LK II

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Leichter Kampfwagen LK II
Stridsvagn fm/21
Stridsvagn m21 Strängnäs 12.08.11 (3).JPG

Stridsvagn fm/21 in Strängnäs

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3
Länge 5,70 m
Breite 2,05 m
Höhe 2,52 m
Masse 9,70 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 4-14 mm Panzerstahl
Hauptbewaffnung 1 × 6,5-mm-Maschinengewehr m/14
Sekundärbewaffnung 1 × 6,5-mm-Maschinengewehr m/14
Beweglichkeit
Antrieb 1 × 4-Zylinder-Ottomotor Benz
40 kW (55 PS)
Höchstgeschwindigkeit 16 km/h (Straße)
Leistung/Gewicht
Reichweite 60-70 km

Der LK II (Leichter Kampfwagen II) war ein 1918 entwickelter deutscher Panzer aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Geschichte[Bearbeiten]

Der LK II stellte die Weiterentwicklung des LK I dar, eines leichten Panzers, welcher auf dem Chassis eines zivilen Daimler-PKW aufgebaut war. Er war wie sein Vorgänger von Joseph Vollmer konstruiert worden.

Es sollten zwei Versionen gefertigt werden. Die eine hatte, wie sein Vorgänger, einen Drehturm im Heck mit MG-Bewaffnung. Die zweite Variante erhielt die so genannte „Brustwehr“, einen festen Aufbau im Heckbereich, statt des Turmes. In diesem sollte wahlweise eine 37-mm-Kanone von Krupp oder eine russische 57-mm-Kanone Sokol eingebaut werden, am Ende des Krieges war von ihr ein Prototyp fertig. Im Juni 1918 wurden die ersten 580 Fahrzeuge vom Kriegsministerium bestellt, später wurde die Bestellung noch auf 800 Stück erhöht. Vorgesehen war ab April 1919 eine monatliche Fertigung von 200 LK II, eine Auslieferung an das Heer erfolgte jedoch nicht mehr. Bis Ende 1918 sollen die ersten sechs Exemplare fertig gewesen sein. Die Fahrzeuge sollten bei der Fa.Steffen & Heymann, (Berlin)-Charlottenburg zusammengebaut werden, Triebwerk und Fahrgestell sollte Daimler, (Berlin)-Marienfelde beisteuern.

Insgesamt sind jedoch nur wenig mehr als zwanzig Panzer bzw. die Teile für diese gefertigt worden. Diese unterscheiden sich in der Gestaltung des Bugs von den Prototypen. Aufgrund des Friedensvertrag von Versailles war es dem Deutschen Reich jedoch verboten, Panzer zu besitzen, weshalb eine weitere Serienfertigung unterbleiben musste. Die halbfertigen LK II wurden – an der Kontrollkommission der Alliierten vorbei – heimlich nach Schweden und Ungarn verkauft.

Obwohl sich der LK II noch im Prototypenstatus befand, wurde bereits am LK III als Nachfolger gearbeitet. Bei diesem sollte, nach dem Vorbild des Renault FT-17, der Kampfraum nach vorne und der Motor in das Heck verlegt werden. Dieses Fahrzeug wurde jedoch nicht mehr gebaut.

Einsatz in Schweden – Stridsvagn fm/21 und m/21-29[Bearbeiten]

Strv m/21-29 in Axvall
Innenansicht eines Strv fm/21

Im Sommer 1921 erwarb Schweden 10 Fahrzeuge des Typ LK II für 100 000 Kronen. Diese wurden im Herbst 1921 unter größter Geheimhaltung, als „Dampfkesselbleche“ und „Traktorteile“ getarnt, nach Schweden exportiert. Dort erhielten sie, nach ihren Zusammenbau in der „Flottans varv“ in Stockholm, zuerst die Bezeichnung Pansarvagn fm/22, später wurden sie als Stridsvagn fm/21 (Strv fm/21) bezeichnet. Eingesetzt waren sie zuerst bei der Svea Livgarde, um dann später von der Göta Livgarde genutzt zu werden. Im Jahre 1928 veranlasste das Artilleriedepartement eine Modernisierung eines Fahrzeuges bei Nydqvist och Holm in Trollhättan. Es erhielt einen schwedischen Motor (Scania-Vabis Typ 1554 mit 85 PS) und ein neues Getriebe. Die Höchstgeschwindigkeit erhöhte sich dadurch auf 18 km/h. Auch im Frontbereich fanden Modifizierungen statt, so erhielt es zwei durch Klappen verschließbare Scheinwerfer. Die bis dahin verwendeten MG m/14 wurden im Rahmen dieser Maßnahme durch das MG m/14-29 ausgetauscht. Das im Jahre 1930 ausgelieferte Fahrzeug erhielt die neue Bezeichnung Stridsvagn m/21-29 (Strv m/21-29). Von 1931 bis 1934 wurden vier weitere Panzer (zwei weitere von Nohab und zwei von der AB Landsverk) entsprechend umgebaut. Der Wagen Nr. 10 wurde Ende 1938 dem Deutschen Reich als Museumsstück überlassen, da dort keine frühen Panzer aus dem Ersten Weltkrieg mehr vorhanden waren. Er ging im Zweiten Weltkrieg verloren. Die restlichen neun Strv fm/21 und Strv m/21-29 befanden sich bis 1939 im Dienst der schwedischen Armee.

Einsatz in Ungarn – „vontatók"[Bearbeiten]

Nach Ungarn sollen 14 Exemplare des LK II gelangt sein, die ersten beiden schon im Frühjahr 1920. Dort sind sie erprobt worden. Da Aufgrund des Friedensvertrages von Trianon auch Ungarn, als Verliererstaat des Ersten Weltkrieges, Rüstungsbeschränkungen auferlegt waren, kamen die übrigen zehn, in Kisten verpackt, in Einzelteilen und als „Traktorenteile“ getarnt ins Land. Diese wurden dann, um sie vor der Alliierten Kontrollkommission zu verbergen, in demontierten Zustand, häufig im Lande hin-und herbewegt. Die Bezeichnung der Panzer lautete zu dieser Zeit V-1 bis V-14. Als die Kontrollkommission im Jahre 1927 Ungarn verließ, sollten die Fahrzeuge zusammengebaut und in Dienst gestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch nicht mehr alle Teile vorhanden bzw. es waren Teile unbrauchbar geworden. So konnten ab 1930 nur sechs Panzer als „I“ bis „VI“ bei der RUIS in Gebrauch genommen werden, sie wurden dort bis 1932 verwendet. Auch hatte die ungarische Armee das Interesse an den Fahrzeugen verloren, da sie ab 1931 den Fiat 3000 B zur Verfügung hatte.

Erhaltene Fahrzeuge[Bearbeiten]

In Schweden sind jeweils ein Strv fm/21 und ein Strv m/21-29 vorhanden. Sie waren jahrelang im Panzermuseum in Axvall ausgestellt und sind nun im Arsenalen Strängnäs zu sehen. Der in Deutschland im Panzermuseum Munster präsentierte LK II ist ebenfalls ein ehemaliger schwedischer Strv m/21-29. Die Daten, die dort angegeben sind, beziehen sich auf den Prototyp mit Kanonenbewaffnung.

LK II in Munster

Siehe auch: Panzermodelle des Ersten Weltkrieges

Literatur[Bearbeiten]

  • Didrik von Porat: Svenska armens Pansar. Armeemuseum Stockholm, 1985.
  • Werner Oswald: Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr. Stuttgart 1990. ISBN 3-87943-850-1.
  • Attila Bonhardt, Gyula Sárhidai, László Winkler: A Magyar Királyi Honvédség Fegyverzete. ca.1992, ISBN 9633271827.
  • Gisela Zincke: Joseph Vollmer – Konstrukteur und Pionier. Gaggenau 2001.
  • F.M.von Senger und Etterlin: Die Kampfpanzer von 1916-1966. Bonn 2001. ISBN 3-7637-6221-3.
  • Panzermuseum Munster. 4.Auflage. Munster 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leichter Kampfwagen II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien