Kölner Wappen

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Wappen der kreisfreien Stadt Köln
Emblem der Kölner Stadtverwaltung

Das Kölner Wappen existiert seit mehr als 700 Jahren. Es hat sich mehrfach in der Geschichte der Stadt Köln geändert und ziert heute viele Logos und Embleme von Kölner Institutionen und Unternehmen.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Das hier gezeigte Wappen geht auf das Wappen der Freien Reichsstadt Köln (seit 1475) zurück. Die Wappen des ehemaligen Kurfürstentums und Erzstifts Köln sowie des Erzbistums Köln zeigen in Silber ein (häufig geständertes) schwarzes Balkenkreuz. Das Wappen des Erzbistums zeigt hinter diesem Schild noch ein Doppelkreuz, das Vortragekreuz eines Erzbischofs. Das Kurkölner Wappen ist heute noch ein Bestandteil vieler Kreis-, Stadt- und Ortswappen im Kölner Umland und in den ehemals kölnischen Gebieten Westfalens.

Symbolik[Bearbeiten]

Kölner Wappen mit Löwe und Greif als Wappenhalter um 1500
Altes Kölner Wappen um 1900
Kölner Wappen mit Löwe und Greif als Wappenhalter aus dem Jahr 1527
Kölner Wappen während der französischen Besatzung aus dem Jahr 1811
Kölner Wappen am Turm des Hauptbahnhofs Bremen
Kölner Wappen im Festsaal der Köln-Rottweiler Pulverfabrik mit einer falschen Anzahl von Flammen
Detail eines Buntglasfensters mit Kölner Stadtwappen im Eingangsbereich des Kölner Doms

Blasonierung: „Unter rotem Schildhaupt, darin balkenweise drei goldene dreiblättrige Kronen, in Silber 11 schwarze Flammen (5:4:2).“ – Bis um 1550: „Silber mit rotem Schildhaupt, darin balkenweise drei goldenen dreiblättrigen Kronen.“

Köln war neben Lübeck Mitbegründerin der Deutschen Hanse, der Schild trägt daher die Farben der Hanse: Rot und Weiß. Die drei Kronen sind seit dem 12. Jahrhundert das Hoheitszeichen der Stadt und erinnern an die Heiligen Drei Könige, deren Reliquien 1164 als Geschenk des Kaisers Friedrich I. Barbarossa nach Köln gebracht wurden.

Die elf schwarzen Tropfen oder Flammen (in Köln spricht man von „Tränen“) zieren seit dem 16. Jahrhundert das Stadtwappen und erinnern an die Heilige Ursula, der Legende nach eine fromme Tochter des Königs der Bretagne, Maurus. Eigentlich stellen die Tropfen Hermelinschwänze dar, die sich im alten Wappen der Bretagne befanden. Der Legende nach befand sich die Heilige Jungfrau Ursula zusammen mit ihren zehn jungfräulichen Gefährtinnen auf der Rückfahrt von einer Pilgerreise nach Rom. Möglicherweise war es der im Mittelalter aufgekommene Reliquienkult, der aus den elf Jungfrauen 11.000 (daher „Ursula und die 11.000 Jungfrauen“) werden ließ. Sie wurden bei Köln von Hunnen unter Attila ermordet. Über die Jahre wurden alle Gebeine, die in und um Köln gefunden wurden (in der Regel römische Grabmäler, die üblicherweise an Straßen angelegt wurden), zu den elf jungfräulichen Gebeinen gelegt, und somit hat Köln das größte Gebeinhaus nördlich der Alpen.

Das Wappen (der Wappenschild) wird eingefasst durch einen doppelköpfigen Adler mit Zepter und Schwert. Dieses Symbol des Heiligen Römischen Reiches, bei dem ein Adlerkopf jeweils für Kaiser- und Königsmacht stand, verkörpert den Status als Freie Reichsstadt, den Köln de jure 1475 erhielt (de facto bereits durch die Abschüttelung der Erzbischofsherrschaft durch die Schlacht von Worringen im Jahr 1288).

Während der französischen Besatzung verlieh Napoléon Bonaparte im Jahr 1811 der Stadt Köln ein neues Wappen mit den für seine Herrschaft üblichen Bienen im Schildhaupt, bekrönt von den Mauerzinnen der Stadt und dem Adler Napoléons. Der quer liegende Merkurstab über dem Schild verweist auf die Bedeutung Kölns als Handelsstadt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland, Stadler, K., 1964–1971, Angelsachsen Verlag, 8 Ausgaben
  • Heiko Steuer: Das Wappen der Stadt Köln, Köln, 1981, Greven Verlag

Weblinks[Bearbeiten]