Josephskreuz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Josephskreuz auf der Josephshöhe
Eingangsbereich des Josephskreuz mit stählernem, dem Unterteil des Eiffelturms nachgebautem Rundbogen

Das Josephskreuz im Harz ist ein Aussichtsturm auf der Josephshöhe des Großen Auerbergs bei Stolberg im Gemeindegebiet von Südharz im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Es wurde in Form eines aufrecht stehenden vierzählig drehsymmetrischen Lateinischen Kreuzes (Doppelkreuz) aus Stahlfachwerk errichtet, ist etwa 38 m[1] hoch und wiegt 125 t[1]. Die Konstruktion wird von etwa 100.000 Nieten[1] zusammengehalten.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Josephskreuz befindet sich im Unterharz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Es steht auf der zwischen Stolberg im Südwesten (zur Gemeinde Südharz) und Straßberg im Nordosten (zur Stadt Harzgerode) gelegenen Josephshöhe (580,3 m ü. NN[2]), der Südkuppe des bewaldeten Großen Auerbergs (580,4 m ü. NN).

Geschichte[Bearbeiten]

Schon im 17. Jahrhundert[1] stand auf dem Auerberg ein hölzerner Fachwerk-Aussichtsturm, der wegen Baufälligkeit und Wetterschäden 1768[1] abgerissen wurde.

1832 beauftragte Graf Joseph zu Stolberg-Stolberg den Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel mit dem Entwurf eines neuen Turms, den ein Stolberger Zimmermann ausführte. Das Richtfest von Schinkels hölzernem Turm in Form eines Doppelkreuzes wurde am 24. September 1833 gefeiert. Am 21. Juni 1834 wurde der Turm eingeweiht und nach seinem Auftraggeber „Josephskreuz“ benannt. Der Turm besaß keine Treppen und konnte nur mit Leitern bestiegen werden. Um 1850 mussten die Kreuzarme erneuert werden, im Juni 1880[1] wurde das Bauwerk durch einen Blitzeinschlag bei einem Gewitter zerstört.

Mit dem Bau eines neuen Josephskreuzes nach einem Entwurf von Otto Beißwänger wurde am 20. April 1896 begonnen. Der Turm nahm in der Doppelkreuzform Bezug auf Schinkel, war jedoch nach dem Vorbild des Pariser Eiffelturms als Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt, wobei dessen Bestandteile wie der Rundbogen zwischen den Beinen sogar nachgebaut wurden. Die Kosten von 50.000 Mark trugen das Fürstenhaus zu Stolberg und der Harzklub. Am 9. August 1896 wurde das neue Josephskreuz eingeweiht.

Im 20. Jahrhundert verfiel das Kreuz zusehends, bis es 1987 wegen Baufälligkeit für den Besucherverkehr gesperrt wurde. Ab 1989 wurde es saniert und am 28. August 1990 wiedereröffnet.

Aussichtsmöglichkeit und Wandern[Bearbeiten]

Von der Aussichtsplattform, zu der eine Wendeltreppe mit 200 Stufen[1] führt, fällt der Blick über die Landschaft des Unterharzes, zum Brocken im Hochharz, zum Großen Inselsberg und nach Magdeburg, wo die Domtürme zu erkennen sind. Das Josephskreuz bzw. die Josephshöhe ist als Nr. 215[3] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen; der Stempelkasten befindet sich neben dem am Aussichtsturm stehenden Kiosk. Nebenan steht zudem die Ausflugsgaststätte Bergstüb´l am Josephskreuz.

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Das Josephskreuz auf dem großen Auerberg – Stolberg, auf harz.de
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 215 – Josephshöhe auf harzer-wandernadel.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Josephskreuz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

51.58055555555611.005555555556Koordinaten: 51° 34′ 50″ N, 11° 0′ 20″ O