Josef Deér

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Josef Deér (auch: József Deér) (* 4. März 1905 in Budapest; † 26. September 1972 in Bern) war ein ungarischer Historiker.

Der Sohn eines Apothekers und einer Lehrerin studierte von 1923 bis 1929 an den Universitäten Budapest und Wien Geschichte. 1929 promovierte er in Budapest. Seine Habilitation erfolgte mit der Arbeit Heidnisches und Christliches in der altungarischen Monarchie. Anschließend lehrte er zunächst ab 1934 als Privatdozent und dann von 1936 bis 1940 als Professor an der Universität Szeged. Von 1945 bis 1948 war er als Professor an der Universität Budapest tätig. Seit 1950 war Deér an der Universität Bern zunächst als außerordentlicher Professor für mittelalterliche Geschichte, und von 1954 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1971 lehrte er dort als erster ordentlicher Professor mittelalterliche Geschichte.

Seine Forschungsschwerpunkte waren das Verhältnis zwischen Byzanz und dem Abendland, das Zusammenspiel geistlicher und weltlicher Herrschaft, das frühmittelalterliche Ungarn und die Beziehung von Herrschaftszeichen und Herrschaftsverständnis.

Schriften[Bearbeiten]

  • Byzanz und das abendländische Herrschertum. Ausgewählte Aufsätze von Josef Deér. hrsg. v. Peter Classen, Sigmaringen 1977, ISBN 3-7995-6621-X.
  • Papsttum und Normannen. Untersuchungen zu ihren lehnsrechtlichen und kirchenpolitische Beziehungen. Köln u.a. 1972, ISBN 3-412-95872-7.
  • Das Papsttum und die süditalienischen Normannenstaaten 1053-1212. Göttingen 1969 (Historische Texte/Mittelalter 12)
  • Die Anfänge der ungarisch-kroatischen Staatsgemeinschaft. Darmstadt 1970 (Nachdruck der Ausgabe Budapest 1936).
  • Die heilige Krone Ungarns. Wien 1966.
  • Der Kaiserornat Friedrichs II.. Bern 1952 (Dissertationes Bernenses II, 2)

Literatur[Bearbeiten]

  • Dem Gedenken an Josef Deér (1905–1972). In: Ungarn-Jahrbuch 4 (1972), S. 236–239.

Weblinks[Bearbeiten]