Klebriger Salbei

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Klebriger Salbei
Klebriger Salbei (Salvia glutinosa)

Klebriger Salbei (Salvia glutinosa)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Salbei (Salvia)
Art: Klebriger Salbei
Wissenschaftlicher Name
Salvia glutinosa
L.

Der Klebrige Salbei (Salvia glutinosa), auch Gelber Salbei und Kleb-Salbei genannt, ist eine Pflanzenart aus der artenreichen Gattung Salbei in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Pflanzenbeschreibung[Bearbeiten]

Diese ausdauernde Pflanze erreicht Wuchshöhen von 50 bis 120 cm und ist an Stängel, Blättern und Kelchblättern klebrig behaart. Der einfache, kräftige und stumpf 4-kantige Stängel wächst aufrecht. Im unteren Bereich ist er mehr oder weniger kahl, nach oben hin entwickelt er eine dicht klebrige und drüsige Behaarung.[1] Diese klebrigen Härchen erfüllen vermutlich eine Schutzfunktion gegen Fressfeinde und kleine Insekten, die nicht der Bestäubung dienen. Die blassgrünen, 8 bis 15 cm langen Laubblätter der Pflanze besitzen große spitze Öhrchen und sind im unteren und mittleren Stängelabschnitt lang gestielt, im oberen oft sitzend. Der Blattrand ist grob unregelmäßig gesägt.[1]

Der Blütenstand besteht aus 6-16 quirlartigen Teilblütenständen zu vier bis sechs Blüten.[1] Die kleinen Tragblätter des Blütenstandes sind krautig mit oval-lanzettlicher Spreite. Die gestielte Einzelblüte ist in Kelch und Krone gegliedert. Der Blütenstiel weist eine drüsig flaumige Behaarung auf. Der grüne, drüsig behaarte, glockenförmige Kelch besitzt eine ungeteilte, kurze und sehr breite Oberlippe. Die lebhaft gelb gefärbte und rotbraun punktierte Krone der Blüten ist 3 bis 5 cm lang. Die Kronröhre springt deutlich hervor, die Oberlippe ähnelt von der Form einer Sichel.[2] Die Blüte besitzt zwei Staubblätter.[1] Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Klebrige Salbei wächst als rosettenlose sommergrüne Pflanze. Er besitzt eine Pleiokorm-Pfahlwurzel als Speicherorgan. Dies bedeutet, dass eine sprossbürtige Bewurzelung möglich ist, selbstständige Individuen im Sinne von vegetativer Ausbreitung jedoch nicht entstehen.[3] Basale Achselknospen stellen die Innovation sicher.[4]

Die Blüten sind nach Kugler vormännliche „eigentliche Lippenblumen“, die Nektar anbieten. Bestäuber sind Bienen und Hummeln, wobei Hummeln als Hauptbestäuber in Erscheinung treten. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.[4]

Ausbreitungseinheiten sind gewöhnlich die klebrigen Kelche mit den darin enthaltenen Klausen. Sie unterliegen der Schwerkraftausbreitung und fallen als Ganzes ab oder bleiben an vorbeistreifenden Tieren und Menschen haften. Die Samen sind Kälte- und Dunkelkeimer. Die Fruchtreife ist von September bis November.

Synökologie[Bearbeiten]

Die Eulenfalterraupen von Messingeule und Wasserdost-Goldeule nutzen die Blätter des Kleb-Salbeis als Futterquelle. Beide Arten leben polyphag von der Pflanze. Die Wasserdost-Goldeule steht auf der Vorwarnstufe der Roten Liste.[5]

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Klebrige Salbei kommt in Laub- und Mischwäldern der Gebirge Mittel- und Südeuropas als Halbstrauch vor. Er bevorzugt frische und sickerfeuchte Schlucht- und Auwälder, Waldränder und Waldschläge auf meist kalkfreien Böden, die jedoch reich an basischen Kationen sind. Die aus Europa stammende Pflanzenart gedeiht vor allem im Schatten und Halbschatten. In Deutschland liegt die dichteste Verbreitung in den südbayrischen Alpen und dem dortigen Alpenvorland.[3]

Verwendung[Bearbeiten]

Anders als beim Echten Salbei sind beim Klebrigen Salbei keine medizinischen Anwendungsgebiete belegt. Die aromatischen Blätter werden bisweilen als Aromatisierungsmittel Landweinen zugesetzt. Die Pflanze wird auch als Zier- und Wildgartenpflanze, insbesondere als Bodendecker kultiviert.[6] Aufgehängte Pflanzen sind als „biologische“ Fliegen- und Mückenfänger geeignet.

Bilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Encke/Buchheim/Seybold: Zander, Handwörterbuch der Pflanzennamen, 15. Auflage, ISBN 3-8001-5072-7
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d Klebriger Salbei. In: FloraWeb.de.
  2. Salvia glutinosa Eintrag bei Tela botanica - Le réseau de la botanique francophone
  3. a b Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin, 20. Auflage 2011, Seite 679. ISBN 978-3-8274-1606-3
  4. a b Der Klebrige Salbei Eintrag bei BiolFlor-Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland
  5. Klebriger Salbei als Schmetterlingsfutterpflanze- Info bei FloraWeb
  6. Salvia glutinosa Eintrag bei Plants for a Future

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klebriger Salbei – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien