonte er 2003 die Unterstützung seiner Partei für die Verbündeten USA und Australien. Im August 2007 wurde ihm von Regierungsseite im Parlament vorgeworfen, dass unter seiner Führung Neuseeland vermutlich Truppen in den Irak entsandt hätte.[21]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Key – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c POLITICS: John Key - A snapshot. In: Sunday Star Times, 3. Februar 2008. Archiviert vom Original am 19. März 2008. Abgerufen am 28. Februar 2008. 
  2. a b c d Bevan Rapson: Golden Boy. In: Metro Magazine, 26. April 2005. Abgerufen am 28. Februar 2008. 
  3. Maggie Tait: Profile: John Key. In: New Zealand Herald, 27. November 2006. Abgerufen am 28. Februar 2008. 
  4. New Zealand Parliament - Key, John. Abgerufen am 20. November 2012.
  5. Donna McIntyre: My Job: John Key, Leader of the National Party. In: New Zealand Herald, 12. Januar 2008. 
  6. a b Gillian Tett and Ruth Laugesen: Who is John Key?. In: Sunday Star Times, 3. Februar 2008. Archiviert vom Original am 19. März 2008. Abgerufen am 28. Februar 2008. 
  7. Official Count Results – Helensville. New Zealand Electoral Commission, 2002, archiviert vom Original am 18. Februar 2007, abgerufen am 24. August 2014 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  8. Official Count Results – Helensville. New Zealand Electoral Commission, 2005, archiviert vom Original am 29. Juni 2007, abgerufen am 24. August 2014 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  9. NZPA, NZHerald Staff: Don Brash gone at lunchtime, New Zealand Herald. 23. November 2006. Abgerufen am 26. August 2007. 
  10. John Key: Speech to North Shore National Party luncheon. New Zealand National Party. 28. November 2006. Abgerufen am 23. August 2007.
  11. John Key: National launches its Food in Schools programme. Scoop. 4. Februar 2007. Abgerufen am 23. August 2007.
  12. 78pc of parents say they'll still smack. 18. Juni 2007. Abgerufen am 23. August 2007.
  13. Jennifer Colwill: The smacking bill - what it says, New Zealand Herald. 2. Mai 2007. Abgerufen am 27. Mai 2007. 
  14. John Armstrong: John Armstrong: At last, Labour gets to give Key a good kicking. New Zealand Herald. 2. August 2007. Abgerufen am 23. August 2007.
  15. Clare Trevett: Former SFO chief backs Key's claims. In: New Zealand Herald, 25. August 2007. Abgerufen am 26. Februar 2008. 
  16. Richard Long: Muck-rakers desperate for dirt, Fairfax New Zealand Ltd.. 28. August 2007. Archiviert vom Original am 19. März 2008. Abgerufen am 27. Mai 2007. 
  17. Paula Oliver: John Key's policy: There'll be more, later. New Zealand Herald. 3. August 2007. Abgerufen am 23. August 2007.
  18. NBR Staff: Rich List 2008: A bad economy, but the rich still get richer. National Business Review. 25. Juli 2008. Abgerufen am 1. November 2008.
  19. Newstalk ZB and Herald Staff: MPs vote 65-55 in favour of Civil Union Bill. 2. Dezember 2004. Abgerufen am 27. Februar 2008.
  20. Mike Houlahan: Drinking age stays at 18, review announced. 9. November 2006. Abgerufen am 26. Februar 2008.
  21. Matt McCarten: All you wanted to know about John Key but were afraid to ask. New Zealand Herald. 26. August 2007. Abgerufen am 29. August 2007.