Franklin-Expedition

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Sir John Franklin

Die Franklin-Expedition war die dritte und letzte große Forschungsreise des britischen Polarforschers Sir John Franklin. Ihr Ziel war es, die Nordwestpassage erstmals und zwar in ost-westlicher Richtung zu durchsegeln, kartografisch zu erfassen und so einen kürzeren Seeweg von Europa nach Asien zu finden. Das katastrophale Ende der Expedition, bei der in den Jahren 1845 bis 1848 alle Beteiligten im kanadisch-arktischen Archipel starben, hat möglicherweise mit Auswirkungen der um 1850 zu Ende gehenden Kleinen Eiszeit zu tun. Letzte Spuren der Expeditionsteilnehmer wurden erst viele Jahre später nahe der King-William-Insel entdeckt. Es dauerte bis zum Jahr 2014, bis eines der beiden Schiffe in der Victoria Strait geortet werden konnte.

Die Franklin-Expedition und das Schicksal ihrer Teilnehmer, das lange Zeit im Dunkeln blieb, wurden schon von den Zeitgenossen als sehr bedeutsam wahrgenommen. Zeitungen erzielten mit Berichten und Spekulationen über den Verbleib Franklins hohe Auflagen und verarbeiteten das Thema nach allen Regeln moderner Massenmedien. Die Expedition selbst wie auch die intensiven Bemühungen von Lady Jane Franklin, ihren Mann mittels immer neuer Suchexpeditionen zu retten, beschäftigten die britische Öffentlichkeit über Jahre in bis dahin unbekanntem Maße und stoßen auch heute noch auf großes Interesse.

Expeditionsvorbereitungen[Bearbeiten]

Teilnehmer der Expedition[Bearbeiten]

Die angenommene Reiseroute Franklins

Die „Franklin-Expedition“ hatte die Aufgabe, zur nationalen Ehre der Seemacht Großbritannien nach 300 Jahren vergeblicher Anläufe endlich die letzten noch unbekannten 500 Kilometer der seit Jahrhunderten als bedeutender Seeweg von Europa nach Asien angesehenen Nordwestpassage zu durchsegeln und zu kartieren. Als der ursprünglich als Expeditionsleiter vorgesehene Sir James Clark Ross, ein Neffe des berühmten Entdeckers Sir John Ross und selbst ein bedeutender Antarktisforscher, aus persönlichen Gründen diese ehrenvolle Aufgabe nicht annahm, übertrug die britische Admiralität 1845 Sir John Franklin das Kommando über die Expedition mit den beiden Expeditionsschiffen HMS Erebus und HMS Terror sowie dem Versorgungsschiff HMS Baretto Junior – eine nicht unumstrittene Entscheidung.

Franklin hatte sich zwar seit längerem einen Namen gemacht, als er in den 1830er Jahren bedeutende Teile der kanadischen Nordküste erforscht hatte, die er teils zu Schiff, teils in langen Fußmärschen aufsuchte und kartierte. Doch galt der seit 17 Jahren nicht mehr in der Arktis gewesene Expeditionsleiter mit seinen nunmehr 59 Jahren vielen als zu alt und nicht wendig genug für das schwierige Unternehmen. Auch hatten sich weder er noch seine Offiziere – außer dem erfahrenen Kapitän Francis Crozier, der schon unter William Edward Parry gedient hatte – zuvor selbst in der zu durchsegelnden Region aufgehalten. Die Admiralität setzte jedoch auf die Erfahrung Franklins und das Können seiner zur Elite der britischen Marine zählenden Offiziere. Insgesamt umfasste die Expedition 133 Teilnehmer, von denen vier nach Großbritannien zurückkehrten, bevor die Schiffe das Polarmeer erreichten. Die übrigen 129 Männer fanden den Tod. Eine Liste der Expeditionsteilnehmer findet sich als Anhang in Owen Beaty, John Geiger: Der eisige Schlaf. Das Schicksal der Franklin-Expedition, Köln 1989.

Beschaffenheit und Ausrüstung der Expeditionsschiffe[Bearbeiten]

Die Beschaffenheit und die Ausrüstung der beiden Expeditionsschiffe Erebus und Terror entsprachen uneingeschränkt dem damaligen Stand der Technik. Die Grundkonstruktion beider Schiffe basierte auf dem Kriegsschifftyp Bomb Vessel (Bombarde), einem gepanzerten Schiff, dessen Aufgabe es war, mit Mörsern Sprengladungen auf an Land gelegene Festungen abzufeuern, diese also zu bombardieren. Um selbst nicht gefährdet zu werden, war dieser Schiffstyp auch mit besonderem Stahlschutz versehen. Beide Schiffe hatten schon an mehreren erfolgreichen Expeditionsfahrten in die Arktis und die Antarktis teilgenommen.

Für den Einsatz in polaren Gewässern waren sie noch weiter verstärkt worden, unter anderem durch eine zusätzliche Stahlarmierung des Bugs und der Rumpfflanken, wodurch ein Zerquetschen der Schiffe durch den Druck des Packeises verhindert werden sollte. Um Erebus und Terror auch bei Flaute oder ungünstiger Windrichtung im Treibeis manövrierfähig zu halten, wurde in jedes der Schiffe eine etwa 15 Tonnen schwere Dampfmaschine eingebaut, die einen speziell konstruierten, zwei Meter hohen Propeller antrieb. Propeller und Ruder wurden so montiert, dass sie im Falle eines Festsitzens im Packeis entfernt und in Sicherheit gebracht werden konnten. Ergänzt wurde die Ausstattung durch eine kohlenbetriebene Heißwasserheizung, und in die Kombüsen wurden Entsalzungsanlagen zur Gewinnung von Trinkwasser aus dem Meer eingebaut.

Bevorratung für drei Jahre[Bearbeiten]

Die Bevorratung an Proviant und Heizungsmitteln wurde auf eine Vollversorgung der Schiffsbesatzungen von mindestens drei Jahren ausgelegt. Vor allem auf die Nahrungsmittelauswahl wurde große Sorgfalt gelegt und auch ein gewisser Luxus eingeplant; keine Polarexpedition war jemals so großzügig ausgestattet worden. Neben den üblichen Vorräten, darunter neu entwickelte Konservendosen mit frischem Fleisch sowie 4200 Liter Zitronensaft zur Vitamin-C-Versorgung (Skorbut-Prophylaxe), wurden zum Beispiel mehrere Tonnen Tee, Schokolade, Alkoholika (vor allem Rum, Schnaps und auch Wein) sowie Tabak an Bord genommen.

Die Offiziere erhielten unter anderem Schreibtische aus Mahagoni und Silberbesteck, und zur Unterhaltung der Besatzungen wurden auf der Erebus etwa 1700 und auf der Terror rund 1200 Bücher mitgeführt, darunter 200 Bibeln und Gebetbücher sowie eine größere Zahl von Schulbüchern zur Unterrichtung von Analphabeten unter den Matrosen. Eine Drehorgel mit 50 Melodien und verschiedene Musikinstrumente sowie ein Daguerreotypie-Apparat (Vorläufer der Fotokamera) ergänzten die Ausstattung, wobei über die Arktistauglichkeit wohl kaum nachgedacht wurde. Selbstverständlich wurde auch das modernste Gerät zur Messung von Magnetfeldern und zur Navigation in den damals nur ungenau kartierten Gewässern mitgenommen. Eine nennenswerte Zusatzversorgung durch Jagd auf Land- oder Meeressäuger war dagegen nicht geplant; im Wesentlichen bestanden die mitgeführten Jagdwaffen aus Schrotflinten zur Vogeljagd, um den Speiseplan zu variieren.

Verlauf der Expedition[Bearbeiten]

Erste Überwinterung vor der Beechey-Insel[Bearbeiten]

Am 19. Mai 1845 liefen Erebus und Terror sowie das Versorgungsschiff HMS Baretto Junior mit insgesamt 134 Offizieren und Mannschaften unter großer öffentlicher Anteilnahme aus. Das Versorgungsschiff begleitete die Expedition bis zur Davisstraße an der westlichen Küste Grönlands, wo schließlich der letzte Proviant mitsamt dem Fleisch aus frischer Schlachtung von zehn Ochsen auf Erebus und Terror umgeladen wurde. Am 12. Juli scherte das Versorgungsschiff aus dem Verband aus, um mit Briefen der Mannschaft und fünf Crewmitgliedern, welche die Reise nicht weiter fortsetzen wollten oder konnten, nach Großbritannien zurückzukehren. Den Briefen der Besatzung ist eine große Selbstsicherheit und Vorfreude auf den bereits zum Greifen nah geglaubten Entdeckerruhm sowie ein starkes Vertrauen auf die Führung Franklins zu entnehmen; die Männer waren zuversichtlich, die Reise wohl noch im ersten Sommer erfolgreich beenden zu können.

Kalksteinklippen der Beechey-Insel

Am 26. Juli begegneten den beiden vor einem Eisberg ankernden Schiffen die Walfangboote Prince of Wales und Enterprise; man stattete sich gegenseitig Besuche ab. Auch auf die Kapitäne der beiden Walfänger wirkte die Expeditionsmannschaft höchst motiviert und zuversichtlich. Es war der letzte Kontakt der Expeditionsteilnehmer mit der europäischen Außenwelt.

Erebus und Terror segelten weiter Richtung Westen und kreuzten zwischen Devon- und Cornwallis-Insel nordwärts in den Wellingtonkanal, den sie nach eigenen Angaben bis zum 77. Breitengrad hinaufsegelten – vermutlich suchten die Expeditionsteilnehmer, von der damals gängigen Theorie vom eisfreien Nordpolarmeer beeinflusst, den Durchgang in den Pazifik zunächst im Norden. Gegen Ende des kurzen Sommers bewegten sich die Schiffe jedoch an der Westküste der Cornwallis-Insel vorbei wieder Richtung Süden, und man überwinterte 1845/46 (nicht 1846/47, wie auf dem letzten gefundenen Papier angegeben) vor der Beechey-Insel unmittelbar an der Südwestecke der Devon-Insel.

Zweite und dritte Überwinterung im Packeis vor der King-William-Insel[Bearbeiten]

Im folgenden Sommer 1846 brachen die Schiffe zur Weiterfahrt auf und drangen nach Südwesten durch den bis dahin nur als Bucht angesehenen Peelsund bis zur King-William-Insel vor, wo dann aber im September 1846 dichtes, aus dem McClintock-Kanal herantreibendes Packeis alle weiteren Schiffsbewegungen zum Erliegen brachte.

Der Sommer 1847 brachte dann so geringe Erwärmung, dass sich das Eis nicht lockerte und die Schiffe vor der King-William-Insel eingefroren blieben. Am 11. Juni 1847 starb hier Sir John Franklin aus unbekannter Ursache (vielleicht, aber eher nicht an einer durch Lötstellen der Konservendosen herbeigeführten Bleivergiftung)[1] – etwa 200 Kilometer von jener Stelle auf der Kent-Halbinsel entfernt, die er von Westen kommend bei der ersten von ihm geleiteten Arktisexpedition (1819–1822) kartiert hatte.

Nach einer dritten Überwinterung im Packeis gaben die bis dahin noch am Leben gebliebenen 105 Expeditionsteilnehmer am 22. April 1848 ihre Schiffe auf und unternahmen unter Führung des Kapitäns der Terror, Francis Crozier, und des nach Franklins Tod die Erebus kommandierenden 1. Offiziers James Fitzjames den verzweifelten Versuch, einen etwa 350 km südlich gelegenen Außenposten der Hudson’s Bay Company am Back River zu Fuß zu erreichen. In einem Steinmal am Victory Point im Nordwesten der King-William-Insel deponierten sie ein Papier mit wenigen, aber wesentlichen Angaben; es ist bislang das einzige schriftliche Zeugnis erster Hand zum Schicksal der Expedition geblieben. Weitere entdeckte Hinterlassenschaften der Expedition geben Hinweise darauf, dass die Mannschaft in Fehleinschätzung ihrer Kräfte versuchte, die schweren Beiboote als Schlitten über die raue Tundra zu ziehen, vollgepackt mit Proviant und diversen mehr oder weniger unnützen Gegenständen. Nach und nach wurden alle Männer wohl von Hunger, Kälte und Entkräftung als auch Krankheiten dahingerafft, wobei am Ende sogar Kannibalismus geherrscht haben dürfte, wie Inuit Jahre später berichteten. Forensische Untersuchungen aus den 1980er Jahren bestätigen das.

Vergebliche Suche nach Überlebenden[Bearbeiten]

Umfangreichste Rettungsaktion des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Treffen der Suchschiffe HMS Plover und HMS Herald an der Nordküste Alaskas

1847 kamen infolge des völligen Ausbleibens von Nachrichten bei der Admiralität erste Zweifel am Erfolg der Franklin-Expedition auf, doch tröstete man sich damit, dass James Clark Ross und seine Expedition einige Jahre zuvor vier Winter in der Arktis verbracht und dabei nur drei Männer verloren hatte. Für Franklins exzellent ausgestattete Mannschaft sollte deshalb nach Ansicht der Admiralität die Belastung durch arktische Bedingungen kaum ein Problem darstellen. Erst im März 1848 entschloss sich die Admiralität schließlich, erste Schritte zur Rettung der Expedition einzuleiten, und setzte eine Belohnung von 20.000 Pfund Sterling (nach heutigem Wert etwa 1,6 Mio. Pfund oder 2 Mio. Euro) für das Auffinden und Retten von Überlebenden aus. Die Presse machte in diesem Zusammenhang ausgiebig von neuartigen farbigen Berichtillustrationen Gebrauch und vermittelte so der Leserschaft realistische Bilder der mutmaßlichen Ereignisse um Franklins Expedition; das öffentliche Interesse war nun geweckt.

Zunächst wurden drei Such-Expeditionen ausgesandt unter dem Kommando von

Nachdem alle drei Expeditionskorps jedoch keinerlei Hinweise auf den Verbleib der Franklin-Expedition gefunden hatten, wurde 1850 von verschiedenen Seiten eine große Anzahl weiterer Rettungsexpeditionen mit insgesamt 14 Schiffen veranlasst:

Relikte des Northumberland-Hauses, Belcher-Säule und Erinnerungspyramide auf der Beechey-Insel
  • Richard Collinson und Robert McClure leiteten zwei Expeditionskorps, die mit den Schiffen Enterprise und Investigator aus Westen operierten;
  • Horatio Thomas Austin unternahm die Suche mit der Resolute und der Assistance sowie den Dampfschiffen Pioneer und Intrepid als Versorgungsschiffen aus dem Osten;
  • William Penny, ein erfahrener Walfänger, brach mit den beiden neu gebauten Klippern Lady Franklin und Sophia zur Suche auf;
  • Lady Franklin selbst finanzierte mit ihrem Privatvermögen das Auslaufen des unter dem Kommando von Charles Forsyth stehenden Schoners Prince Albert;
  • der amerikanische Reeder Henry Grinnell sandte zwei Suchschiffe, USS Advance und USS Rescue, unter der Leitung von Edwin De Haven aus;
  • Sogar John Ross beteiligte sich mit seinem Privatvermögen und kommandierte selbst die Yacht Felix und den Versorgungstender Mary.
Die drei Gräber auf der Beechey-Insel

Am 23. August 1850 fand Austins Suchmannschaft die ersten eindeutigen Spuren der Franklin-Expedition, als Erasmus Ommanney mit der Assistance vor der Beechey-Insel kreuzte. Am 27. August entdeckte die Besatzung der Lady Franklin auf dieser Insel drei Seemannsgräber und Überreste von Franklins erstem Winterlager, und bald fanden sich alle in der Nähe befindlichen Schiffe hier ein, um in den Relikten nach Hinweisen zu suchen. Bis auf weggeworfenes Material und die Gräber fand sich jedoch nichts, was über das weitere Schicksal der Franklin-Expedition Aufschluss geben konnte. Forsyth entdeckte dann an anderer Stelle einige persönliche Ausrüstungsgegenstände der Expedition und kehrte daraufhin mit der Prince Albert nach Großbritannien zurück.

Als Penny zur Überlegung gelangte, die Station auf der Beechey-Insel habe einen Beobachtungsposten dargestellt, von dem aus Franklin im Frühjahr 1846 nach einer Lücke im Packeis des Wellingtonkanals Ausschau gehalten haben könnte, fuhren alle Suchschiffe bei erster Gelegenheit nach Norden in diesen Kanal ein. Dabei gerieten insbesondere Horatio Austins Schiffe mehrmals in große Bedrängnis und drohten, vom Druck des Eises zerquetscht oder gegen Felsen gedrückt zu werden. Schließlich kehrten Austin, Ross, Penny und De Haven im Herbst 1851 unverrichteter Dinge zu ihren Heimathäfen zurück. Nur von den beiden von der Beringstraße her operierenden Schiffen Enterprise und Investigator fehlte jede Nachricht.

Umgehend wurden neue Expeditionskorps aufgestellt:

  • Unter dem Kommando von Edward Belcher liefen die Resolute, die Assistance, die Intrepid und die Pioneer zusammen mit dem Versorgungsschiff North Star erneut in die Baffin Bay aus. Dabei übernahm Henry Kellett das Kommando über ein aus der Resolute und der Intrepid gebildetes Teilgeschwader, das von der Beechey-Insel aus die weiter westlich gelegenen Inseln untersuchen sollte. Belcher selbst unternahm eine erneute Suche im Wellingtonkanal.
  • Lady Franklin sandte ein weiteres Mal die Prince Albert aus, diesmal unter Kapitän William Kennedy. Dieser erkundete auf Schlitten gemeinsam mit dem französischen Polarforscher Joseph-René Bellot die Gegend um Prince-of-Wales-Insel und Boothia.
  • 1852 lief außerdem unter dem Kommando von Edward Inglefield das Dampfboot Isabel aus, das zwar bei der Suche nach Franklin keine neuen Erkenntnisse, jedoch einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung des Nordwestens Grönlands lieferte.
  • Schließlich sandte 1853 auch Grinnell nochmals sein Schiff Advance aus, diesmal unter der Leitung des Mediziners Elisha Kent Kane.

Die Rettungstrupps geraten selbst in Not[Bearbeiten]

Im September 1852 fand die Besatzung der Resolute auf der Melville-Insel eine in einem Steinhaufen verborgene Botschaft mit Auskünften über den Verbleib der lange vermissten Investigator – Robert McClure hatte 1850 die Banksinsel erreicht und darauf in der Prince of Wales Strait überwintert. 1851 war er dann in die Banksstraße vorgedrungen, doch zwang ihn schließlich das Eis, in einer von ihm „Bay of God’s Mercy“ benannten Bucht im Norden der Banksinsel zu überwintern. In den beiden folgenden Sommern brach jedoch das Eis in der Mündung der „Bucht der Gnade Gottes“ nicht auf, während das Meer vor der Bucht passierbar wurde. Für die von Skorbut geschwächte Mannschaft bestand kaum Hoffnung, ihr Schiff wieder freizubekommen. Da traf ein Schlittentrupp der Resolute bei ihnen ein (1853), was McClure veranlasste, sein Schiff aufzugeben und mit seiner Mannschaft etwa 230 Kilometer ostwärts über das Eis zur Resolute zu marschieren. Er vollendete auf diese Weise die „Nordwestpassage“ und wurde für diese Leistung bei seiner Rückkehr mit der Hälfte des von der britischen Admiralität für die Entdeckung und Durchquerung der Nordwestpassage ausgeschriebenen Preisgeldes von 20.000 Pfund Sterling belohnt.

Auch Kelletts Schiffe Resolute und Intrepid wurden 1854 wieder vom Eis festgehalten. Nun beschlossen McClure und Kellett gemeinsam mit Belcher, der seine Schiffe Assistance und Pioneer im Wellingtonkanal aufgeben musste und auch Kellet veranlasste, seine Schiffe im Eis zurückzulassen, mit ihren Mannschaften zur Beechey-Insel aufzubrechen, die inzwischen der Hauptstützpunkt aller Expeditionen zur Suche nach Franklin geworden war. Dort wurden sie von der North Star und den Versorgungsschiffen HMS Phoenix und HMS Talbot aufgenommen und nach Großbritannien zurückgebracht. Dem Verband hatte ursprünglich noch HMS Breadalbane angehört; sie war jedoch im August 1853 dem Druck des Packeises nicht mehr gewachsen und vor der Beechey-Insel gesunken.

Die unter dem Kommando von Richard Collinson stehende Enterprise, die mit der Investigator unter McClure einen Verband gebildet hatte, blieb drei Winter lang im Eis eingeschlossen, bis es Collinson und seiner Mannschaft gelang, das Schiff aus eigener Kraft zu befreien und 1854 über die Beringstraße in Sicherheit zu bringen.

Belcher, der Kellett das Aufgeben seiner Schiffe befohlen hatte, wurde zwar von einem Kriegsgericht freigesprochen, jedoch nie wieder mit einer Expedition betraut. Die Resolute, von der Kellett angenommen hatte, sie noch aus dem Eis freizubekommen, wurde von einem amerikanischen Walfangboot am 16. September 1855 in der rund 1500 km östlich entfernten Davisstraße treibend aufgefunden und am 13. Dezember 1855 der britischen Regierung zurückgegeben.

Berichte der Inuit[Bearbeiten]

Eher zufällig entdeckte schließlich der schottische Forscher John Rae bei seinen im Auftrag der Hudson’s Bay Company durchgeführten Erkundungen des arktischen Küstenbereiches, dass einige bei der King-William-Insel ansässige Inuit verschiedene Artefakte der Franklin-Expedition mit sich führten. Er begann systematisch, in den Inuit-Camps nach Schiffen und weißen Männern zu fragen und Artefakte aufzukaufen. Dabei wurde ihm glaubhaft von weißen Männern berichtet, die verzweifelt und hungernd über Land nach Süden wanderten und dabei nach und nach gestorben waren. Den Berichten war auch als erschreckendes Detail zu entnehmen, dass sich die letzten Überlebenden zu kannibalistischen Übergriffen gezwungen sahen. Ferner erzählten die Inuit von mehreren Gräbern, deren eines mit etwa 30 Leichen gefüllt sei. Im Vertrauen auf seine Berichterstatter verzichtete Rae auf einen persönlichen Besuch der Gräber, da dies eine etwa 14-tägige, sehr anstrengende und gefährliche Wanderung bedeutet hätte.

Raes Bericht begegnete trotz der nicht wegzudiskutierenden Artefakte, die er von den Inuit eingetauscht hatte, besonders in Kreisen der englischen Gesellschaft viel Skepsis, und sein Vertrauen in die Authentizität der Aussagen von „Wilden“ wurde ihm als Charakterschwäche ausgelegt. Vor allem galt als undenkbar, dass christliche Seeleute unter dem Kommando eines Ehrenmannes wie Sir John Franklin zu kannibalistischem Verhalten fähig sein könnten. Immerhin wurde Rae 1856 die zweite Hälfte der von der Admiralität ausgesetzten 20.000-Pfund-Prämie für Nachrichten über das Schicksal der Franklin-Expedition zugesprochen.

Letzte Zeugnisse der Franklin-Expedition[Bearbeiten]

Die im Steinhaufen auf der King-William-Insel gefundene Botschaft
Zeitgenössische Illustration von Funden der McClintock-Expedition

Lady Franklin, die das Gedenken ihres Mannes nicht beflecken lassen wollte, drängte Admiralität und Regierung fast zehn Jahre nach dem Aufbruch der Franklin-Expedition, weitere Suchexpeditionen auszurüsten, um endgültig zu klären, was ihrem Ehemann und seinen Untergebenen zugestoßen war. Infolge des sich ausweitenden Krimkrieges war die britische Admiralität jedoch nicht mehr bereit, Schiffe für eine vermutlich erfolglose Suche zur Verfügung zu stellen. Die Suchaktionen nach Franklin hatten inzwischen bereits mehr Menschenleben gekostet als die eigentliche Expedition, und allgemein bestand kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Im Frühjahr 1854 wurden die Expeditionsteilnehmer offiziell für tot erklärt.

Lady Franklin hingegen wollte nicht an ein derart klägliches Ende ihres Mannes glauben. Daher finanzierte sie, unterstützt von einem öffentlichen Spendenfonds, 1857 eine letzte Expedition. Kapitän Francis Leopold McClintock, der zuvor bereits als 2. Offizier an Bord der Enterprise an den Suchaktionen beteiligt gewesen war, wurde von ihr mit dem Kommando über die kleine Dampfyacht Fox mit 26 Mann Besatzung betraut. Er wählte als seinen Stellvertreter Leutnant William Robert Hobson. Die Fox stach am 1. Juli 1857 Richtung Lancastersund in See. Nach zwei Überwinterungen in der Baffin Bay und an der Beechey-Insel erreichte das Schiff durch den Peelsund die King-William-Insel. Zwischen April und Juni 1859 entdeckten McClintock und Hobson bei Schlittentouren im Westen der Insel letzte Zeugnisse der Franklin-Expedition. Dazu gehörten verstümmelte Skelette, die auf dem Tundraboden verstreut waren, sowie zwei Leichen in einem zum Schlitten umfunktionierten Beiboot. Am Boot fanden sich einige unter diesen Umständen recht merkwürdig anmutende Ausrüstungsgegenstände wie Silberbesteck, aber auch Tee und Schokolade. Der wichtigste Fund von McClintock und Hobson war jedoch die letzte Nachricht, die Crozier und Fitzjames im April 1848 in einem Steinmal deponiert hatten. Danach stand zweifellos fest, dass John Franklin zu der Zeit nicht mehr lebte, als das erste Suchschiff England verlassen hatte, und dass auch die von Rae gesammelten Berichte der Inuit im Wesentlichen der Wahrheit entsprochen hatten.

Als McClintock im September 1859 nach England zurückkehrte, wurde er mit Ehrungen überhäuft. Seine Methode, zur Erkundung langer Strecken Hundeschlitten einzusetzen und Zwischenlager zu errichten, wurde für spätere Polarexpeditionen richtungweisend.

Weitere Expeditionen[Bearbeiten]

Trotz der entmutigenden Funde McClintocks hielt der Amerikaner Charles Francis Hall an dem Gedanken fest, Überlebende der Franklin-Expedition hätten sich einer Gruppe von Inuit angeschlossen und seien noch am Leben. Unterstützt von Henry Grinnell startete er deshalb in den Jahren 1860 und 1864 Expeditionen, um die Gegend um die King-William-Insel erneut zu untersuchen und die dort ansässigen Inuit zu befragen. Seine erste Expedition verlief wenig erfolgreich, da er sein Zielgebiet bei weitem nicht erreichte, doch konnte er einige Ergänzungen zur Geografie der Baffin-Insel erheben und die vermeintlichen Goldabbaustätten von Martin Frobisher entdecken, der Katzengold nach England verschifft hatte. Auf seiner zweiten Expedition verbrachte er mehrere Jahre allein unter den Inuit und sammelte deren Erzählungen zur Expedition. Schließlich erreichte er Boothia und die King-William-Insel und fand dort weitere menschliche Skelette und Relikte der Expedition. Die von ihm notierten Aussagen der Inuit stimmten zwar größtenteils mit denen John Raes überein, jedoch sind Hall an vielen Stellen auch Übersetzungsfehler und Verwechslungen unterlaufen, die sich eher auf John Ross’ Expedition von 1829 bezogen.

Halls Expeditionen und seine Berichte vom Leben in der Arktis inspirierten den jungen Leutnant der United States Army Frederick Schwatka dazu, 1878 das Kommando über eine von der American Geographical Society finanzierte Forschungsgruppe zu übernehmen. Das Ziel dieser Überland-Expedition galt nicht mehr dem Aufspüren von Überlebenden der Franklin-Expedition, sondern der Suche nach weiteren in Steinmalen niedergelegten Dokumenten. Schwatkas Expedition, auf der mit dem Überwinden von über 5200 Kilometern ein neuer Streckenrekord für Schlittenreisen aufgestellt wurde, entdeckte jedoch nur weitere Leichenteile.

Bis heute lockt die Aussicht, fast unbeschädigte, vom kalten Wasser der Arktis konservierte Wrackteile eines der Schiffe oder auch Franklins Grab im Eis zu entdecken, Abenteurer sowie Film- und Fernsehleute zu Reisen auf die King-William-Insel. Gemäß den kanadischen Gesetzen unterliegen solche privaten Forschungen jedoch strengen Regeln; Verstöße gegen sie werden mit hohen Strafen geahndet.

Fund der HMS Erebus[Bearbeiten]

Am 9. September 2014 gab der kanadische Premierminister Stephen Harper in Ottawa bekannt, dass eines von Franklins Schiffen zwei Tage zuvor in der Victoria Strait mit Hilfe eines U-Boots lokalisiert worden sei. Es stellte sich im Lauf der Untersuchungen heraus, dass es sich um die HMS Erebus handelte. Die kanadische Regierungsbehörde Parks Canada hatte seit 2008 sechs große Expeditionen organisiert, um die Wracks der HMS Erebus und HMS Terror zu finden. Einem Sonarbild zufolge seien Teile der Deckstruktur noch intakt, inklusive des Hauptmasts, von dem man vermutet hatte, er sei beim Schiffsuntergang vom Eis abgerissen worden.[2][3]

Bereits 1992 hatte Kanada die vermutete Untergangsstelle der Schiffe zu einem Ort von nationaler Bedeutung, zu einer National Historic Site of Canada, erklärt.[4]

Gründe für das Scheitern der Expedition[Bearbeiten]

Das tragische Ende der Franklin-Expedition behält auch bei Zugrundelegung neuester Erkenntnisse eine gewisse Rätselhaftigkeit und Faszination. Während die Menschen in der Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch nicht begreifen konnten, wie ein nach damaliger Ansicht technisch exzellent ausgerüstetes, mit den besten Seeleuten und Mitteln ausgestattetes Unternehmen scheitern sollte, wird eineinhalb Jahrhunderte später das Verhalten der für die Planung und Ausführung des Unternehmens Verantwortlichen als arrogant und ignorant empfunden. Besonders negativ wird der Umstand eingeschätzt, dass noch drei Jahre nach Beginn der Expedition (bis 1848) keinerlei Pläne für eine eventuell notwendige Rettung von Mannschaften und Schiffen existierten und sich alles Handeln nur auf die praktischen Erfahrungen von in Arktis oder Antarktis erprobten Seeoffizieren stützte. Kritisiert wird auch die heutzutage als mangelhaft angesehene Ausstattung der Expeditionsteilnehmer, etwa das Fehlen von Schutzbrillen gegen Schneeblindheit, deren Notwendigkeit sich bei früheren Expeditionen von William Edward Parry, James Clark Ross und auch John Franklin selbst erwiesen haben müsste. Besonders kritische heutige Betrachter ziehen gar die gesamte Konzeption der Expedition in Zweifel. Sie begründen dies damit, dass die Expeditionsteilnehmer weder über Mittel verfügten, gegebenenfalls von den Schiffen getrennt größere Strecken überwinden zu können (zum Beispiel waren Beiboote als Schlitten denkbar ungeeignet und extrem kräfteraubend), noch Kenntnisse und Ausrüstung besaßen, unabhängig von den an Bord befindlichen Vorräten zu überleben (etwa durch die Jagd auf Wild oder Meeressäuger). Im Falle Franklins kommt zusätzlich noch hinzu, dass offenkundig dem Gebot keine Folge geleistet wurde, an so vielen Stellen wie möglich Nachrichten zum bisherigen und weiteren geplanten Verlauf der Expedition zu deponieren, was jegliche Suche erheblich behinderte.

Objektiv gesehen hat beim Scheitern der Expedition offenbar eine Vielzahl von Ursachen zusammengewirkt. Ein wesentlicher Grund dürfte nach heutiger Kenntnis die bei dieser Expedition erstmalige Verwendung mitgeführter Konservendosen als primärer Nahrungsquelle sein, da offenbar bei deren Herstellung nahrungsmittelhygienische und -technische Probleme nicht erkannt oder auch nicht beherrscht wurden. Vermutlich war das Fleisch in den Dosen sowohl durch Lufteinschluss als auch durch mangelhafte Verlötung der Dosen mit giftigen Schwermetallen (unter anderem Blei) ungenießbar geworden. An Bleivergiftung als einer der Hauptursachen für körperliches Versagen der Expeditionsteilnehmer wurde nach der eingehenden Untersuchung von drei gut erhaltenen Leichen auf der Beechey-Insel und weiteren Knochenfunden auf der King-William-Insel durch den kanadischen Wissenschaftler Owen Beattie 1986 zunächst nicht gezweifelt, bis eingehendere Untersuchungen kanadischer Physiker im Jahre 2013 diese Todesursache erneut in Frage stellten.[1]

Die von Scott Cookman (in „Ice Blink – The fate of Franklin’s last expedition“) aufgestellte These, in der Nahrung vorhandenes hochgiftiges Botulinumtoxin infolge hygienisch nicht einwandfreier Herstellung der Konserven habe die Expeditionsteilnehmer erkranken lassen, hat sich dagegen nicht durchgesetzt.

Konservierte Lebensmittel waren in erster Linie vorgesehen, um die Vitamin-C-Mangelerkrankung Skorbut zu verhindern. Überdies waren zur Vorbeugung mehr als vier Tonnen Zitronensaft mitgenommen worden, doch besaß man damals noch keine ausgeprägten Kenntnisse über dessen Haltbarkeit. Gelagertes Vitamin C verliert nach einigen Jahren seine Wirksamkeit; so lässt sich davon ausgehen, dass Vitamin-C-Mangel die körperliche Verfassung der Expeditionsteilnehmer stark beeinträchtigte. War bei früheren Expeditionen dem Skorbut mehr oder weniger unbewusst durch den Verzehr von frisch erjagtem Fleisch entgegengewirkt worden, so hatte Franklins Expeditionskorps dagegen kaum die Möglichkeit, sich durch Jagd auf Karibus oder Robben mit Frischfleisch zu versorgen; es fehlte praktisch jegliche Ausrüstung für die Jagd und den anschließenden Transport der Beute zu den Schiffen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach hatten die Expeditionsteilnehmer mit zunehmenden Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Zu den katastrophalen Auswirkungen von Bleivergiftungen, denen wohl insbesondere die überwiegend mit Dosenkost ernährten Offiziere ausgesetzt waren,[5] traten die bei Mannschaftsgraden der damaligen Zeit häufig grassierenden Krankheiten wie Tuberkulose (in Verbindung mit Pneumonie und Schwächung der Abwehrkräfte) hinzu. Der durch den Verfall des eingelagerten Vitamin C verursachte Skorbut lähmt und schwächt den Körper in erschreckendem Maße, und die schleichende Vergiftung mit Blei wirkt sich auch auf die Psyche aus und ruft typischerweise Reizbarkeit, Paranoia und Zustände akuter Verwirrung hervor. Mit einer solchen Verwirrtheit lässt sich unter Umständen auch erklären, wie die auf der einzigen gefundenen Nachricht offensichtlichen Fehler zu Daten und Zusammenhängen entstehen konnten, aber auch, warum in dem von McClintock aufgefundenen Schlitten in dieser akut lebensbedrohlichen Situation sinnlose Gegenstände mitgeführt wurden.

Unter den geschilderten Umständen hatte wohl auch der Tod Franklins einen negativen Einfluss auf Moral und Zusammenhalt der Mannschaft. Franklin war, wie den mit der Baretto Junior heim gesandten Briefen der Mannschaft zu entnehmen ist, für die meisten eine Art Vaterfigur, ein Mann mit Erfahrung, zu dem man aufsehen und Vertrauen fassen konnte. Verschiedentlich wird angenommen, dass es auf den Schiffen zu einem partiellen oder sogar kompletten Zusammenbruch der militärischen Ordnung gekommen sein könnte, und dass einzelne Gruppen versuchten, sich auf eigene Faust durchzuschlagen. Dass das auf der King-William-Insel gefundene Boot mit Skeletten und Proviant in Richtung der Schiffe wies, lässt eine Aufteilung der Mannschaft in mehrere Gruppen als möglich erscheinen.

Kannibalismus unter den letzten Überlebenden gilt heutzutage als erwiesen, nachdem bei mehreren untersuchten Skeletten entsprechende Veränderungen (zum Beispiel Entfernung der nahrhaftesten Körperteile durch Schnitte) diagnostiziert wurden.

Impulse für die weitere Erforschung der Arktis[Bearbeiten]

Aus historischer Sicht haben der Verlauf der Franklin-Expedition und die anschließenden Suchexpeditionen der Arktisforschung generell positive Impulse verliehen und die Handlungsweise der Entdecker verändert. Die Annahme des viktorianischen Englands, sich auch die unwirtlichsten Regionen der Welt durch mitgeführte Errungenschaften der Zivilisation erträglich machen zu können, hatte sich als falsch erwiesen. Die Arktisforscher des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts gingen immer häufiger dazu über, sich an den Überlebenstechniken der Inuit zu orientieren. Männer wie Roald Amundsen, der als Erster 1906 die Nordwestpassage durchfuhr und auch als Erster den geografischen Südpol erreichte, der sich wie die Inuit in leichte, warme Karibu-Felle kleidete und bei Hundeschlittenfahrten mit unsicherem Ziel einplante, einen Teil seiner Schlittenhunde wenn nötig zu verspeisen sowie an die verbleibenden Hunde zu verfüttern, waren ein vollkommen anderer Typ Entdecker als die Seekapitäne des viktorianischen Jahrhunderts.

Literatur[Bearbeiten]

Fachliteratur[Bearbeiten]

  • Owen Beattie, John Geiger: Frozen in Time. Unlocking the Secrets of the Franklin Expedition. E. P. Dutton, New York 1987, ISBN 0-525-24685-1. Dt. Fassung: Der eisige Schlaf – Das Schicksal der Franklin-Expedition. 4. Auflage. Piper, München 1998, ISBN 3-492-22113-0 (Eine Liste der Teilnehmer der Expedition findet sich als Anhang.).
  • Scott Cookman: Ice Blink. The Tragic Fate of Sir John Franklin’s Lost Polar Expedition. Wiley, New York u. a. 2000, ISBN 0-471-37790-2.
  • Fergus Fleming: Barrow’s Boys. Eine unglaubliche Geschichte von wahrem Heldenmut und bravourösem Scheitern. Piper, München 2004, ISBN 3-492-23966-8.
  • Peter Milger: Nordwestpassage. Der kurze aber tödliche Seeweg nach China oder die Gesellschaft der Abenteurer. vgs, Köln 1994, ISBN 3-8025-2295-8.
  • D. Notman, O. Beattie: The palaeoimaging and forensic anthropology of frozen sailors from the Franklin Arctic expedition mass disaster (1845–1848): a detailed presentation of two radiological surveys. K. Spindler et al. (Hrsg.): The man in the Ice Vol 3. Human Mummies. A Global Survey of their Status and the Techniques of Conservation. Springer Wien, 1996, ISBN 3-211-82659-9

Belletristik[Bearbeiten]

TV-Dokumentationen[Bearbeiten]

  • Die legendäre Nordwest-Passage in Alaska – Franklins tragische Expedition von Louise Osmond (Channel 4 / 2004)
  • Die verschwundene Expedition von Peter Bate (Irland 2005)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franklin-Expedition – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ronald Richard Martin, Steven Naftel, Sheila Macfie, Keith Jones, Andrew Nelson: Pb distribution in bones from the Franklin expedition: synchrotron X-ray fluorescence and laser ablation/mass spectroscopy. In: Applied Physics A, Bd. 111, Nr. 1, 2013, S. 23–29. doi:10.1007/s00339-013-7579-5
  2. Statement by the Prime minister of Canada announcing the discovery of one of the ill-fated Franklin Expedition Ships lost in 1846. Webseite des Prime Minister of Canada, 9. September 2014, abgerufen am 9. September 2014 (englisch).
  3. Jahrhunderträtsel: Wrack legendärer Franklin-Expedition entdeckt. Spiegel Online, 9. September 2014, abgerufen am 10. September 2014.
  4. Erebus and Terror National Historic Site of Canada. In: Canadian Register of Historic Places. Abgerufen am 10. September 2014 (englisch).
  5. Jahrhunderträtsel: Wrack legendärer Franklin-Expedition entdeckt. Spiegel Online, 9. September 2014, abgerufen am 10. September 2014.
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Dieser Artikel wurde am 25. April 2007 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.