ScotRail

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ScotRail
Britische Klasse 380 von ScotRail
Firma ScotRail
Konzession und Dauer First ScotRail 17. Oktober 2004 – 31. März 2015
Abellio ScotRail 1. April 2015 – 31. März 2025
Hauptregion Schottland
Nebenziele Carlisle, Newcastle, London, Watford, Crewe und Preston
Flotte 309
Bahnhöfe 336
Website www.scotrail.co.uk

Unter der Marke ScotRail wird der Schienenverkehr in Schottland betrieben. Das Franchise umfasst alle Vororts-, Regional- und innerschottischen InterCity-Verbindungen. Bis 2014 zählten dazu auch die täglichen Caledonian-Sleeper-Nachtzüge von Glasgow, Edinburgh und Inverness zum Bahnhof Euston in London. Nicht zu ScotRail zählen die Fernzüge des Tagesverkehrs nach England über die East Coast Main Line und die West Coast Main Line.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zum 17. Oktober 2004 wurde das schottische Franchise, eines der nach dem Railways Act 1993 als Nachfolger der früheren Staatsbahn British Rail gegründeten Franchises, von der National Express Group betrieben. Ab diesem Zeitpunkt übernahm die FirstGroup die Konzession, nachdem sie sich im Ausschreibungsverfahren des britischen Verkehrsministeriums gegen National Express durchsetzen konnte. Die Bezeichnung wurde darauf in First ScotRail geändert.

Im September 2008 gab Transport Scotland bekannt, dass alle First-ScotRail-Züge in einem neuen Blau angemalt werden.[1] Der Slogan lautet seither wieder ScotRail: Scotland’s Railway (dt. „Schottlands Eisenbahn“).

Am 8. Oktober 2014 bestätigte First ScotRail, dass die Franchise am 1. April 2015 zu Abellio wechseln wird.[2][3][4] Abellio übernahm unter dem neuen Namen Abellio ScotRail am 1. April 2015 für zehn Jahre den Betrieb.[5]

Streckennetz[Bearbeiten]

Das Franchise ScotRail umfasst wie bei allen britischen Eisenbahnfranchises nicht die Eisenbahninfrastruktur, diese ist Eigentum von Network Rail. Die Gesamtlänge der von ScotRail befahrenen Strecken beträgt ungefähr 1700 Meilen (2735 km). Im Jahre 2004/5 wurden durch First ScotRail 66,1 Millionen Fahrgäste befördert, davon 45 Millionen im Großraum Glasgow.

Herzstück des Netzes ist das Schnellbahnsystem von Glasgow, das zum größten Teil mit 25 KV elektrifiziert ist. Es umfasst 183 Bahnhöfe und ist das größte Pendlerzugsystem im Vereinigten Königreich nach London. Die größten Bahnhöfe in Glasgow sind Central und Queen Street. Bis 2005 betrieb First ScotRail den Verkehr in Strathclyde unter dem Markennamen von SPT, das die Fahrpläne und Fahrpreise festlegt, sowie das Rollmaterial bereitstellt. Lediglich die Glasgow Subway und einige weniger wichtige Fährverbindungen werden von SPT selbst betrieben.

Das Eisenbahnnetz um Edinburgh ist wesentlich weniger dicht als um Glasgow. Der wichtigste Bahnhof ist Waverley. Schnellzüge verkehren zwischen den Städten Edinburgh, Glasgow, Inverness (über die Highland Main Line) und Aberdeen. Zu den bekannteren Nebenlinien zählen die West Highland Line (Glasgow – Mallaig/Oban), die Kyle of Lochalsh Line (Inverness – Kyle of Lochalsh) und die Far North Line (Inverness – Thurso). Die Nachfrage ist zwar gering, doch bleiben diese Linien vor allem aus touristischen Gründen weiterhin erhalten. Sie wurden ab 2007 – in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden, Pendlerinitiativen und der Politik – wesentlich aufgewertet. Auch sollen Bahnhöfe dieser Strecken, die schon seit Jahren geschlossen sind, für den Pendlerverkehr wieder geöffnet werden. Ab September 2015 erweitert sich das Franchise auf die wieder aufgebaute Strecke der seit 1969 eingestellten Waverley Line zwischen Edinburgh und Tweedbank.

Fast alle der insgesamt 336 Bahnhöfe (Stand 2014) in Schottland werden vom jeweiligen ScotRail-Franchiseinhaber betrieben, sie sind aber im Besitz der Infrastrukturgesellschaft Network Rail. Ausnahmen sind der Bahnhof am Flughafen Glasgow-Prestwick (im Besitz von und betrieben durch die Flughafengesellschaft), Dunbar (National Express East Coast), Edinburgh Waverley (Network Rail) und Glasgow Central (Network Rail). Zum Franchise gehört auch der Bahnhof von Lockerbie, obwohl dort kein ScotRail-Zug verkehrt.

Nicht vom Franchise umfasst sind die Fernverkehre nach England, neben den Zügen auf der WCML (Virgin Trains) und ECML (East Coast) nach London auch die Züge von First TransPennine Express von Edinburgh und Glasgow nach Zielen wie Manchester und Blackpool.

Rollmaterial[Bearbeiten]

ScotRail hat vor allem Triebwagen im Einsatz, wie in ganz Großbritannien üblich. Auf den nicht elektrifizierten Strecken sind die Class 156 „Super Sprinters“, Class 158 „Express Sprinters“ und die Class 170 „Turbostars“ im Einsatz. Elektrische Triebwagen, die im Einsatz sind, sind Class 314, Class 318, Class 320, Class 322 und die modernen Class 334 „Junipers“. Im Juli 2008 wurde ein Auftrag für 38 neue Class 380 „Desiro“ vergeben, die Ende 2010 in Betrieb gingen. Die bis April 2015 zu ScotRail gehörenden und seitdem als eigenständiges Franchise von Serco betriebenen Nachtzüge werden aus Mark 3 Wagon-Kompositionen zusammengestellt und von EWS-Lokomotiven gezogen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: First ScotRail – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ScotRail 25th Anniversary Publicity Materials Transport Scotland
  2. Dutch firms wins ScotRail franchise from FirstGroup, BBC News 8. Oktober 2014.
  3. Abellio awarded ScotRail franchise, in: Railway Gazette, 8. Oktober 2014.
  4. Abellio awarded contract to operate Scotland’s National Railway, ScotRail, Abellio.
  5. Global rail news: Abellio ScotRail franchise launched, 1. April 2015, abgerufen am 23. April 2015