László Bárdossy

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László Bárdossy

László Bárdossy [ˈlaːsloː ˈbaːrdoʃi] (* 10. Dezember 1890 in Szombathely; † (hingerichtet) 10. Januar 1946 in Budapest) war ein ungarischer Diplomat und Politiker.

Bárdossy studierte Jura und trat nach dem Abschluss seines Studiums 1913 in den Staatsdienst ein. Er arbeitete zunächst im Erziehungsministerium und wechselte dann 1922 in das Außenministerium. Dort war er zunächst Abteilungsleiter und später Chef des Pressebüros. Zu Beginn der 1930er Jahre arbeitete Bárdossy an der ungarischen Botschaft in London und 1934 wurde er zum Botschafter in Rumänien bestimmt.[1][2]

Vom Februar 1941 bis zum April 1941 war er Außenminister der ungarischen Regierung und wurde nach dem Selbstmord des Premierministers Pál Teleki von Miklós Horthy zu dessen Nachfolger ernannt. Als ungarischer Premierminister von April 1941 bis März 1942 stand er für eine verstärkte ideologische und politische Annäherung an Nazi-Deutschland. In seine Amtszeit fiel die Beteiligung am deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion und die Kriegserklärungen an die USA und England. Ebenfalls in seiner Amtszeit wurde das dritte Judengesetz Ungarns verabschiedet, das den vollständigen Ausschluss der jüdische Bevölkerung aus Gesellschaft und Wirtschaft besiegelte. Am 10. März 1942 wurde er durch den gemäßigteren Miklós Kállay ersetzt.[2][3]

Vor der anrückenden Sowjetarmee floh Bárdossy im März 1945 nach Österreich, wo er für kurze Zeit in Innsbruck lebte, bis er im Mai von den Amerikanern verhaftet und der neuen ungarischen Regierung übergeben wurde. Vom ungarischen Volksgericht wurde er als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und am 10. Januar 1946 hingerichtet.[4][5]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. "László Bárdossy." Encyclopædia Britannica. Encyclopædia Britannica Online. Encyclopædia Britannica, 2011. Web. 14 Jun. 2011. <http://www.britannica.com/EBchecked/topic/53151/Laszlo-Bardossy>.
  2. a b András Bán:Hungarian-British Diplomacy, 1938-1941. Routledge 2004, ISBN 0714656607, S. 143-148 (Auszug in der Google Buchsuche)
  3. Roni Stauber: Collaboration with the Nazis: Public Discourse After the Holocaust. Taylor & Francis 2010, ISBN 9780415564410, S. 235 (Auszug in der Google Buchsuche)
  4. Gerald Steinacher: Nazis on the Run: How Hitler's Henchmen Fled Justice. Oxford University Press 2011, ISBN 9780199576869, S. 87 (Auszug in der Google Buchsuche)
  5. Randolph L. Braham: The politics of genocide. The Holocaust in Hungary, 2 Bde., Columbia University Press, New York 1981, hier Bd. 2, S. 1165, ISBN 0-231-05208-1.
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