Julius Exter

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Julius Exter: Selbstporträt
Julius Exter: Frühling

Julius Leopold Bernhard Exter (* 20. September 1863 in Ludwigshafen am Rhein; † 16. Oktober 1939 in Übersee am Chiemsee) war ein deutscher Kunstmaler, Bildhauer und ab dem Jahr 1902 Königlicher Professor.

Herkunft, Ausbildung[Bearbeiten]

Exter entstammte einer weit verzweigten Pfälzer Kaufmannsfamilie, die in Ludwigshafen, Neustadt und Bad Dürkheim ansässig war. Er ist der Bruder des Architekten August Exter. Seine Ausbildung zum Kunstmaler erhielt er an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Leben[Bearbeiten]

Er gehörte zur Münchner Secession, die er 1892 mitbegründete. Zwei Jahre später schloss er sich der sehr progressiven Freien Vereinigung Münchner Künstler an. Um 1900 war er ein Vorkämpfer der modernen Malerei in München und galt nicht nur unter Kollegen als „Farbenfürst“. Zu seinen Schülerinnen gehörte die Freiburger Malerin und Bildhauerin Eva Eisenlohr.[1]

In ganz Deutschland und besonders in der Schweiz fanden die Bilder des avantgardistischen Malers Absatz. Exter entwickelte sich vom Historismus zur vitalen Farbigkeit des Expressionismus. Im Winter 1908 pflegte er intensiven Kontakt mit Franz Marc. Mit seinen maltechnischen und farbenfrohen Experimenten stand er der Künstlergruppe der Neuen Künstlervereinigung München und der Redaktion des Blauen Reiters nahe. Den Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens bildeten figürliche Kompositionen, Porträts, Landschaften und Akte. Sein expressives Spätwerk zählt zu den Höhepunkten der süddeutschen Malerei am Beginn der Moderne.

Das 1902 von Julius Exter in Übersee-Feldwies am Chiemsee erworbene Bauernhaus Zum Stricker wurde Künstlersitz und Standort seiner in ganz Europa bekannten Malschule. Er selbst verlegte seinen Wohnsitz 1917 endgültig von München dorthin.

Exter starb am 16. Oktober 1939 um 9:05 Uhr im Exter-Haus an Herzschwäche. Das Künstlerhaus Exter ist als Museum und Galerie öffentlich zugänglich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elmar D. Schmid: Julius Exter. Aufbruch in die Moderne. Klinkhardt & Biermann, München 2000, ISBN 978-3-7814-0415-1.
  • Elmar D. Schmid: Julius Exter: Freilichtmalerei. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2005, ISBN 978-3-87071-127-6.
  • Julius Exter (1863–1939). Herausgeber: Historisches Museum der Pfalz Speyer, Speyer 2006, ISBN 978-3-930239-16-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Julius Exter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dankmar Trier: Eva Eisenlohr in: Allgemeines Künstlerlexikon XXXIII, 2002, S. 49.