Kastanozem

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Der Kastanosem (von russ.: Каштан = Kastanie und semlja: Boden) ist ein Bodentyp der internationalen Bodenklassifikation WRB, der in die Gruppe der Humusakkumulationsböden gehört. Er ist der zonale Boden der semiariden Kurzgrassteppen.

Vorkommen[Bearbeiten]

Kastanozeme finden sich vor allem in den Gebieten der Kurzgrassteppen

Haupteigenschaften[Bearbeiten]

Bodenprofil eines Calcic Kastanozem

Namensgebend ist die kastanienbraune Farbe, die aus hohen Humusgehalten resultiert. Der humose Oberboden wird durch Bodenwühler tiefgründig eingearbeitet (Bioturbation). Darüber hinaus enthält der Boden sehr hohe Kalkgehalte, da keine Auswaschung stattfindet. Typisch sind sogar sekundäre Kalkanreicherungen im Oberboden durch den Aufstieg von Grundwasser. Der Boden hat ein reiches Bodenleben, günstige pH-Werte sowie hohe Nährstoffgehalte

Nutzung[Bearbeiten]

Kastanozeme sind im Grunde sehr fruchtbare Standorte. Wegen der geringen und unregelmäßigen Niederschläge stehen unbewässerte Flächen aber stetig unter Dürregefahr. In weiten Gebieten dominiert daher die Weidewirtschaft.

Genutzte Standorte sind anfällig für Bodenerosion und Überweidung. Bei Bewässerung besteht eine große Gefahr der Versalzung.

Ähnliche Bodentypen[Bearbeiten]

Nah verwandt ist der Chernozem, der zonale Boden der feuchteren und kühleren Langgrassteppe. Durch die bessere Wasserversorgung sind Chernozeme aber humoser und dunkler (bis tiefschwarz). Auf Grund der härteren Winter sind sie auch intensiver durchwühlt als der Kastanozem und damit tiefgründiger humos.

Ebenfalls ähnlich ist der WRB-Bodentyp Phaeozem, der im relativ feuchten Übergangsbereich zwischen Wald und Steppe vorkommt.

Nach der Deutschen Bodensystematik werden Kastanozeme oft als Kalktschernosem angesprochen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]