Klappbrücke

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Animation einer Klappbrücke
Klappbrücke in Bremerhaven, Deutschland

Eine Klappbrücke, auch Basküle-Brücken genannt, ist eine bewegliche Brücke, die andere Verkehrswege – häufig Schifffahrtswege – überquert, die nur gelegentlich eine größere Durchfahrtshöhe erfordern. Der bewegliche Tragwerkteil (die Klappe) ist dabei um eine horizontale Achse drehbar gelagert und mit unter dem festen Brückenteil liegenden Hinterruten ausbalanciert. Die Klappbrücke ist damit leichter zu bewegen als die Zugbrücke, da hier nur der Reibungswiderstand des Triebwerks (z. B. Handwinde und Zugkette oder -seil) zu überwinden ist.

Typen[Bearbeiten]

Holländerbrücken[Bearbeiten]

Bekannt sind Holländerbrücken mit ihrem hoch angebrachten Gegengewicht, wie sie z. B. van Gogh in einigen Bildern verewigt hat, so z. B. die Brücke von Langlois in der Nähe von Arles (gebaut 1820–1830). Eine weitere Holzklappbrücke dieser Bauart aus dem 19. Jahrhundert ist die noch in Betrieb stehende Wiecker Brücke bei Greifswald (gebaut 1887).

Die längste Klappbrücke Deutschlands ist die Jann-Berghaus-Brücke bei Leer mit einer Gesamtlänge von 464 m. Die größte Klappbrücke steht mit einer Stützweite von 106 m im Hafen Barcelonas.

Faltbrücken[Bearbeiten]

Hauptartikel: Faltbrücke

In Chicago steht eine Klappbrücke von 20 m Durchfahrtsweite. Um deren Klappen nicht zu schwerfällig zu machen, falten sie sich beim Aufrichten zusammen. Deshalb nennt man einen solchen Brückentyp Faltbrücke. In Kiel führt eine Drei-Feld-Klappbrücke über die Hörn.

Schwing- oder Wippbrücken[Bearbeiten]

Animation einer Wippbrücke
Pont du Tivoli in Sète, Frankreich

Eine andere Brückenart zeigt Klappen, die nach dem Auflager bogenförmig geformt sind. Die Klappen drehen sich bei der Aufrichtung nicht nach dem Vorbild der typischen Klappbrücken um eine Achse, sondern wälzen das Kreissegment auf einer horizontalen Bahn ab, wobei sie durch Zahnstangen geführt werden. Dadurch wird eine bessere Verteilung der Kräfte und eine schnellere Arbeitsweise bewirkt. Diese Brückenart wird als Schwing- oder Wippbrücke bezeichnet.

Durch ein über Zufahrt zum Brückenkopf hochliegendes Gegengewicht kann der Schwerpunkt in die (oder zweckmäßig: nahe der) Drehachse gelegt werden, sodass die Kraft für das Öffnen und Schließen des Klapparms nur seine Wälzreibung auf den Zahnstangen (plus bzw. minus einem kleinen Drehmoment, das den Eingriffdruck stets auf nur eine Seite der Zahnflanken legt) überwinden muss.

Der amerikanische Ingenieur William Donald Scherzer entwickelte eine spezielle Bauform, bei der der Antrieb am Drehpunkt des Systems ansetzt und diesen horizontal verschiebt. Bekannte Beispiele dieser Bauweise sind Pegasusbrücke und Pamban-(Eisenbahn-)Brücke.

Bilder[Bearbeiten]

Umnutzung einer stillgelegten Klappbrücke[Bearbeiten]

Eine stillgelegte Klappbrücke Pont basculant de la Seyne-sur-Mer in La Seyne-sur-Mer wurde permanent hochgeklappt und in einen Aussichtsturm umgewandelt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • David J. Brown: Brücken – Kühne Konstruktionen über Flüsse, Täler, Meere. Callwey-Verlag, München 1994, ISBN 3-7667-1114-8.
  • Richard R. Dietrich: Faszination Brücken. Baukunst – Geschichte – Technik. Callwey, München 1998, ISBN 3-7667-1326-4.
  • Fritz Leonhardt: Brücken. Deutsche Verlags-Anstalt, 2002, ISBN 3-421-02590-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klappbrücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien