Löwendenkmal Luzern

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Das Löwendenkmal um 1900
Das Löwendenkmal um 2008

Das Löwendenkmal befindet sich im Zentrum Luzerns und erinnert in der Allegorie eines sterbenden Löwen an die am 10. August 1792 beim Tuileriensturm in Paris gefallenen Gardes suisses (Frankreich) (Schweizer Reisläufern, auch genannt Schweizer-Garden). Es ist eines der bekanntesten Denkmäler der Welt, jährlich wird es von ca. 1,4 Millionen Touristen besucht.[1] 2006 wurde es unter Schweizer Denkmalschutz gestellt.[2]

Während der französischen Dominanz über die Schweiz diente ein Regiment von rund 1200 Schweizer als Garde im Dienst des Königs Ludwig XVI.[1] Im Verlauf der Französischen Revolution stürmten die aufgebrachten Revolutionäre den von der Königsfamilie bereits verlassenen Tuilerienpalast. Bei der Verteidigung des leeren Königspalastes durch rund 1000 Schweizer Gardisten fanden etwa 760 den Tod; anlässlich des Tuileriensturms wurden alle 200 Gardisten, die den König zur Nationalversammlung begleiteten, umgebracht.[1]

Geschichte des Denkmals[Bearbeiten]

Dieses Denkmal entstand auf Initiative des eigentlich in Paris stationierten, jedoch im Sommer 1792 seinen Urlaub in Luzern verbringenden Gardeoffizier Carl Pfyffer von Altishofen.[1] Zur Ehrung und Erinnerung seiner Kameraden begann er 1818 mit einem Subskriptionsplan. Neben Schweizern im In- und Ausland spendeten u.a. auch der Kaiser von Russland, der König von Preussen, die französische Königsfamilie sowie Prinz Christian Frederik von Dänemark (der spätere Christian VIII.).

Als Standort des Denkmals schlug Pfyffer eine Felswand ausserhalb des Gebietes der Stadt Luzern vor. Nach mehreren Entwürfen die den Vorstellungen und Ansprüchen nicht entsprachen, wendete sich Pfyffer an seinen Freund Vinzenz Rüttimann, der sich anlässlich eines während eines Aufenthalts in Rom an den berühmten dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen wendete. 1818 legte dieser einen Entwurf vor, im Frühjahr 1819 zeigte er in seinem Atelier zwei Modelle, eines mit einem Löwen allein sowie eines mit einem Löwen in einer Grotte.

Heinrich Keller (Bildhauer) setzte durch, dass Pfyffer’s ursprünglicher und von Thorvaldsens bekräftigter Plan, einen Löwen ohne Grotte darzustellen, realisiert werden sollte. Pfyffers Idee, dass ein gestorbener Löwe gezeigt werden sollte, verwarf Thorvaldsen. Mit Blick auf das traurige Ereignis in Paris müsste ein ruhender, sterbender Löwe gezeigt werden. Er meinte: „Der Löwe ist also nicht tot, er muss ruhend sein.“

Das Denkmal wurde schliesslich nach Thorvaldsens Entwurf und Anweisungen zuerst vom Bildhauer Urs Pankraz Eggenschwiler[3] (der nach kurzer Zeit verunglückte) und anschliessend vom Konstanzer Lukas Ahorn in den ehemaligen Sandsteinbruch bei Luzern gehauen. Am 10. August 1821 wurde es feierlich enthüllt und drei Tage später, genau 29 Jahre nach dem Tuileriensturm, eingeweiht.[1]

Über dem Löwen sind eingemeisselt: HELVETIORUM FIDEI AC VIRTUTI (lateinisch: Der Treue und Tapferkeit der Schweizer); unter dem Löwen eingemeisselt sind die Namen sowie je die ungefähre Anzahl der gefallenen (DCCLX = 760) und geretteten bzw. überlebenden (CCCL = 350) Offiziere und Soldaten der Schweizergarde.

Trivia[Bearbeiten]

Nachdem Bertel Thorvaldsen an der Enthüllung nicht anwesend sein konnte berichtete ihm Prinz Christian Frederik über den Festakt. Darauf soll Thorvaldsen gesagt haben: „Dieses Denkmal wird, selbst wenn es verwittern sollte, gleichwohl alle anderen überragen.“

Mark Twain bezeichnete das Denkmal als „Traurigstes und bewegendstes Stück Stein der Welt“.

Eine weitgehende Kopie des Löwendenkmals, die allerdings damals vom Künstler als eigenes Werk ausgegeben wurde, findet sich als Lion of the Confederacy auf dem Oakland Cemetery in Atlanta, Georgia.

Siehe auch[Bearbeiten]

Medaille vom 10. August 1792

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Luzern Tourismus AG: Der sterbende Löwe von Luzern. Abgerufen am 2. August 2014.
  2. Vitus Wey, Martin Hüppi: Das Löwendenkmal in Luzern. Abgerufen am 25. Februar 2014. (PDF)
  3. Dieter Ulrich: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK): Eggenschwiler, Urs Pankraz. Abgerufen am 19. November 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Löwendenkmal Luzern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.0583333333338.3105555555556Koordinaten: 47° 3′ 30″ N, 8° 18′ 38″ O; CH1903: 666242 / 212291