Lawrence Welk

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Lawrence Welk (* 11. März 1903 in Strasburg in North Dakota; † 17. Mai 1992 in Santa Monica) war ein US-amerikanischer Big Band Leader, der in den USA durch seine TV-Show bekannt war.

Leben[Bearbeiten]

Welk wurde als Sohn eines Farmers mit deutschstämmigen (elsässischen)[1] Wurzeln in North Dakota geboren. Zu Hause wurde deutsch gesprochen;[2] englisch lernte er erst mit 21 Jahren, als er die Farm verließ, um in Tanzbands zu spielen. Nach seiner eigenen Erklärung ist ihm lebenslang die Fähigkeit entgangen, die englische Sprache völlig fließend in den Mund zu nehmen;[3] er hat z. B. einmal eine Sängerin dazu eingeladen, „at the microscope“ zu singen. Seinen starken, deutschen Akzent verlor er nie. Kurz nach seinem Weggang von der Farm hatte er seine eigene Band, die im Bereich North und South Dakota spielte. Nebenbei belegte er Musikunterricht an der McPhail School of Music in Minneapolis. Sie spielten „Sweet Music“ und Tanzmusik (in den frühen 1920ern auch gelegentlich mehr Dixieland-Jazz orientierte Musik); 1925 entstanden auch erste Radioübertragungen ihrer Auftritte. Der Ausdruck „Champagne Music“ blieb nach einem Auftritt in Pittsburgh an seiner Band haften (in seinen späteren Shows durch Seifenblasen visualisiert).

Welks Grab auf dem Holy Cross Cemetery

In den 1940er Jahren spielten sie regelmäßig sehr erfolgreich im Aragon Ballroom in Chicago sowie regelmäßig im Roosevelt Hotel in New York City. Die Band hatte auch eine eigene Radioshow und produzierte häufig „Soundies“, eine Art Music-Video Vorläufer, bevor sich Welk – nach einer erfolgreichen Tournee an der Westküste 1945 – mit seiner Band in Los Angeles niederließ, wo er ab 1951 vom Aragon Ballroom in Venice Beach die „Lawrence Welk“ Show über KTLA-Radio produzierte. 1956 bis 1971 hatte er eine eigene Show im Fernsehen bei ABC. Seine Show lief aber auf vielen Sendern bis 1982 weiter. Seinen größten Erfolg hatte er 1961 mit dem Instrumental Calcutta, einer Neubearbeitung der vom deutschen Songwriter Heino Gaze komponierten Tivoli-Melodie. Lawrences Calcutta brachte es 1961 bis auf Platz 1 der Pop-Charts.[4] Mit dem Album Calcutta stieg er ebenfalls bis an die Spitze der Hitparade. Insgesamt hatte Lawrence Welk zwischen 1956 und 1973 42 Alben in den Charts, davon 10 unter den Top 10, und mehrere Single-Hits.[5]

Da er ein guter Geschäftsmann war (Musikverlage, Immobilien), galt Welk nach Bob Hope als wohlhabendster Entertainer in Hollywood.

Literatur[Bearbeiten]

  • Leo Walker: The Big Band Almanac. Ward Ritchie Press, Pasadena 1978.
  • Simon, George T.: The Big Bands. Mit einem Vorwort von Frank Sinatra. 3. überarbeitete Auflage. New York City, New York: Macmillan Publishing Co und London: Collier Macmillan Publishers, 1974, S. 449–451.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Als das Elsass nach dem 1870er Krieg an Deutschland fiel, wanderte die Familie aus, zunächst nach Odessa.
  2. Es gab damals im amerikanischen Ober-Mittelwesten viele von nordeuropäischen Einwanderern gegründeten kleinen Ortschaften, wo man noch nicht alltäglich auf Englisch redete, sondern auf Deutsch, Schwedisch, Holländisch, usw, je nach Herkunft der ersten europaischen Ansiedler.
  3. Lawrence Welk, Bernice McGeehan: Wunnerful, Wunnerful: The Autobiography of Lawrence Welk. Englewood Cliffs, NJ 1971.
  4. Fred Bronson: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. Billboard Publications, New York City 1992, S. 84.
  5. Chartübersicht bei allmusic