Langenhagen (Eichsfeld)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.53888888888910.325Koordinaten: 51° 32′ 20″ N, 10° 19′ 30″ O

Langenhagen
Wappen von Langenhagen
Höhe: 200–240 m ü. NN
Einwohner: 530 (1. Apr. 2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 37115
Vorwahl: 05527

Langenhagen ist ein Ort im Landkreis Göttingen in Niedersachsen und liegt an der Kreisstraße 110 zwischen Fuhrbach und Hilkerode, fünf Kilometer nordöstlich von Duderstadt. Das zum Untereichsfeld gehörende Dorf ist seit dem 1. Januar 1973 ein Ortsteil der Stadt Duderstadt[1] und hat rund 580 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Langenhagen wurde am 1. Januar 1236 erstmals in einer, im Kloster Hasungen ausgestellten Urkunde, schriftlich erwähnt. Die Urkunde lautet:

1236 Januar 1. Hasungen: Erzbischof Siegfried III. von Mainz überträgt dem Kloster Marienfeld (Kr. Warendorf) zwei Zehnten zu Witzenhausen und Karmannshausen und gibt den bisher damit Belehnten dafür das Dorf Eichstrut, den Zehnten zu Mackenrode, Einkünfte vom Zehnten zu Nesselröden und Einkünfte zu Langenhagen zum Lehen.

Ebenfalls erwähnt die Urkunde, dass Volkwin von Schwalenburg und Adolf von Waldeck von Erzbischof Siegfried III. jährliche Einkünfte im Wert von 50 Malter Korn jeweils in villa Langenhagen zum Lehen nahmen.

Von den 24 Häusern, die Langenhagen 1609 zählte, waren am Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) nur noch drei bewohnt. 1670 gab es schon wieder 130 Einwohner, davon 17 bespannte und 9 Kuhbauern. Das Dorf, welches zwischen 1432 und 1802 in der politischen und jurisdiktionellen Abhängigkeit zur Stadt Duderstadt stand, es war eines von elf Ratsdörfern, hatte zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert zudem erheblich unter den damaligen Kriegen zu leiden. Dem Ort ereilten Plünderungen und es war zu Kontributionszahlungen und Einquartierungen der Soldaten verpflichtet.

Das Dorf liegt in einem Tal und wurde oft überflutet, 1908 wurden 2 Rückhaltebecken gebaut, genannt "Große" und "Kleine" Talsperre.

Langenhäger Plattdeutsch (vor dem Bau der zwei Talsperren):

Düt was noch in neentahnchten Joarhundret, als Langenhogn kenne Woaterdammsperrn harre, da dat Dörp var wolkenbruchoartijen Reenfällen bewoahrnkunnen. Da Feldflurlage, taun chrößten Dääl met fa llender Neijung taun Dörpe hen, sorjichte taunstetijen Woaterloap ut dern Flatdoal, Stadtdoal und Popenbusch von Krüüzebarje.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Langenhagen eine Nachtjägerleitstelle eingerichtet (Stellung "Drohne"). Die Anlage hat sich an der Gemarkungsgrenzezwischen Langenhagen und Duderstadt im Gemarkungsteil Klingenburg befunden. Sie stand auf einem der höchsten Punkte (etwa 300 m ü NN) der Gegend, etwa 50 m gegenüber der heutigen Franz-von Asissi-Kapelle der Heinz-Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen. Die Anlage wurde nicht angegriffen. Sämtliche militärischen Einrichtungen wurden nach dem Krieg von den britischen Streitkräften demontiert. Die zur Stellung zugehörigen Unterkünfte befanden sich auf dem Klappenberg. Ausgestattet war sie mit 2 Freya AN und Kuh 1 Freya AN und Gemse 1 Würzburg-Riese 1 Würzburg-Riese mit Gema-Zusatz. [2]

Bis 1973 war Langenhagen eine eigenständige Gemeinde, bis sie in diesem Jahr in die Stadt Duderstadt eingegliedert wurde. Im Jahre 1988 entdeckte man im Stadttal, ca. 1000 m südwestlich von Langenhagen, eine kleine, mittelalterliche Burgstelle der einstigen Klingenburg. Ein Ruinenhügel mit Abschnittswehrgraben auf einem kleinen Gelandesporn verriet die Position der Burg. Erschlossene Funde datieren auf das 15. und 16. Jahrhundert, urkundlich wurde die Burg ab 1420 bis ins späte 16. Jahrhundert Clingenborg genannt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1670: 130
  • 1793: 141
  • 1811: 260
  • 1913: 458
  • 1960: 720
  • 1961: 719[1]
  • 1970: 687[1]
  • 2003: 650
  • 2008: 610
  • 2009: 582 (Quelle)

Gefallene und Vermisste[Bearbeiten]

  • Im Ersten Weltkrieg 1914–1918 waren es 27 Gefallene.
  • Im Zweiten Weltkrieg 1939–1945 waren es 62 Gefallene und Vermisste.

Zum Gedenken ließ die Gemeinde 1954 vor dem Friedhofseingang ein Ehrenmal in Form eines Kreuzes errichten, in das die Namen der Gefallenen und Vermissten eingemeißelt sind.

Religionen[Bearbeiten]

Langenhäger, die zum katholischen Priester geweiht wurden:

  1. Pfarrer Anton Piepenbring, * 1. Juni 1894 in Langenhagen, † 21. Mai 1974 in Langenhagen
  2. Pfarrer Paul Otto, * 12. August 1904 in Langenhagen, † 5. April 1992. Am 15. März 1930 Priesterweihe in Paderborn.
  3. Pater Nolascus (Anton Gatzemeier) * 2. August 1904 in Langenhagen, Priesterweihe 1933 in Fulda/Kloster Frauenberg.
  4. Pfarrer Wigbert Schwarze, * 20. November 1956 in Langenhagen. Am 16. Juni 1984 Priesterweihe im Dom zu Hildesheim. Am 16. Juni 2009 silbernes Priester-Jubiläum.
  5. Pfarrer Matthias Kaminski, Priesterweihe 1991 im Dom zu Hildesheim. Als Diakon nach Hannover, als Kaplan nach Borsum bei Hildesheim und schließlich nach Braunschweig. Die erste Pfarrstelle im Bezirk Goslar übernahm Kaminski 2002. Danach die Seelsorgeeinheit Gieboldehausen. Heute ist er Kolping-Bezirkspräses und stellvertretender Dechant.

Politik[Bearbeiten]

Ortsratswahl 2011[3]
Wahlbeteiligung: 65,92 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
74,11 %
16,54 %
9,35 %

Ortsrat[Bearbeiten]

Langenhagen hat einen gemeinsamen Ortsrat mit Brochthausen. Er setzt sich aus zwölf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU: 9 Sitze
  • Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger: 2 Sitze
  • Grüne: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. Dezember 1950 genehmigt.

Die Tannenbäume symbolisieren den Wald in der Region.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

St.-Laurentius-Kirche

Die katholische Kirche St. Laurentius wurde 1865 erbaut. Ihr ging ein barocker Kirchenbau aus dem Jahre 1681 voraus. Der Sandsteinbau der St. Laurentiuskirche zählt durch seine ungewohnte Architektur im Innenraum zu den interessantesten neuromanischen Kirchen des Untereichsfelds. Deutlich wird dies, nachdem man das von dorischen Säulen flankierte Westportal betreten hat und sich das Dach betrachtet. Es eröffnet sich einem ein bis zum Dachfirst offener Raum mit sichtbaren, dunkelgefassten Dachpfetten. Quer zum Langhaus befindet sich eine Stützkonstruktion aus dreimal hintereinander zusammengefügten Hölzern, welche dekorativ in diesem Dachstuhl eingehängt wurden. Eine weitere Besonderheit stellt der Taufstein dar, der aus Buntsandstein gefertigt ist. Das Becken des Taufsteins befindet sich auf vier dorischen Säulen und wird von einem dachförmigen Holzdeckel mit Schindeldeckung geschlossen. Von der halbrunden Apsis blickt man auf drei farbige Glasfenster, in deren Motiven sich Marien-, Laurentius- und Dreifaltigkeitsdarstellungen finden.

Vereine[Bearbeiten]

  • Kath. Gesellenverein St. Josef (Kolping) Langenhagen, gegründet 16. Januar 1887
  • MGV Concordia Langenhagen, gegründet 22. Februar 1893
  • VfR Langenhagen e.V., gegründet 18. Januar 1912 (als Turnverein Eiche)
  • Kath. Frauenbund Langenhagen, gegründet 1928
  • Freiwillige Feuerwehr Langenhagen, gegründet 24. Juni 1934
  • Schützenverein "Diana" Langenhagen, gegründet 2. Januar 1938

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Schule[Bearbeiten]

Eine neue dreiklassige Volksschule mit 2 Lehrer-Dienstwohnungen wurde am 7. Juni 1962 eingeweiht. Die Kosten betrugen 230.000 DM. Nach einer General-Renovierung im Jahre 2007 heißt sie offiziell "Grundschule Langenhagen". Hier werden die Grundschulkinder der 3 Bergdörfer Brochthausen, Fuhrbach und Langenhagen unterrichtet.

Wirtschaftsbetriebe[Bearbeiten]

Langenhagen gilt als "Bergdorf", das seit jeher vom Bau- und Baunebengewerbe geprägt war. 1995 existierten im Ort neben einer Sack- und Planenfabrik, die in ihrer Gründung auf das Jahr 1947 zurückging, noch Lebensmittelgeschäfte und gastronomische Betriebe, welche bis heute in Langenhagen ansässig sind. Daneben wird die landwirtschaftliche Wirtschaftsfläche, die sich über 4,45 km² erstreckt, von drei landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben bearbeitet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Anton Algermissen (*Hildesheim), Bauführer und Erbauer der kath. Kirche St. Laurentius. Er heiratete am 21. Mai 1867 die in Langenhagen am 15. Juni 1845 geborene Katharina Veronika Gatzemeier. Er machte sich in Hildesheim selbstständig und gründete ein Baugeschäft. Auch die Wallfahrtskirche in Germershausen und das Regierungsgebäude in Hildesheim sind von ihm errichtet worden. Er starb 91-jährig am 10. August 1932. Seine Frau war bereits am 6. Februar 1914 verstorben. Aus der Ehe stammen 7 Kinder.
  • Lothar Koch, Ortsbürgermeister, MdL

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206.
  2. Stellung 1. Ordnung Drohne bei geschichtsspuren.de; Abgerufen am 6.April 2014
  3. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152007_000064/index.html