Ladislav Fialka

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Ladislav Fialka (* 22. September 1931 in Prag; † 22. Februar 1991 ebenda) war ein tschechoslowakischer Pantomime, Schauspieler, Choreograf, Theaterleiter und Professor.

Leben[Bearbeiten]

Schon während seines Studiums (1952 bis 1956) am Prager Staatskonservatorium gründete er 1953 eine erste Pantomimengruppe. Am 1. August 1956 erlebte die tschechische Öffentlichkeit in Prag zum ersten Mal eine Pantomimevorstellung: Die ersten Absolventen der Tanzabteilung des Konservatoriums führten ihre Abschlussarbeit Abend der drei Pantomimen auf.

Die moderne tschechische Pantomime besteht seit dem Jahre 1959, als Ladislav Fialka mit einer Pantomimegruppe an das Prager Theater Divadlo Na zábradlí zog (die Vorstellung hieß Pantomima Na zábradlíPantomime am Geländer), das damit zu einem der Zentren der tschechischen Pantomime wurde, wobei Pantomime und Theater nebeneinander koexistierten. Seitdem gab er dort ständig Programme, außerdem arbeitete Fialka für Film und Fernsehen, erstellte Choreografien für das Schauspielertheater und unternahm Gastspielreisen in viele Länder aller Erdteile. 1969 gründete er das erste internationale Pantomimentreffen in Prag (das vierte in der Gesamtanzahl nach Berlin, Zürich und dem Essener von Soubeyran), an dem u. a. Marcel Marceau, Dimitri, René Quellet und Samy Molcho teilnahmen.

Leistungen[Bearbeiten]

Fialka gilt als ebenso weiterführend für die moderne Pantomime wie etwa Marcel Marceau, wobei beide aus dem reichen Fundus der klassischen Pantomime schöpften. Während Marceau aber die Solopantomime bevorzugte, arbeiteten Fialka wie auch Tomaszewski mit größeren Ensembles und integrierten Elemente des Tanzes. Er gab mit seinem Werk einem in der damaligen Tschechoslowakei vernachlässigten Theatergenre seinen Ruhm zurück.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Träger des Staatspreises
  • Professor an der Prager Akademie der Künste

Aufführungen[Bearbeiten]

  • 1960: Neun Hüte zu Prag
  • 1960: Etüden
  • 1962: Der Weg
  • 1965: Narren
  • 1968: Der Knopf
  • 1971: Caprichos (nach Goya)

Choreografien für das Theater[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1958: Sen noci svatojanské (Regie: Jiří Trnka; Choreografie)
  • 1960: Junge Rampen
  • 1960: Die Schiffbrüchigen
  • 1960: Der Dichter
  • 1961: Kolik slov stačí lásce (Regie: Jiří Sequens; Schauspieler)
  • 1963: Malé hry und Koncert (Regie: Vladimír Sís; Schauspieler)
  • 1963: Az prijde kocour (Wenn der Kater kommt u. a.) (Regie: Vojtěch Jasný; Schauspieler)
  • 1964: Hinter den Sternen
  • 1964: Muzeum zázraků (Museum der Wunderwerke) (Regie: Vladimír Sís, Rudolf Jaroš; Schauspieler)
  • 1968: Etüden
  • 1973: Traumstadt (Regie: Johannes Schaaf; Choreografie)[1]
  • 1979: Koncert na konci léta (Regie: František Vláčil; Autor)
  • 1980: Koncert (Regie: Jan Schmidt; Autor)
  • 1983: Putování Jana Amose (Die Wanderungen des Jan Amos/Mein ganzes Leben war Wandern) (Regie: Otakar Vávra; Choreograf und Schauspieler)
  • 1984: Komediant (Regie: Otakar Vávra)
  • 1986: Ein langer, stiller Weg (mit Samy Molcho, Marcel Marceau und Jean-Louis Barrault; Schauspieler)

Literatur[Bearbeiten]

  • Prospekt: Theater „Am Geländer“ Prag Altstadt. Gegründet im Jahre 1454. Erneuert im Jahre 1958 bringt Ladislav Fialka und sein Ensemble in den Stücken „Neun Hüte zu Prag“ und „Etüden“. Divadlo na Zabradli, Prag 1962.
  • Ladislav Fialka und seine Pantomimengruppe. Theater am Geländer, Prag 1967.
  • Bari Rolfe: The Prague Mime Festival. In: Educational Theatre Journal. Bd. 22, Nr. 1 (März 1970), S. 87–90

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Traumstadt bei filmportal.de