Konráð Gíslason

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Porträt Konráð Gíslason

Konráð Gíslason (* 3. Juli 1808 bei Skagafjörður, Island; † 4. Januar 1891 in Kopenhagen, Dänemark) war ein isländisch-dänischer Sprachforscher.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Konráð Gíslason, ein besonders gründlicher Kenner der altnordischen Literatur, besuchte von 1826 bis 1831 das Gymnasium zu Bessastaðir und bezog dann die Universität Kopenhagen, um sich den Rechtswissenschaften zu widmen. Mit größerem Eifer aber als letztere trieb er germanistische Studien, die ihn mit der Zeit zu ausgedehnten sprachwissenschaftlichen Untersuchungen (namentlich der indogermanischen Sprachen) führten.

Bereits 1834 war er zusammen mit drei anderen jungen Isländern, den Fjölnismännern (Fjölnismenn), in der sprachpflegerischen Bewegung des isländischen Sprachpurismus engagiert und gründete mit ihnen die Zeitschrift Fjölnir, die von 1835 bis 1839 und von 1844 bis 1847 in Kopenhagen als Jahresausgaben erschien.

Die ersten Früchte seiner philologischen Studien waren eine auf die ältesten Handschriften gegründete kritische Elementarlehre des Altisländischen (Um frumparta Islenzkrar túngu i fornöld, 1846) und ein dänisch-isländisches Wörterbuch (1851), das einzige, das bis dahin existierte.

Eine (unvollendet gebliebene) Altnordische Formenlehre folgte 1858 nach. Außerdem hat sich Gíslason durch Ausgaben isländischer Schriften (Gísla saga, 1849; Njála, 1875-79, 2 Bde.), Kommentare zur Skaldenpoesie und allgemein sprachliche Abhandlungen verdient gemacht. Er war Professor der altnordischen Sprachen an der Universität zu Kopenhagen, und starb am 4. Januar 1891 in Kopenhagen.

Konráð Gíslason war Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Island Anmerkung zu isländischen Personennamen: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname.