Kant (Kirgisistan)

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Kant
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Kant (Kirgisistan)
Kant
Kant
Basisdaten
Staat: Kirgisistan Kirgisistan
Gebiet: Tschüi
Koordinaten: 42° 53′ N, 74° 51′ O42.88805555555674.850277777778Koordinaten: 42° 53′ 17″ N, 74° 51′ 1″ O
Einwohner: 24.500
Stadtzentrum von Kant
Hauptstraße
Die Präsidenten Askar Akajew (Kirgisistan) und Wladimir Putin (Russland) bei der Eröffnung der russischen Luftwaffenbasis Kant am 23. Oktober 2003

Kant ist eine Industriestadt in der Tschüi-Ebene im nördlichen Kirgisistan, etwa 21 km östlich von der Hauptstadt Bischkek entfernt und nahe der kasachischen Grenze.

Die Einwohnerzahl mit einigen eingemeindeten Siedlungen, jedoch ohne das russische Militärpersonal bewegt sich um 24.500.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Kant (kirgisisch für „Zucker“) entstand, als in den 1930er Jahren eine Zuckerfabrik gebaut wurde. Die manchmal gehörte Behauptung, die Stadt sei nach dem deutschen Philosophen Immanuel Kant benannt, ist unrichtig.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt hat seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion viele Arbeitsplätze in Industrie und Gewerbe eingebüßt. Eines der bekanntesten weiterhin florierenden Unternehmen ist die Abdysh Ata Brauerei, deren Produkte sich großer Beliebtheit im Lande erfreuen.

Luftwaffenstützpunkt[Bearbeiten]

Im Jahre 1941 verlegte die Sowjetunion eine Luftwaffenbasis und Pilotenschule von Odessa nach Kant. Während des Zweiten Weltkriegs wurden dort mehr als 1.500 Piloten ausgebildet. Ab 1956 wurden auch ausländische Piloten dort ausgebildet: unter ihnen waren die späteren Präsidenten von Ägypten, Hosni Mubarak, und von Syrien, Hafiz al-Assad, sowie der indische Air Chief Marshal Dilbagh Singh. 1992, nach dem Ende der Sowjetunion, wurde die Basis an die Kirgisische Republik übergeben. Seit Oktober 2003 wird der Stützpunkt wieder von der russischen Luftwaffe genutzt, die dort als Antwort auf die seit Dezember 2001 in Bischkek stationierten US-Amerikaner die 999. Luftbasis der 5. Luftarmee unterhält.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Stadt war während der Sowjetzeit Wohnort einer großen Anzahl ehemaliger Wolgadeutscher, die von Stalin nach Hitlers Angriff auf die Sowjetunion aus der Wolgaregion nach Zentralasien zwangsdeportiert worden waren, als die Wolgadeutsche Autonome Sozialistische Sowjetrepublik aufgelöst wurde. Die weitaus meisten von ihnen haben Kirgisistan inzwischen verlassen, um nach Deutschland umzusiedeln. Einige Dörfer in der Umgebung, wie Luxemburg (Люксембург), Friedenfeld (Фриденфельд) und Bergtal (Бергталь) (seit 1927 offiziell Rot-Front genannt), tragen noch immer ihre deutschen Namen, aber nur noch kleine Reste der Nachfahren ihrer wolgadeutschen Gründer sind dort verblieben. Auch das Dorf Telman (Thälmann) ist deutschen Ursprungs; es wurde 1925 unter dem Namen „Grünfeld“ gegründet. Ein kleines Museum in der Dorfschule von Bergtal/Rot-Front bewahrt das Andenken an die Vorfahren und ihren langen und beschwerlichen Weg nach Zentralasien.

Sport[Bearbeiten]

In der Stadt ist der Fußballverein Abdish-Ata Kant beheimatet.

Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien