Konrad Hesse

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Konrad Hesse (* 29. Januar 1919 in Königsberg, Ostpreußen; † 15. März 2005 in Merzhausen) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und von 1975 bis 1987 Richter des Bundesverfassungsgerichts.

Wirken[Bearbeiten]

Konrad Hesse schlug nach seiner juristischen Ausbildung zunächst die wissenschaftliche Laufbahn ein. Von 1952 bis 1956 war Hesse als Referent am Kirchenrechtlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland in Göttingen tätig. Er wurde 1950 promoviert und habilitierte sich 1955 an der Georg-August-Universität Göttingen. Seine Venia umfasste Staats-, Verwaltungs- und Kirchenrecht. Sein erstes Ordinariat erhielt er im Jahre 1965 an der Universität Freiburg im Breisgau. Daneben wirkte er im Nebenamt von 1961 bis 1975 als Richter am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg. Von 1968 bis 1976 war er darüber hinaus auch Vorsitzender des Schiedsgerichtshofs der Evangelischen Kirche in Deutschland. Geehrt wurde er durch die Verleihung der juristischen Ehrendoktorwürde 1983 in Zürich und 1989 in Würzburg.

Als Richter des Bundesverfassungsgerichts war Hesse Mitglied des Ersten Senats und prägte im Zusammenhang mit dem Volkszählungsurteil 1983 den Begriff des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Auf ihn geht die Auflösung von Grundrechtskollisionen durch Herstellung der sogenannten Praktischen Konkordanz zurück.

Seit 2003 war Hesse Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 20. Auflage, Heidelberg 1995 (Neudruck 1999), ISBN 3-8114-7499-5
  • Verfassungsrecht und Privatrecht, Heidelberg 1988, ISBN 3-8114-8588-1
  • Der unitarische Bundesstaat, Karlsruhe 1962
  • Ausgewählte Schriften, herausgeg. von Peter Häberle und Alexander Hollerbach, Heidelberg 1984, ISBN 3-8114-2084-4

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]