Pesaro

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pesaro (Begriffsklärung) aufgeführt.
Pesaro
Wappen
Pesaro (Italien)
Pesaro
Staat: Italien
Region: Marken
Provinz: Pesaro und Urbino (PU)
Koordinaten: 43° 55′ N, 12° 54′ O43.91666666666712.911Koordinaten: 43° 55′ 0″ N, 12° 54′ 0″ O
Höhe: 11 m s.l.m.
Fläche: 126 km²
Einwohner: 94.615 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 751 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Fano, Gabicce Mare, Gradara, Mombaroccio, Monteciccardo, Montelabbate, Sant'Angelo in Lizzola, Tavullia
Postleitzahl: 61100
Vorwahl: 0721
ISTAT-Nummer: 041044
Volksbezeichnung: Pesaresi
Schutzpatron: San Terenzio
Website: Pesaro
Die Piazza del Popolo im Zentrum von Pesaro

Pesaro ist eine Hafenstadt in der Region Marken (ital.: Marche) und Hauptstadt und Verwaltungssitz der Provinz Pesaro und Urbino. Der Name der Stadt wird zwar ohne Akzent geschrieben, die Betonung fällt aber - im Gegensatz zur allgemeinen italienischen Regel - nicht auf die vorletzte, sondern auf die drittletzte Silbe.

Pesaro hat 94.615 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012) auf einer Stadtfläche von 126 km² und ist wichtiges Touristenzentrum an der italienischen Adriaküste. Der Ort liegt an dem Fluss Foglia, der nahe der historischen Altstadt in die Adria mündet.

Die Nachbargemeinden sind: Fano, Gabicce Mare, Gradara, Mombaroccio, Monteciccardo, Montelabbate, Sant’Angelo in Lizzola und Tavullia.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Zeit des Römischen Reiches hieß die etruskische Stadt Pisaurum (griechisch Πισαῦρον Pisauron). Pisaurum lag an der Via Flaminia und war der Geburtsort des Dichters Lucius Accius. Gaius Iulius Caesar hatte in der Nähe der Stadt sein Heerlager während des Bürgerkriegs aufgeschlagen.

Pesaros Blüte lag in der Zeit der frühen italienischen Renaissance zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert. 1523 wurde die Hauptstadt des Herzogtum Urbino nach Pesaro verlegt.

Im Mai 1475 fand in Pesaro eine legendär aufwändige fünftägige Hochzeit statt: Costanzo Sforza und Camilla Marzano D'Aragona heirateten.[2]

Am 11. September 1860 zogen Truppen des Piemont in Pesaro ein (siehe Einigung Italiens).

Kultur[Bearbeiten]

Am 10. Juni 1818 wurde das neue Opernhaus mit einer Aufführung der Oper La gazza ladra des Komponisten Gioachino Rossini feierlich eröffnet.[3] Der italienische Staat hat Rossinis Geburtshaus in Pesaro, das heute ein Museum beherbergt, gemeinsam mit den Geburtshäusern von Giacomo Puccini in Lucca und Giuseppe Verdi in Le Roncole mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. In Pesaro finden seit 1980 alljährlich im Sommer auch Festspiele zu Ehren Gioachino Rossinis statt.

Seit 1965 findet in Pesaro das Pesaro Film Festival (Mostra Internazionale del Nuovo Cinema) statt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Pesaro ist Heimat des Basketballvereins Victoria Libertas, der je zweimal die italienische Meisterschaft und den Pokal gewann. Seine Heimspiele trägt der Verein, der seit 2007 wieder in der Serie A spielt, in der Adriatic Arena aus. Robursport Pesaro gehört aktuell zu den besten Vereinen des Landes im Damen-Volleyball und konnte sich 2008, 2009 sowie 2010 die italienische Meisterschaft sichern. Aufgrund desselben Hauptsponsors sind beide Vereine unter dem Namen Scavolini Pesaro bekannt. Pesaro war außerdem Austragungsort der Boßel-Europameisterschaft 2012.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der Pfarrkirche Castel di Mezzo hängt ein Holzkruzifix des Bildhauers Antonio Bonvicino. Aus der Gegend um Pesaro kommt der bekannte Schnittkäse Casciotta d’Urbino.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pesaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. A Renaissance Wedding: The Celebrations at Pesaro for the Marriage of Costanzo Sforza & Camilla Marzano D'Aragona (26 - 30 May 1475): (Studies in Medieval and Early Renaissance Art History). Harvey Miller Publ., 2013, ISBN 978-1905375936
  3. Volker Scherliess: Gioacchino Rossini. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 5. Aufl., 2009, S. 136.