Kurt Landauer
Kurt Landauer (* 28. Juli 1884 in Planegg; † 21. Dezember 1961 in München) war ein Kaufmann und Fußballfunktionär des FC Bayern München.
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Leben [Bearbeiten]
Landauer spielte schon 1901 das erste Mal für den Verein. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war er in den Jahren 1913 und 1914 Präsident des Vereins. In den darauf folgenden Amtszeiten zwischen 1919 und 1933 wuchs der Verein stetig. Zwei süddeutsche Meisterschaften (1926 und 1928) und die Endrunden zur Deutschen Meisterschaft (1926, 1928 und 1929) belegen in diesem Zeitraum den sportlichen Aufstieg des FC Bayern München. 1932 gewann er mit dem Verein die erste deutsche Meisterschaft, als man am 12. Juni 1932 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Finale Eintracht Frankfurt mit 2:0 besiegen konnte.
Im Jahr 1933, ein Jahr nach der Meisterschaft und zur Machtergreifung der Nationalsozialisten, verlor Kurt Landauer, da er Jude war, seine Arbeitsstelle als Leiter der Anzeigenabteilung bei den Münchner Neuesten Nachrichten. Er musste dann auch am 22. März 1933 sein Amt als Bayern-Präsident abgeben. 1938 wurde er einen Tag nach der Pogromnacht für zwei Monate im Konzentrationslager Dachau interniert und konnte nach seiner Entlassung 1939 in die Schweiz flüchten. Die Bayern-Spieler hatten ihn nicht vergessen: Bei einem Freundschaftsspiel in Genf in der Schweiz im Jahre 1943 rannten sie zur Tribüne und begrüßten ihren Präsidenten herzlich. Seine vier Geschwister wurden ermordet. [1]
1947 kehrte Kurt Landauer nach München zurück und wurde nochmal bis 1951 Präsident des FC Bayern. Am 21. Dezember 1961 starb Kurt Landauer in München. Er liegt auf dem Neuen Israelitischen Friedhof begraben.
Ehrungen [Bearbeiten]
- Im Münchner Stadtteil Freimann wurde der Kurt-Landauer-Weg nach ihm benannt.
- In der Lagerstraße des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, Block 8, fand am 27. Juli 2009 anlässlich Landauers 125. Geburtstags eine Gedenkfeier verbunden mit einem Zeitzeugengespräch statt[2].
- Die "Schickeria München", die Ultrà-Gruppierung des FC Bayern, trägt alljährlich ein antirassistisches Turnier um den Kurt-Landauer-Pokal aus.
- Der TSV Maccabi München hat seinen Platz (Riemerstr. 300, Riem/München) nach seinem Ehrenpräsidenten und Gründungsmitglied Kurt-Landauer-Platz getauft. Dort findet jährlich am 21. Juli das Kurt-Landauer-Turnier statt.[3]
Film [Bearbeiten]
Im Jahr 2010 machte der Kreisjugendring München-Stadt in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum (München) einen Dokumentarfilm über das Leben Kurt Landauers, die frühe Geschichte des FC Bayern und über das gemeinsame Schaffen von Juden und Nichtjuden. Der Film Kick it like Kurt wurde mit dem Münchner Bürgerpreis Gegen Vergessen - Für Demokratie 2011 ausgezeichnet.
Weblinks [Bearbeiten]
- Infos zum Leben aus hagalil.com
- „Onkel Kurt und die Bayern“, Artikel der Zeit
- Ungeliebte Vereinsgeschichte: Bayern Münchens jüdischer Meistermacher, Artikel in einestages
- 125. Geburtstag des ehemaligen FC-Bayern-Präsidenten
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/?em_cnt=1853392&
- ↑ http://www.hagalil.com/archiv/2009/07/21/kurt-landauer/
- ↑ http://www.maccabi.de/
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Landauer, Kurt |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fußballfunktionär |
| GEBURTSDATUM | 28. Juli 1884 |
| GEBURTSORT | Planegg |
| STERBEDATUM | 21. Dezember 1961 |
| STERBEORT | München |