Kali Gandaki

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Kali Gandaki
Narayani, Gandak
Kali Gandaki (Gandak) und weitere Nebenflüsse des Ganges in Nepal und Nordostindien

Kali Gandaki (Gandak) und weitere Nebenflüsse des Ganges in Nepal und Nordostindien

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Lage Gandaki und Narayani (Nepal), Bihar (Indien)
Flusssystem Ganges
Abfluss über Ganges → Indischer Ozean
Quelle im Norden Gandakis (Nepal)
29° 17′ 20″ N, 83° 49′ 29″ O29.28888888888983.8247222222226268
Quellhöhe ≈ 6268 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Patna in den Ganges25.65347385.183067Koordinaten: 25° 39′ 13″ N, 85° 10′ 59″ O
25° 39′ 13″ N, 85° 10′ 59″ O25.65347385.183067
Großstädte Bharatpur
Die Narayani (Unterlauf der Kali Gandaki) im Himalaya-Vorland bei Triveni an der nepalisch-indischen Grenze

Die Narayani (Unterlauf der Kali Gandaki) im Himalaya-Vorland bei Triveni an der nepalisch-indischen Grenze

Die Kali Gandaki (Nepali: कालीगण्डकी, Kālīgaṇḍakī; Hindi: गंडक, Ganḍak; deutsch: „Schwarze Gandaki“ wegen des dunklen Sedimentes) ist neben Mahakali, Arun und Karnali einer der vier großen Flüsse Nepals. Wie die anderen drei, ist sie ein linker (nördlicher) Nebenfluss des Ganges. Sie entspringt am Nordrand des Himalaya, in Mustang, ganz im Norden der Verwaltungszone Gandaki, an der Grenze zu Tibet. Dort wird der Fluss auch Mustang Khola genannt. Von dort fließt sie südwärts und durchquert den Hauptkamm des Himalaya. Damit bildet sie, flankiert von den 8000er Gipfeln Dhaulagiri und Annapurna das tiefste Durchbruchstal der Welt.[1] Mit ihren größeren Nebenflüssen Seti Gandaki, Madi und Budhi Gandaki entwässert die Kali Gandaki den zentralen Teil Nepals.

Kurz vor Austritt der Kali Gandaki aus dem Himalaya, vereint sie sich bei Ghumawune (Gandaki) mit dem Fluss Trishuli zur Narayani, die zusammen mit ihrem aus Osten kommenden Nebenfluss Rapti die nördliche und westliche Grenze des Chitwan-Nationalparks bildet. Bei Patna, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Bihar mündet die Narayani in den Ganges.

Über Jahrhunderte verlief entlang der Kali Gandaki eine wichtige Handelsroute zwischen Tibet und Indien, insbesondere für Salz und Reis.

Geographie und Klima[Bearbeiten]

In Nepal fließt die Gandaki durch verschiedene Gebirgslandschaften. Hier bei Kagbeni, auf der Leeseite des Himalaya, auf 2850 m fließt sie durch eine karge, wüstenartige Landschaft...
... und hier, nur 25 km flussabwärts und ca. 300 Höhenmeter tiefer, fließt sie durch einen Nadelwald.

Klima (Nepal)[Bearbeiten]

Die feuchten Luftmassen, die durch den indischen Sommermonsun vom Arabischen Meer herangetragen werden, regnen an der Südabdachung des Himalaya ab. Da die Kali Gandaki den Hauptkamm des Himalaya durchschneidet, liegen die nördlichen, höheren Abschnitte des Flusstales im Regenschatten und die südlichen, tiefer gelegenen Teile des Tals an der regenreichen Südflanke des Gebirges.

Aufgrund der sich daraus ergebenden unterschiedlichen jährlichen Niederschlagsmengen entlang des Flusslaufes und wegen des relativ steilen Reliefs, verbunden mit den Auswirkungen der Höhe auf die mittleren Jahrestemperaturen, durchquert der Fluss in relativ kurzer Folge verschiedene Klima- und Vegetationszonen. Die Klimagürtel sind so schmal, dass einige Dörfer ihr „eigenes“ Klima haben. Beispielhaft seien, von Nord nach Süd, drei Orte angeführt:

  • Kagbeni (28° 50′ 15″ N, 83° 47′ 03″ O28.837583.784166666667), nördlich des Hauptkamms des Himalaya, 2850 m über dem Meer, an der Leeseite des Gebirges: Die örtliche Landwirtschaft (u. a. Getreide und Apfelbäume) ist abhängig von der Bewässerung aus dem Fluss, denn dort regnet es nur sehr selten (mittlere Niederschlagsmenge im Juli, dem „regenreichsten“ Monat: 58 mm; Jahresmittel: 328 mm). Die Landschaft ähnelt einer Geröllwüste, bei sommerlichen Tageshöchsttemperaturen um die 20 °C.[2]
  • Kalopani (28° 38′ 50,5″ N, 83° 35′ 42″ O28.64736111111183.595), 30 km weiter flussabwärts, ungefähr dort, wo das Flusstal den Hauptkamm durchquert, 2500 m über dem Meer: Auf den ersten Blick ähnelt die überwiegend aus Nadelgehölzen bestehende Vegetation der eines Tals in den Alpen. Typische Pflanzen sind dort aber auch Sanddorn, Hanf und Bambus. Die Tageshöchstwerte können im Sommer die 20°-Marke übersteigen. Im Juli, dem regenreichsten Monat, fallen im Schnitt 140 mm (Jahresmittel 659 mm, d. h. dort fällt im Schnitt doppelt soviel Regen wie in Kagbeni).[3]
  • Tatopani, (28° 29′ 48,5″ N, 83° 39′ 14″ O28.49680555555683.653888888889) weitere 20 km flussabwärts, südlich des Hauptkamms, 1200 m über dem Meer: Diese Gegend ist bereits feucht-tropisch geprägt , was sich unter anderem darin äußert, dass dort die malariaübertragende Anophelesmücke vorkommt. Im Juli, dem regenreichsten Monat, fallen im Schnitt 377 mm (Jahresmittel 1641 mm), d. h. dort fällt im Juli durchschnittlich mehr Regen als in Kagbeni über das ganze Jahr.[4] Die Landwirtschaft umfasst unter anderem den Anbau von Bananen und Reis.

Aufgrund der Lage an der Leeseite des Gebirges, können in jenem Teil des Flusstales, der nördlich des Hauptkammens des Himalaya, ab etwa nördlich der Ortschaft Larjung (28° 41′ 12,5″ N, 83° 36′ 52″ O28.68680555555683.614444444444) liegt, nachmittags Fallwinde aus Süd in Sturmstärke auftreten.

Tiefstes Tal der Welt[Bearbeiten]

Das Tal der Kali Gandaki bietet einen interessanten Superlativ: Zwischen Kalopani und Larjung, dort wo das Tal den Hauptkamm des Himalaya durchquert, liegt auf ca. 2540 m die Sohle des tiefsten Tales der Welt. Der Höhenunterschied zwischen der Talsohle und dem ca. 12 km westlich liegenden Gipfel des Dhaulagiri (8167 m) beträgt dort mehr als 5600 m. Östlich des Tals erhebt sich der Annapurna (8091 m). Beide Gipfel sind etwa 34 km voneinander entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend hat eine reiche Geschichte. Funde aus der Eisenzeit und Reste von vor mehr als dreitausend Jahren in die oft senkrechten Schluchtwände gehauenen Pfaden deuten auf eine frühe Besiedlung hin.

Im Quellgebiet der Kali Gandaki liegt das mystisch verklärte und erst seit wenigen Jahren zugängliche obere Mustang mit dem Hauptort Lo Manthang. Das Flusstal ist eines der beliebtesten Trekkingziele des Landes, der Westteil des Annapurna Circuits führt großenteils durch das Tal. Es liegt in der Annapurna Conservation Area und Touristen müssen für den Eintritt eine Erlaubnis erwerben, die an Kontrollposten vorgezeigt werden muss. Dafür werden unter anderem die Wege und Hängebrücken instand gehalten und Pflegemaßnahmen durchgeführt. Dennoch kann es vorkommen, dass man mit den Reparaturen, besonders während der Monsunzeit, nicht nachkommt.

Wasserkraft[Bearbeiten]

Wenige Kilometer nördlich von Tansen entstand vor wenigen Jahren das größte Wasserkraftwerk Nepals, Kali Gandaki A: Über Stollen wurde, das Gefälle ausnutzend, eine etwa 45 km lange Flussbiegung kurzgeschlossen. In der Trockenzeit fließt in dieser Schleife über eine Strecke von ca. 20 km nunmehr kaum noch Wasser, so dass nachteilige Auswirkungen auf die Fauna des Flusses befürchtet werden.

Straßenbau verändert das Leben im Tal[Bearbeiten]

Das Leben in diesem Tal beginnt sich durch die Anbindung an das Straßennetz von Grund auf zu verändern. So kann man auf Asphalt mit dem Bus von Pokhara bis Beni fahren; bis Muktinath und Lo Manthang ist die auf diesem Teilstück nicht asphaltierte Piste für Geländewagen und Motorräder saisonal durch den Monsun eingeschränkt befahrbar.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Annapurna (1:100,000 map), Nepal-Kartenwerk der Arbeitsgemeinschaft für vergleichende Hochgebirgsforschung Nr. 9, Nelles Verlag, München, 1993.
  2. Klimadaten für Kagbeni auf climate-data.org
  3. Klimadaten für Kalopani auf climate-data.org
  4. Suresh Marahatta, Bhawani S. Dangol, Gehendra B. Gurung: Temporal and Spatial Variability of Climate Change over Nepal. Practical Action Nepal Office, 2009, ISBN 978-9937-8135-2-5, Anhang 1, Tabelle Precipitation Summary (PDF, 5,0 MB, S. 38). Anm.: Temperaturdaten für Tatopani enthält diese Quelle leider nicht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gandaki River – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien