Kleines Nachtpfauenauge

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Kleines Nachtpfauenauge
Kleines Nachtpfauenauge (Männchen) (Saturnia pavonia)

Kleines Nachtpfauenauge (Männchen) (Saturnia pavonia)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Pfauenspinner (Saturniidae)
Unterfamilie: Saturniinae
Gattung: Nachtpfauenaugen (Saturnia)
Art: Kleines Nachtpfauenauge
Wissenschaftlicher Name
Saturnia pavonia
(Linnaeus, 1758)
Weibchen
Paarung
Eier
junge Raupen
halberwachsene Raupe
ausgewachsene Raupe

Das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) ist ein Schmetterling der Familie der Pfauenspinner (Saturniidae). Die Art wurde von der Bund NRW Naturschutzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen zum Schmetterling des Jahres 2012 gewählt[1].

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 60 bis 85 Millimetern. Die Männchen haben grau und rosa gefärbte Vorderflügel, auf denen je ein dunkler Augenfleck, der in der Mitte einen gelben Ring hat, sitzt. Um diesen herum ist ein weißes Feld. Der Flügelaußenrand ist dunkelgrau und dahinter weiß gerandet. Daran schließt ein breiter dunkelgrauer Querstrich an, der zur Flügelmitte hin durch eine helle, fein schwarz umrandete, gewellte Binde abgegrenzt wird. Eine weitere Binde grenzt das erste vom zweiten Flügeldrittel ab. Sie ist dunkel und zum Flügelansatz hin pink. Die Flügelspitzen sind ebenfalls pink gefärbt. Die Hinterflügel der Männchen sind wie die der Vorderflügel gemustert, nur haben sie eine gelborange Grundfarbe. Sie haben große, gekämmte Fühler.[2]

Die Weibchen haben die gleiche Musterung wie die Männchen, sie haben aber weiß und grau als Flügelgrundfarben beider Flügelpaare und auf den Vorderflügeln sind nur die Spitzen und die beiden Binden, die die Flügel etwa dritteln, leicht pink gefärbt.[2]

Die Raupen werden ca. 60 Millimeter lang und sind am Anfang schwarz gefärbt, bekommen dann orange Flecken an den Seiten und verfärben sich aber in zunehmendem Alter immer mehr nach grün. Ausgewachsen sind sie entweder komplett grün, oder grün mit schwarzen Ringen. Sie haben dann rosa oder gelb gefärbte Warzen, aus denen einige wenige schwarze Haare wachsen. Die jungen Raupen haben eine dichtere, schwarze Behaarung.[2]

Ähnliche Arten[Bearbeiten]

Unterarten[Bearbeiten]

  • Saturnia pavonia pavonia (Linnaeus, 1768)[3]
  • Saturnia pavonia josephinae (Schawerda, 1924) Der Status dieser Unterart ist noch nicht geklärt.[4]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Tiere kommen in weiten Teilen Europas, östlich bis nach Sibirien vor. Sie sind bis weit in den Norden verbreitet, im Süden verläuft die Verbreitungsgrenze durch den Norden Spaniens, nördlich der Alpen durch die Slowakei, Kasachstan und den Kaukasus.[5] Sie leben in offenem Gelände mit Bewuchs von Sträuchern und in lichten Wäldern. Sie sind in Mitteleuropa weit verbreitet und fast überall häufig.[2]

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Falter haben keine Mundwerkzeuge und können daher nur wenige Tage leben. Ihr Dasein beschränkt sich einzig und allein auf die Fortpflanzung. Die Männchen sind tagaktiv, im Gegensatz zu den nachtaktiven Weibchen. Erstere finden ihre Geschlechtspartner durch vom Weibchen ausgesandte Lockstoffe, die sie mit ihren großen Fühlern kilometerweit riechen können. Da die Weibchen tagsüber nur sitzen und nicht davonfliegen, ist ihre Ortung nur eine Frage der Zeit.[2]

Flugzeiten[Bearbeiten]

Die Falter fliegen zwischen April und Mai, nur für etwa eine Woche.

Nahrung der Raupen[Bearbeiten]

Die Raupen ernähren sich von einer großen Anzahl verschiedener Pflanzen, haben aber eine Vorliebe für holzige Rosengewächse (Rosaceae). Einige Futterpflanzen sind Schlehe (Prunus spinosa), Salweide (Salix caprea), Himbeere (Rubus idaeus), Brombeere (Rubus fruticosus), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Besenheide (Calluna vulgaris) und Wiesensalbei (Salvia pratensis).[2]

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Weibchen legen ihre ovalen, ockerfarbenen Eier in ringförmigen Gelegen um kleine Äste der Futterpflanzen. Die daraus schlüpfenden Raupen verpuppen sich in einem sehr festen, braunen und eiförmigen Kokon. Am einen Ende ist eine Reuse aus starren Borsten hinter einer runden Öffnung platziert. Durch diese können Feinde nicht eindringen, die fertig entwickelten Falter aber leicht schlüpfen. Die Puppen überwintern, manchmal mehrmals, bevor sie schlüpfen.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schmetterling des Jahres 2012
  2. a b c d e f g Heiko Bellmann: Der Neue Kosmos Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2003, S.86f. ISBN 3-440-09330-1
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSaturnia (Eudia) pavonia pavonia (Linnaeus 1758). Fauna Europaea, Version 1.3, 19.04.2007, abgerufen am 18.10.2007.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSaturnia (Eudia) pavonia josephinae (Schawerda 1924). Fauna Europaea, Version 1.3, 19.04.2007, abgerufen am 18.10.2007.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSaturniidae of Europe. A.R. Pittaway, abgerufen am 28.08.2007.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Josef Weidemann, Jochen Köhler: Nachtfalter, Spinner und Schwärmer, Naturbuch-Verlag, Augsburg 1996, ISBN 3-89440-128-1
  • Manfred Koch: Wir bestimmen. Schmetterlinge. Band 2. Bären, Spinner, Schwärmer und Bohrer Deutschlands. Neumann Verlag Radebeul 2. Auflage 1964
  • Günter Ebert (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 4, Nachtfalter II (Bombycidae, Endromidae, Lasiocampidae, Lemoniidae, Saturniidae, Sphingidae, Drepanidae, Notodontidae, Dilobidae, Lymantriidae, Ctenuchidae, Nolidae). Ulmer Verlag Stuttgart 1994. ISBN 3-8001-3474-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleines Nachtpfauenauge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien