Kattwykbrücke

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53.4943019.951768Koordinaten: 53° 29′ 39,5″ N, 9° 57′ 6,4″ O

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Kattwykbrücke
Kattwykbrücke Hamburg 3.jpg
Die Kattwykbrücke
Überführt

Straße, Eisenbahn

Querung von

Süderelbe

Konstruktion parallelgurtige Fachwerkbrücke mit einem beweglichen Überbau
Anzahl der Öffnungen 3
Längste Stützweite 106 m
Durchfahrtshöhe 53 m
Fertigstellung 1973

Die Kattwykbrücke ist eine Hubbrücke im Hamburger Hafen über die Süderelbe für den Eisenbahn- und Straßenverkehr. Die 290 Meter lange Brücke verbindet Moorburg mit der östlich gelegenen Kattwyk-Halbinsel, die zur Elbinsel Wilhelmsburg gehört. Die Kattwykbrücke wurde am 21. März 1973 eingeweiht und ist mit den 70 Meter hohen Endportalen, einer Hubhöhe von 46 Metern, Durchfahrtshöhe von 53 und Durchfahrtsbreite von 96 Metern die größte Hubbrücke Deutschlands.

Lichtzeichenanlagen an den Zufahrtsstraßen weisen auf die Dauer der Verkehrsunterbrechung hin.

Neben der weiter nördlich liegenden Köhlbrandbrücke, einer Hochbrücke, ist sie die zweite Brücke in Hamburg, die auch die größten Seeschiffe passieren können. Für den Schiffsverkehr zu den vier Harburger Seehäfen mit der Shell-/Nynas-Raffinerie wird sie i.d.R. tagsüber alle zwei Stunden (zu den geraden Stunden) geöffnet.[1] Die Unterbrechung des Fahrzeugverkehrs dauert dann im Allgemeinen 15 bis 20 Minuten.

Technik[Bearbeiten]

Das Brückendeck mit Fahrbahn und Bahngleis

Die Brücke besteht aus zwei Trapezfachwerken über den Seitenöffnungen und einem parallelgurtigen Fachwerkbalken über der Hauptöffnung, der an 32 Stahlseilen aufgehängt ist.

Eine Besonderheit der Brücke ist, dass die Eisenbahnschienen auf der Brücke in der Mitte der Straßenfahrbahn verlaufen. Da sich Schienen- und Straßenverkehr die Kattwykbrücke (noch) teilen, muss diese auch für die Durchfahrt eines Güterzuges für den Straßenverkehr gesperrt werden. Diese Sperrungen dauern i. d. R. etwa acht bis zehn Minuten. Nach dem Bau einer zweiten Hubbrücke für die Eisenbahn (2014–2018) entfällt diese Einschränkung für den Straßenverkehr.

Ausfälle[Bearbeiten]

Auf Grund des stark gestiegenen Verkehrsaufkommens und des damit verbundenen hohen Verschleißes wurde die Brücke von April bis Oktober 2005 für grundlegende Instandsetzungsarbeiten außer Betrieb genommen. Es wurden der Fahrbahnbelag, die Schienen und alle 32 Stahlseile erneuert. Außerdem erfolgte eine Grundüberholung der Antriebsmotoren und die Stahlkonstruktion wurde repariert und mit neuem Korrosionsschutz versehen. Um trotz der Arbeiten den Schiffsverkehr nicht zu beeinträchtigen, wurde das 100 Meter lange Brücken-Mittelteil an der höchsten Position verkeilt. Im März/April 2006 wurde die Brücke für Nacharbeiten nochmals für den Verkehr gesperrt.

Aufgrund eines Lagerbruchs an einer der vier Seiltrommeln des beweglichen Trogs war die Brücke von Ende Januar 2008 bis zum 15. Dezember 2008 außer Betrieb. Nachdem die Brücke für etwa sechs Wochen auf einer Durchfahrtshöhe von 17 Metern bei mittlerem Hochwasser blockiert war, konnte sie Anfang März 2008 auf die maximale Höhe angehoben werden. Durch die mehrwöchige Blockade für große Seeschiffe traten bei den Umschlagbetrieben, die an den Harburger Seehafenbecken angesiedelt sind, hohe finanzielle Verluste auf. Die lange Ausfallzeit wurde genutzt, um die komplette Antriebsmechanik der Brücke zu überholen. Der Reparaturumfang sah neben dem Austausch des defekten Lagers auch den Austausch aller vier spezialgefertigten Seiltrommeln vor. Nach Abschluss der Reparaturarbeiten wurde die Brücke planmäßig am 15. Dezember 2008 durch den Hamburger Wirtschaftssenator Axel Gedaschko und Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA), wieder für den Straßenverkehr freigegeben.

Ende Juli 2011 kam es beim Herunterfahren erneut zu einem Ausfall der Kattwykbrücke. Nach einem Brand in einem Schaltschrank blieb die Brücke in 8 Metern Höhe hängen und musste wieder mit einem Notantrieb auf die Maximalhöhe hochgefahren werden.[2] Nach Reparaturarbeiten wurde die Brücke am 10. September 2011, drei Wochen früher als berechnet, wieder in Betrieb genommen.

Im Herbst 2012 wurde das Bahngleis erneuert und die Brücke war drei Monate lang für den Landverkehr gesperrt.[3]

Die Brücke überquert die Süderelbe beim Kraftwerk Moorburg

Bau einer zweiten Hubbrücke[Bearbeiten]

Die Eisenbahnstrecke über die Kattwykbrücke verbindet den Hafenbahnhof Hohe Schaar über Hausbruch mit dem Hafenbahnhof Alte Süderelbe. Damit stellt sie eine Fahrmöglichkeit für Züge aus dem westlichen Hafen über die Hafenbahn in Richtung Osten her und entlastet die südlichen DB-Knoten Hausbruch und Harburg.[4] Zur Erhöhung der Streckenkapazität und Entlastung der Kattwykbrücke ist der Bau einer separaten, sehr ähnlichen, zweigleisigen Eisenbahnbrücke nördlich der bestehenden Brücke geplant.[5] Eine Verbindungskurve zum Containerterminal Altenwerder soll dann die Anbindung weiter verbessern.[6]

Im April 2014 beschloss der Aufsichtsrat der Hamburg Port Authority (HPA) den Bau der Eisenbahnbrücke. Der Bau soll im Sommer 2014 beginnen und 2018 abgeschlossen sein.[7] Die Kosten wurden mit 208 Millionen Euro berechnet.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hamburg Port Authority: Brücken und Schleusen
  2. Feuer auf Kattwykbrücke stoppt Autos, Züge, Schiffe, Hamburger Abendblatt, abgerufen am 14. August 2011
  3. Kattwykbrücke für drei Monate gesperrt, Pressemitteilung der Hamburg Port Authority, 8. August 2012
  4. Masterplan Straßenverkehr Hafen Hamburg (PDF; 5,5 MB), S. 22
  5. Neue Kattwykbrücke in Hamburg – Variantenuntersuchung und Entwurf (PDF; 7,5 MB), Hamburg Port Authority, abgerufen im Juli 2013
  6. Hafenentwicklungsplan 2025 (PDF; 7,1 MB), S. 51 f.
  7. Geld für neue Kattwykbrücke bewilligt, NDR, abgerufen am 28. April 2014
  8. Eckhard-Herbert Arndt: Grünes Licht für Brücken-Neubau. In: Täglicher Hafenbericht vom 28. April 2014, S 2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kattwykbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien