John Ross (Polarforscher)

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John Ross (1777–1856)

Sir John Ross (* 24. Juni 1777 in Balsarroch, Wigtownshire, Schottland; † 30. August 1856 in London) war britischer Konteradmiral und Polarforscher.

Leben[Bearbeiten]

John Ross wurde 1777 im schottischen Balsarroch als vierter Sohn des Pfarrers Andrew Ross geboren. Mit neun Jahren trat er in die Royal Navy ein und wurde im Kampf mit den Franzosen 13 Mal verwundet.[1] Im Januar 1818 wurde ihm das Kommando über eine Expedition mit den Schiffen Isabella und Alexander zur Suche nach der Nordwestpassage übertragen. Ross befehligte selbst die Isabella, einen ehemaligen Walfänger, während Leutnant William Edward Parry das Kommando über die kleinere Alexander führte. Ein Teilnehmer der Expedition war auch der irische Astronom Edward Sabine. In der Baffin Bay benannte Ross zunächst die Melville Bay im Westen Grönlands und später das Kap Alexander sowie das Kap Isabella. Er entdeckte den Thulebezirk Grönlands und nahm zum ersten Mal in der Geschichte der westlichen Zivilisation Kontakt zu den Polareskimos (Inuit) auf. Sein Irrtum, dass der Smith- und der Lancastersund nur Buchten seien, erwies sich als folgenreich für seine Laufbahn. Er wurde seiner Kommandobefugnisse enthoben und mit halbierten Bezügen pensioniert. Parry kehrte im Auftrag der Admiralität 1819–1920 und 1821–1823 zurück, entdeckte einen Teil des kanadisch-arktischen Archipels (Parry-Inseln) und bewies, dass der Lancastersund eine Meeresstraße und keine Bucht ist.

1829 organisierte Ross privat eine weitere Expedition, die hauptsächlich von dem Brauereibesitzer und später nobilitierten Baron Felix Booth (1775–1850) finanziert wurde. Erstmals in der Geschichte der Polarforschung entschied er sich für ein Dampfschiff, dem er den Namen Victory gab. Nach viermaliger Überwinterung und der Entdeckung des magnetischen Nordpols durch seinen Neffen James Clark Ross auf der Boothia-Halbinsel wurden sie 1833 von der mittlerweile wieder als Walfänger operierenden Isabella gerettet und zurück nach England gebracht. Zu den weiteren Entdeckungen zählt die King-William-Insel, die John Ross allerdings für einen Teil des nordamerikanischen Festlands hielt.

Von 1839 bis 1847 war John Ross britischer Konsul in Stockholm. Seine dritte Arktisreise unternahm er im Alter von 72 Jahren 1850–1851 mit dem Schoner Felix auf der Suche nach der verschollenen Franklin-Expedition.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jean Malaurie: Mythos Nordpol. 200 Jahre Expeditionsgeschichte. National Geographic Deutschland, 2003. ISBN 3-936559-20-1, S. 21