Kicher-Tragant

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kicher-Tragant
Kicher-Tragant (Astragalus cicer)

Kicher-Tragant (Astragalus cicer)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Tragant (Astragalus)
Art: Kicher-Tragant
Wissenschaftlicher Name
Astragalus cicer
L.

Der Kicher-Tragant (Astragalus cicer) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Tragant (Astragalus) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration der Blüte und Frucht.
Fruchtstand

Die Blütezeit liegt in den Monaten Mai und August. Der Kicher-Tragant besitzt etwa 1,5 Zentimeter lange zygomorphe Blüten, die in reichblütigen und langgestielten Blütenständen sitzen. Botanisch gesehen handelt es sich um typische Schmetterlingsblüten mit einem Klappmechanismus. Staubbeutel und Narbe reifen bei dieser Art gleichzeitig. Bestäubt wird die angenehm duftende Blüte vor allem von Hummeln.

Die Hülsenfrucht ist ähnlich wie beim Blasenstrauch durch Kohlendioxid aufgeblasen. Dieses Kohlendioxid entsteht durch die Veratmung von Kohlenhydraten. Im unreifen Zustand sind die Fruchtwände grün; mit zunehmender Reife und damit Austrocknen verändern die Fruchtwände ihre Farbe zu Schwarz. Im September sind die Fruchtwände in der Regel pergamentartig dünn und schwarz.

Ausbreitungsstrategien[Bearbeiten]

Der Kicher-Tragant nutzt eine Reihe unterschiedlicher Ausbreitungsstrategien. Die blasig aufgetriebenen Früchte können als Bodenroller vom Wind fortgetrieben werden. Botanisch wird diese Ausbreitungsstrategie auch Chamaechorie genannt - sie ist unter mitteleuropäischen Pflanzen selten. Die Diasporen des Kicher-Tragants werden jedoch auch semachor ausgebreitet. Die durch Regen aufgequollenen Fruchtwände reifen auf und die Samen werden durch den Wind aus der Öffnung ausgestreut.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Kichertragant kommt in fast ganz Europa und in östlicher Richtung bis nach Sibirien und dem Gebiet um den Baikalsee vor. Er wächst vor allem auf Magerrasen sowie entlang von Ackerrändern und lichtem Gebüsch. Er kommt in Deutschland selten vor.

Literatur[Bearbeiten]

  • Angelika Lüttig und Juliane Kasten: Hagebutte & Co - Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen. Fauna Verlag, Nottuln 2003, ISBN 3-93-598090-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kicher-Tragant – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien