Merzhausen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Breisgau-Hochschwarzwald | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Hexental | |
| Höhe: | 400 m ü. NN | |
| Fläche: | 2,76 km² | |
| Einwohner: |
4898 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1775 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 79249 | |
| Vorwahl: | 0761 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FR | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 15 073 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Friedhofweg 11 79249 Merzhausen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Christian Ante | |
| Lage der Gemeinde Merzhausen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald | ||
Merzhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg (Deutschland). Der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hexental befindet sich in Merzhausen.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Zwischen dem Schönberg und dem Schwarzwald am Nordende des Hexentals gelegen, gehört Merzhausen sowohl zur sogenannten Vorbergzone als auch bereits zum Schwarzwald, da durch die Gemeinde die Hauptverwerfung zwischen Oberrheingraben und Schwarzwald verläuft. Die Gemeinde liegt auf einer Höhe von 254–538 m. Sie schließt sich im Norden und Osten nahtlos an die Stadt Freiburg an. Im Süden grenzt sie an die Gemeinde Au, die wie sie zur Verwaltungsgemeinschaft Hexental gehört und im Westen an die Gemeinde Ebringen. Merzhausen ist die kleinste Gemeinde im Landkreis mit der höchsten Bevölkerungsdichte, die auch über der von Freiburg liegt.[2]
Die Gemeinde besteht aus dem Dorf Merzhausen und dem Schloss Jesuitenschloss.[3]
Geschichte [Bearbeiten]
Merzhausen wurde erstmals 786 erwähnt, als der örtliche Grundbesitzer Heimo Güter an die Abtei St. Gallen verschenkte. Nachdem diverse Freiburger Adelsgeschlechter den Ort besaßen, erwarb ihn 1635 das Freiburger Jesuitenkloster. Nach Aufhebung des Ordens im Jahr 1773 ging er an die Familie Schnewlin Bernlapp von Bollschweil über und nach deren Erlöschen 1838 an das Geschlecht Schauenburg (Oberkirch). Schließlich ging der Ort 1806 mit dem gesamten Breisgau an das neu errichtete Großherzogtum Baden (Land) über.
Religionen [Bearbeiten]
Merzhausen blieb auch nach der Reformation römisch-katholisch. Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Gallus geweiht. Die Pfarrgemeinde gehört zur Seelsorgeeinheit Hexental im Dekanat Freiburg.
Erst durch die Zuwanderung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine evangelische Gemeinde, die Johannes-Gemeinde.
Im Jahre 1980/81 wurde am Nordhang des Schönbergs die Schönstattkapelle errichtet.[4]
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab bei einer Wahlbeteiligung von 55,62 % (2004: 62,3 %) folgende Sitzverteilung:
| GRÜNE | 34,1 % | +2,8 | 5 Sitze | +1 |
| CDU | 30,0 % | -3,5 | 4 Sitze | -1 |
| FBG | 21,5 % | +1,5 | 3 Sitze | – |
| SPD | 14,5 % | -0,7 | 2 Sitze | – |
Wappen [Bearbeiten]
Das Merzhauser Wappen zeigt auf silbernem (weißem) Grund einen rot bewehrten nach rechts gewendeten schwarzen Bären, Symbol für die Zugehörigkeit zum Kloster St. Gallen, der den waagerecht in Gold und Grün geteilten Wappenschild der Familie Schnewlin vor sich hält.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Mit Dardilly im Département Rhône (Frankreich) ist Merzhausen seit 1982 partnerschaftlich verbunden.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Die ungebundene Kaufkraft betrug 2005 pro Einwohner 20.871 €; es gibt in Baden-Württemberg lediglich vierzig Gemeinden, die eine höhere Kaufkraft haben. Außer einem Lebensmittel-Discounter im Norden und einem Vollsortimenter im Süden verfügt die Gemeinde über einige kleinere Einzelhandelsgeschäfte an der Hexentalstraße und in der Ortsmitte. Jeden Samstag ist auf dem Marktplatz vor dem Forum Merzhausen von 8 - 13 Uhr ein Wochenmarkt.
Neben vier Weingütern, die auf ca. 15 Hektar die Rebsorten Müller-Thurgau, Gutedel, Spät-, Grau- und Weißburgunder sowie Riesling anbauen, bieten sechs gastronomische Betriebe, davon drei mit Fremdenzimmern, ihre Dienste an.
Sonst sind überwiegend kleine und mittlere Betriebe im Bereich Handel, Handwerk und Dienstleistung sowie freie Berufe in Merzhausen vertreten.[5]
Behörden [Bearbeiten]
Bis 2005 gab es in Merzhausen einen eigenen Polizeiposten. Dieser wurde aufgelöst, so dass das nächste Polizeirevier nunmehr in Ehrenkirchen ist.
Medien [Bearbeiten]
Die Verwaltungsgemeinschaft Hexental gibt 14-täglich das Hexentäler Amtsblatt heraus, das kostenlos an alle Haushalte verteilt wird. Ferner erscheint alle zwei Jahre eine kostenlose Informationsbroschüre über die Verbandsgemeinden Hexental im A + K Verlag.[6]
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Neben verschiedenen Kindergärten und -krippen verfügt Merzhausen über eine Grundschule (Hexentalschule) und verschiedene Privatschulen. Es gibt eine katholische öffentliche Bücherei und zwei Seniorenwohnanlagen.
Das Schulgebäude, welches bis 2011 auch eine Hauptschule enthielt, stand auf privatem Grund. In Anerkennung seiner Schenkung benannte die Gemeinde das Gebäude 2011 nach Alois Rapp. Die frei gewordenen Räume der Hauptschule bezogen örtliche Vereine.[7]
Des Weiteren befinden sich eine Postagentur und ein Recyclinghof im Ort.
Weitere Institutionen [Bearbeiten]
In Merzhausen befindet sich der Sitz der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet.
Verkehr [Bearbeiten]
Die L122 verbindet Merzhausen mit der Stadt Freiburg und den Gemeinden im Hexental.
Die Buslinie 12 der Freiburger Verkehrs AG bindet Merzhausen von Au kommend an das Stadtbahnnetz im Freiburger Stadtteil Vauban an. Außerdem verkehrt hier die Buslinie 7208 der Südbadenbus zwischen Bad Krozingen und Freiburg Hauptbahnhof über Vauban. Merzhausen gehört zur Tarifzone Freiburg des Regio-Verkehrsverbundes Freiburg.
Außerdem befinden sich zwei Fahrzeuge des Car-Sharing Südbaden - Freiburg e.V. in Merzhausen.[8]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
Die Kirche St. Gallus wurde erstmals 786 erwähnt. Die heute noch das Ortsbild prägende „Alte Kirche“ wurde 1759/60 erbaut. Neben diesem Gebäude wurde in den Jahren 1976 bis 1978 eine neue Kirche errichtet. Die Alte Kirche, mit dieser verbunden, wurde 1978 renoviert.
Das ehemalige Jesuitenschloss von 1666 erhielt 1727 seine heutige Gestalt und beherbergt neben einem Weinbaubetrieb eine Gaststätte. Im Dorfkern steht das Alte Schloss Merzhausen.
Das Forum Merzhausen (offizielle Schreibweise FORUM | Merzhausen) in der Ortsmitte ist ein Kultur- und Bürgerhaus und wurde im November 2012 fertiggestellt. Der gläserne Umgang umschließt einen kleinen Saal mit ca. 120 und einen separaten großen Saal mit 457 Plätzen. Zwischen dem Forum und den zwei zeitgleich entstandenen Wohn- und Geschäftshäusern befindet sich der neue Marktplatz.[9]
Sport und Erholung [Bearbeiten]
Mit dem von Bürgern (gemeinnützig) betriebenen Bürgerbad gibt es in der Gemeinde ein Schwimmbad mit Sauna, Liegewiese und Außenbecken.[10]
In der Ortsmitte befindet sich eine Sporthalle mit Beachvolleyballanlage und im Süden an der Grenze nach Au das Sportgelände des VfR Merzhausen sowie Tennisplätze und eine Sportgaststätte.
Merzhausen ist der Ausgangspunkt des historischen Bettlerpfads, einer heute als Wanderweg ausgewiesenen alten Wegeverbindung von Freiburg über Staufen im Breisgau und Sulzburg nach Badenweiler.
Veranstaltungen [Bearbeiten]
Neben Jazz- und Klassikkonzerten im Rathaus gibt es im Sommer einen Dorfhock und einen Weihnachtsmarkt am Samstag vor dem 1. Advent sowie im Rathaus die Kunstausstellung Merzhausen im Dezember.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Lambert Schill (1888–1976), Politiker (Zentrum, CDU), Landtagsabgeordneter, badischer Landwirtschaftsminister, Bundestagsabgeordneter und Ehrenbürger der Gemeinde
Weitere Personen [Bearbeiten]
- Kurt Heynicke, deutscher Schriftsteller, lebte von 1943 bis zu seinem Tode 1985 in Merzhausen und bekam 1974 die Verdienstmedaille der Gemeinde. Hier befindet sich auch das Kurt Heynicke Archiv.[11]
- Helmut Schmidt-Vogt, deutscher Forstpraktiker und Forstwissenschaftler, lebte von 1969 bis zu seinem Tode 2008 in Merzhausen.
- Hugo Ott, deutscher Historiker, lebt in Merzhausen.
Literatur [Bearbeiten]
- Karl Wißler: Merzhausen – Geschichte eines Breisgaudorfes im Hexental. Verlag Karl Schillinger, Freiburg 1981, ISBN 3-921340-71-3
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Oben gibt's Platz, unten Gedränge, Badische Zeitung, 20. Februar 2013, Zugriff am 21. Februar 2013
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 133
- ↑ Schönstattkapelle, Badische Seiten, Zugriff am 11. Juli 2012
- ↑ Hexental Ausgabe 2012/2013
- ↑ A + K Verlag, Zugriff am 11. Juli 2012
- ↑ Schulen, merzhausen.de, Zugriff am 17. November 2012
- ↑ Car-Sharing Merzhausen, Zugriff am 11. Juli 2012
- ↑ Forum Merzhausen, merzhausen.de, Zugriff am 17. November 2012
- ↑ Bürgerbad, Zugriff am 11. Juli 2012
- ↑ Kurt-Heynicke-Archiv, Zugriff am 11. Juli 2012
Weblinks [Bearbeiten]
- Internetauftritt der Gemeinde Merzhausen, abgerufen am 11. Juli 2012
- Merzhausen am Eingang des Hexentals, private Webseiten mit Bildern über Merzhausen, abgerufen am 11. Juli 2012
- Internetauftritt der Evangelischen Johanneskirche, abgerufen am 15. Juli 2012
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