Kilkenny

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Dieser Artikel beschreibt die irische Stadt Kilkenny; für weitere Bedeutungen siehe Kilkenny (Begriffsklärung).
Kilkenny
Cill Chainnigh
Kilkenny
Kilkenny (Irland)
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Koordinaten 52° 39′ 2″ N, 7° 15′ 2″ W52.650556-7.250556Koordinaten: 52° 39′ 2″ N, 7° 15′ 2″ W
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Irland

Provinz

Leinster
Grafschaft Kilkenny
Höhe 60 m
Fläche 3,7 km²
Einwohner 22.179 (2011)
Dichte 5930,2 Ew./km²
Telefonvorwahl +353 / 56
Webauftritt www.kilkennycity.ie (englisch)

Die Stadt Kilkenny (irisch Cill Chainnigh, das bedeutet: Kirche des Canisius) befindet sich im Südosten der Republik Irland an den Ufern des River Nore. Sie ist der Verwaltungssitz des gleichnamigen Countys und hat 8.651 (mit Vororten 22.179) Einwohner (Stand 2011).

Sie ist durch ihre vielen mittelalterlichen Bauten und ihr reges Nachtleben berühmt. In der Welt bekannt ist Kilkenny vor allem durch das gleichnamige Bier.

Kilkenny
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Met Éireann
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kilkenny
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Max. Temperatur (°C) 7,7 7,9 10,0 12,4 15,1 18,1 19,9 19,6 17,2 13,9 10,1 8,4 Ø 13,4
Min. Temperatur (°C) 1,4 1,6 2,3 3,4 5,6 8,4 10,4 9,9 7,9 6,1 2,8 2,1 Ø 5,2
Niederschlag (mm) 86 66 63 51 61 50 52 69 73 84 73 88 Σ 816
Regentage (d) 15 11 12 10 12 10 9 11 11 13 12 13 Σ 139
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Quelle: Met Éireann

Geschichte[Bearbeiten]

Der heilige Canisius (St. Canice), nach dem die Stadt benannt wurde, errichtete im 7. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Stadt die Sankt-Cainnech-Kathedrale. Im 12. Jahrhundert wurde hier eine Burg errichtet. 1202 wurde Kilkenny Bischofssitz.

Im Jahr 1366 wurden die so genannten Kilkenny-Statuten erlassen, die Engländern und Iren verboten, sich zu „vermischen“. 1391 erwarb die Familie Butler die Burg, und in der Folgezeit erlebte Kilkenny als englischtreue Stadt eine Blüte.

Von 1642 bis 1648 tagte hier das Parlament der anglo-irischen Konföderation; somit war Kilkenny Hauptstadt des damaligen Irland. Im 19. Jahrhundert erlebte Kilkenny aufgrund bester Straßenverbindungen nach Dublin und Cork einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im 20. Jahrhundert wurde die Stadt zu einem Zentrum für das Kunsthandwerk.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kilkenny 1780

Kilkenny Town besitzt einen gut erhaltenen und gepflegten mittelalterlichen Stadtkern mit kleinen Gässchen und dem auffallenden Castle of Butlers, welches auch als Kilkenny Castle bekannt ist. Die Normannenburg wurde 1391 als Familiensitz der Ormonds errichtet, die das Schloss bis 1935 bewohnten. Die heutige Burg stammt im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert und öffnet sich in eine weite Parkanlage hinein.

Gebäude der Altstadt[Bearbeiten]

In der Hauptstraße der Stadt befindet sich das Rothe House, ein renoviertes Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert, das alle Merkmale der Tudor-Zeit bietet.

In derselben Straße befindet sich das 1761 erbaute Rathaus (The Tholsel). Es wird von einem achteckigen Türmchen gekrönt.

Von dort kann man durch eine enge Gasse, genannt Buttery Slip, zum Kyteler's Inn gelangen, einem Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, das angeblich Wirkungsort der Hexe Alice Kyteler gewesen sein soll. Heute befindet sich in dem Haus ein Pub.

Shee's Almhouse ist ein im 16. Jahrhundert errichtetes Armenhaus, das später zu einem Hospital umfunktioniert wurde und heute das Tourist Office beherbergt.

Kirchengebäude[Bearbeiten]

Kilkenny verfügt über mehrere sehenswerte Kirchen:

  • Die beeindruckendste Kirche ist jedoch die anglikanische St. Canice's Cathedral. Sie ist die zweitgrößte mittelalterliche Kathedrale Irlands.[1] Die frühgotische Kathedrale wurde zwischen 1202 und 1285 errichtet und unter Bischof Geoffrey St Ledger eingeweiht. Im Jahre 1332 fiel der Glockenturm in sich zusammen und musste neu aufgebaut werden. Die Pläne, den Vierungsturm größer zu gestalten, wurden dabei allerdings verworfen. Der neben der Kathedrale gelegene Rundturm stammt aus dem Jahre 849. Das Chorgestühl von St. Canice stammt aus dem Jahr 1904 und ist eine exakte Kopie des Chorgestühls in der Kathedrale von Brügge. Während der Reformation wurde die Kathedrale mehrmals geplündert. Um 1650 wurde sie von den Truppen Cromwells geplündert und als Stall benutzt.
  • Die St. Mary's Cathedral ist das Stadtwahrzeichen Kilkennys und die Römisch-katholische Kathedrale der Stadt. Die Bischofskirche des Bistums Ossory wurde von 1843 bis 1857 im Stil der Neugotik erbaut.
  • Ferner sind beachtenswert die Black Abbey aus dem 13. Jahrhundert mit schönem Innenschmuck sowie die Ruine St. Francis Abbey auf dem Gelände der 1710 gegründeten Smithwick's Brewery.

Umgebung[Bearbeiten]

  • Cahir Castle ist eine imposante mittelalterliche Schutzburg. Sie liegt auf einem kleinen Flussfelsen und ist weitgehend erhalten.
  • Dunmore Cave ist eine Tropfsteinhöhle im Norden Kilkennys.
  • Glendalough ist eine frühmittelalterliche Klosteranlage. Sie liegt romantisch in der Nähe zweier Seen in den Wicklow Mountains.
  • Jerpoint Abbey, südlich Kilkennys gelegen, ist eine aus dem 12. Jahrhundert stammende Klosteranlage der Zisterzienser. Das weitläufige Areal kann heute besichtigt werden.
  • Der Rock of Cashel ist ein legendenreicher Felsenberg und einstige Residenz mittelalterlicher irischer Könige. Hier befinden sich eindrucksvolle Ruinen einer Burg, einer imposanten Kathedrale, eines Rundturms sowie eines Klosters.
Panorama Kilkenny

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Kilkenny ist eine Hochburg der typisch irischen Sportart Hurling. Besonders im Süden Irlands nehmen die herausragenden Hurling-Spieler den Status eines Superstars ein. Daneben existiert der Kilkenny Rugby Football Club, der viele Spieler für die irische Rugby-Nationalmannschaft abstellt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Partnerstadt von Kilkenny ist die französische Stadt Moret-sur-Loing in der Region Île-de-France.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl.  Peter Galloway: The Cathedrals of Ireland. The Institute of Irish Studies, Belfast 1992, ISBN 0-85389-452-3, S. 129.