Kali Gandaki
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Der Kali Gandaki (Nepali: कालीगण्डकी, Kālīgaṇḍakī) ist einer von vier großen Flüssen Nepals (daneben gibt es noch den Grenzfluss Mahakali und den Arun im Osten und den Karnali im Westen). Mit den größeren Nebenflüssen Seti Gandaki, Madi, Budhi Gandaki, Trisuli und Rapti entwässert dieses Flusssystem den gesamten zentralen Teil des Landes. Er entspringt in Mustang an der Grenze zu Tibet und mündet bei Patna in den Ganges. Über Jahrhunderte war er Handelsroute, insbesondere für Salz, zwischen Tibet und Indien. Wenige Kilometer nördlich von Tansen entstand vor wenigen Jahren das größte Wasserkraftwerk Nepals: Über Stollen wurde, das Gefälle ausnutzend, eine große Schleife kurzgeschlossen. In der Trockenzeit fließt in der Schleife über eine Strecke von ca. 20 km kaum noch Wasser, so dass nachteilige Auswirkungen auf die Fauna des Flusses zu befürchten sind.
Das Tal des Kali Gandaki bietet einen interessanten Superlativ: Zwischen Kalopani und Larjung steht man bei ca. 2540 m ü. NN auf der Sohle des tiefsten Tales der Welt, nämlich ca. 5,6 km unter dem Gipfel des Dhaulagiris (8167 m), wobei Dhaulagiri im Westen und Annapurna (8091 m) im Osten an dieser Stelle nur ca. 35 km voneinander entfernt sind.
Die Gegend hat eine reiche Geschichte. Funde aus der Eisenzeit und Reste von vor mehr als dreitausend Jahren in die oft senkrechten Schluchtwände gehauenen Pfaden deuten auf eine frühe Besiedlung hin.
Im Quellgebiet des Kali Gandaki liegt das mystisch verklärte und erst seit wenigen Jahren zugängliche obere Mustang mit dem Hauptort Lo Manthang. Das Flusstal ist eines der beliebtesten Trekkingziele des Landes. Das Tal gehört zum Annapurna Conservation Area und Touristen müssen für den Eintritt eine Erlaubnis erwerben, die an Kontrollposten vorgezeigt werden muss. Dafür werden unter anderem die Wege und Hängebrücken instandgehalten und Pflegemaßnahmen durchgeführt. Dennoch kann es vorkommen, dass man mit den Reparaturen, besonders während der Monsunzeit, nicht nachkommt.
Das Leben in diesem Tal wird sich in wenigen Jahren von Grund auf verändern. Jahr für Jahr wird eine Straße von Süden kommend in Richtung Mustang vorangetrieben. So kann man zwischenzeitlich mit dem Bus von Pokhara bis Beni fahren; die Straße geht sogar 10-15 km weiter. Weiter nördlich sind mehrere Teilstücke im Bau, wobei die Straße in Handarbeit den Felsen abgerungen wird. Von Marpha bis Jomsom ist die Straße fertig.

