Kirkintilloch

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Kirkintilloch
Pfarrkirche von Kirkintilloch
Pfarrkirche von Kirkintilloch
Koordinaten 55° 56′ N, 4° 9′ W55.940277777778-4.15Koordinaten: 55° 56′ N, 4° 9′ W
Kirkintilloch (Schottland)
Kirkintilloch
Kirkintilloch
Bevölkerung 20.281 (Zensus 2001)[1]
Verwaltung
Post town GLASGOW
Postleitzahlen­abschnitt G66
Vorwahl 0141
Landesteil Scotland
Unitary authority East Dunbartonshire
Britisches Parlament East Dunbartonshire
Cumbernauld, Kilsyth and Kirkintilloch East
Schottisches Parlament Strathkelvin and Bearsden

Kirkintilloch (gälisch: Cathair Cheann Tulaich[2]) ist eine Stadt in der schottischen Unitary Authority East Dunbartonshire. Sie liegt am Nordrand des Central Belts etwa elf Kilometer nordöstlich von Glasgow und 23 Kilometer westlich von Falkirk. Im Süden grenzt Kirkintilloch direkt an die Ortschaft Lenzie an.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Kirkintilloch entstand aus einer kleinen Siedlung nahe einem römischen Fort am Antoninuswall, der südlich der Stadt verläuft. Zu dieser Zeit hieß die Siedlung Caerpentulach („Fort am Ende des Höhenzuges“), was sich über die Jahrhunderte zum heutigen Namen verwusch. Aus dieser Zeit sind zahlreiche römische Artefakte erhalten. Anhand der Siedlungsstruktur kann geschlossen werden, dass Kirkintilloch bereits im 1. Jahrtausend eine gewisse Bedeutung zukam. Im 12. Jahrhundert erhielt es die Rechte eines Burghs verliehen. Der Clan Cumming errichtete dort eine bedeutende Burg, die jedoch heute vollständig zerstört ist. 1672 wurde in Kirkintilloch eine Brücke über das Luggie Water errichtet, welche eine Erleichterung für den Verkehr zwischen Edinburgh, Glasgow, Stirling und Dumbarton darstellte. Im Rahmen des Zweiten Jakobitenaufstandes 1745 wurde die Stadt schwer von Teilen der Rebellenarmee getroffen. 1832 verstarben 36 Einwohner an Cholera. Damit markiert Kirkintilloch das erste Auftreten dieser Krankheit in Westschottland. Gasbeleuchtung wurde in der Stadt 1839 installiert; 1874 kam ein Wasserwerk hinzu.[3][4]

Wie in vielen umliegenden Ortschaften setzte im 18. Jahrhundert ein Wachstum im Zusammenhang mit der Textilindustrie und dem Kohlebergbau ein. Einen weiteren Wachstumsschub setzte die Eröffnung des Forth-and-Clyde-Kanals in den 1790er Jahren, der Kirkintilloch durchzieht. Später siedelten sich metallverarbeitende Betriebe an. Wie viele Städte im Glasgower Umland wuchs auch Kirkintilloch im 20. Jahrhundert stark und war zwischen 1974 und 1996 administratives Zentrum des Distrikts Strathkelvin. Heute ist es Sitz der Administration von East Dunbartonshire.[3]

In Kirkintilloch besitzt die Abstinenzbewegung einen starken Stand. Nach Verabschiedung des Temperance Acts im Jahre 1913 fiel 1921 eine Abstimmung zu Gunsten eines Alkoholverbots aus, welches bis 1968 Bestand hatte.[3]

Während die Bevölkerungszahlen nach 1841 zwischen rund 6000 und 9000 schwankten, wurden 1951 bereits 14826 Personen in Kirkintilloch gezählt. Bei Erhebung des Zensus 2001 zählte die Stadt 20.281 Einwohner.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Luggie Water Aqueduct: Das Luggie Water verläuft unterirdisch, darüber verlief eine Eisenbahntrasse, welche der Kanal auf einem Aquädukt kreuzt.

Die Stadt ist durch die A803 und die A806 an das Straßennetz angebunden. Letztere verbindet Kirkintilloch mit der vier Kilometer südlich verlaufenden M80 sowie der A80. Die A803 verbindet hingegen Falkirk über Kilsyth mit Glasgow.

In den 1840er Jahren wurde die Stadt durch die südlich im Moorland gelegene Kirkintilloch Junction (heutiger Bahnhof Lenzie) an das Eisenbahnnetz angeschlossen. In den ersten Jahrzehnten des Betriebs wurde er zunächst zu Campsie Junction, dann zu Lenzie Junction und schließlich 1890 zu Lenzie umbenannt. Er ist bis heute in Betrieb und liegt an der Croy Line der First ScotRail. In den 1850er erhielt Kirkintilloch einen eigenen Bahnhof an der Glasgow to Aberfoyle Line, welcher zwischenzeitlich aufgegeben wurde. Bei der aus den 1820er Jahren stammenden Monkland and Kirkintilloch Railway handelte es sich hingegen um eine reine Güterbahn. Sie diente dem Kohlentransport zum Forth-and-Clyde-Kanal in Kirkintilloch, der Kirkintilloch eine gewisse Bedeutung als Güterumschlagsplatz zukommen ließ.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Kirkintilloch sind insgesamt drei Bauwerke der höchsten schottischen Denkmalkategorie A zu finden. Die Alte Marienkirche von Kirkintilloch stammt aus den 1640er Jahren und beherbergt heute ein Museum.[6] Der Friedhof Auld Aisle Cemetery (auch Old Isle Cemetery) wurde im frühen 18. Jahrhundert angelegt.[7] Eine ingenieurstechnische Meisterleistung bildet das in den 1770er Jahren erbaute Luggie Water Aqueduct. Es handelt sich um eine Kreuzung dreier Verkehrswege, wobei das Luggie Water unterirdisch kanalisiert wurde. Die heute rückgebaute Bahnstrecke der Glasgow to Aberfoyle Line verlief darüber und wurde von einem Aquädukt, das den Forth-and-Clyde-Kanal führt, überspannt.[8]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zensus 2001
  2. Verzeichnis gälischer Ausdrücke
  3. a b c d Eintrag im Gazetteer for Scotland
  4. Kirkintilloch, in: F. H. Groome (Hrsg.): Ordnance Gazetteer of Scotland: A Survey of Scottish Topography, Statistical, Biographical and Historical, Grange Publishing, Edinburgh, 1882–1885.
  5. Informationen im Gazetteer for Scotland
  6. Eintrag in die schottischen Denkmallisten
  7. Eintrag in die schottischen Denkmallisten
  8. Eintrag in die schottischen Denkmallisten

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirkintilloch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien