Keita (Niger)

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Stadtgemeinde Keita
Stadtgemeinde Keita (Niger)
Stadtgemeinde Keita
Stadtgemeinde Keita
Koordinaten 14° 45′ N, 5° 47′ O14.7555.775Koordinaten: 14° 45′ N, 5° 47′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tahoua
Departement Keita
Fläche 820 km²
Einwohner 67.304 (2012)
Dichte 82,1 Ew./km²

Keita (auch: Keïta) ist eine Stadtgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Keita in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Keita liegt in der Sahelzone östlich der Regionalhauptstadt Tahoua. Die Nachbargemeinden Keitas sind Tabalak im Norden, Ibohamane im Osten, Garhanga im Süden sowie Kalfou und Tamaské im Westen. Das Gemeindegebiet ist in drei Stadtviertel, 47 administrative Dörfer, ein traditionelles Dorf und neun Weiler gegliedert. Die Stadtviertel heißen Idewaran, Lissawan und Moulela.[1] Lissawan ist nach jenem Tuareg-Clan benannt, der die traditionelle Herrschaft in Keita innehatte. Moulela ist ein Wort der Tuareg-Sprache und bedeutet „Eigenständigkeit“. Moulela war das Wohngebiet von früheren Untergebenen der Tuareg.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die französische Kolonialverwaltung machte den von den Tuareg beherrschten Ort 1904 zum Sitz eines gleichnamigen Kantons, aus dem 1913 die Hausa-dominierten Kantone Garhanga und Tamaské herausgelöst wurden. 1917 griffen aufständische Tuareg, die vom italienisch besetzten Libyen aus operierten, Keita an. Der Kantonschef Afadandan Ichawa wurde getötet und Keita geplündert. Der Angriff führte zu einer erfolgreichen Gegenoffensive der Franzosen.

Ende der 1940er Jahre und Anfang der 1950er Jahre entwickelte sich Keita durch steigende Einwohnerzahlen von einem Dorf zu einer kleinen Stadt.[3] Im Jahr 1964, im unabhängigen Niger, wurde Keita zum Hauptort einer Unterpräfektur, dem späteren Departement Keita, und setzte sich dabei gegen Nachbarort Tamaské durch, der vor allem als Marktort eine große regionale Bedeutung besaß.[4] Das Gemeindegebiet von Keita wurde 2002 um Teile des aufgelösten Kantons Keita erweitert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1977 hatte Keita 3.572 Einwohner, bei der Volkszählung 1988 6.644 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 8.306 Einwohner.[5] Bei der Volkszählung 2012, nach der Vergrößerung des Gemeindegebiets, betrug die Einwohnerzahl 67.304.[6] Neben Tuareg leben auch Hausa und Fulbe in der Stadt.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Übergang der Zone des Agropastoralismus des Nordens zur Zone des Regenfeldbaus des Südens.[8] Durch Keita verläuft die Nationalstraße 16, die den Ort mit den Städten Bouza, Madaoua und Tahoua verbindet. Keita ist der Sitz eines Tribunal d’Instance, eines der landesweit 30 Zivilgerichte, die unterhalb der zehn Zivilgerichte der ersten Instanz (Tribunal de Grande Instance) stehen.[9] In der Stadt gibt es einen lokalen Bürgerhörfunk (radio communautaire).[10] Zu den größten infrastrukturellen Problemen in der Stadt zählt die äußerst mangelhafte medizinische Versorgung. Außerdem haben 46 % der Einwohner keinen Zugang zu Trinkwasser.[7]

Partnerstadt[Bearbeiten]

Mit Pesaro in Italien besteht seit 1987 eine Städtepartnerschaft.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Frédéric Giraut: La petite ville. Un milieu adapté aux paradoxes de l’Afrique de l’Ouest. Etudes sur le semis et comparaison du système social et-spatial de sept localités: Badou et Anié (Togo), Jasikan et Kadjebi (Ghana), Torodi, Tamaské et Keïta (Niger). Dissertation, Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne 1994 (Online-Version; PDF; 2,3 MB), S. 221.
  3. Frédéric Giraut: La petite ville. Un milieu adapté aux paradoxes de l’Afrique de l’Ouest. Etudes sur le semis et comparaison du système social et-spatial de sept localités: Badou et Anié (Togo), Jasikan et Kadjebi (Ghana), Torodi, Tamaské et Keïta (Niger). Dissertation, Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne 1994 (Online-Version; PDF; 2,3 MB), S. 166–168.
  4. Frédéric Giraut: La petite ville. Un milieu adapté aux paradoxes de l’Afrique de l’Ouest. Etudes sur le semis et comparaison du système social et-spatial de sept localités: Badou et Anié (Togo), Jasikan et Kadjebi (Ghana), Torodi, Tamaské et Keïta (Niger). Dissertation, Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne 1994 (Online-Version; PDF; 2,3 MB), S. 264.
  5. bevölkerungsstatistik.de: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deKeita, abgerufen am 10. Januar 2012.
  6. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 1. Mai 2014 (PDF-Datei, französisch).
  7. a b Présentation de la commune de Keita. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 2. Februar 2012.
  8. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  9. Bachir Talfi: Note sur l’organisation judiciaire. Website des nigrischen Justizministeriums, abgerufen am 24. September 2012.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLa situation de la communication pour le développement au Niger (Etat des lieux). Tome 1. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, 2003, S. 147, abgerufen am 2013-04-35 (PDF-Datei; 461 KB, französisch).
  11. Città gemellate con il Comune di Pesaro. Website der Gemeinde Pesaro, abgerufen am 2. Februar 2012.