Lefkada

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lefkada (Begriffsklärung) aufgeführt.
Lefkada
Lefkada von Norden aus
Lefkada von Norden aus
Gewässer Ionisches Meer
Inselgruppe Ionische Inseln
Geographische Lage 38° 43′ N, 20° 39′ O38.71777777777820.6438888888891158Koordinaten: 38° 43′ N, 20° 39′ O
Lefkada (Griechenland)
Lefkada
Länge 35 km
Breite 15 km
Fläche 293 km²
Höchste Erhebung Stavrotas
1158 m
Einwohner 22.879 (2005)
78 Einw./km²
Hauptort Lefkada
Der Ort Lefkada von oben
Der Ort Lefkada von oben

Lefkada (griechisch Λευκάδα (f. sg), älter auch Lefkas (Λευκάς), altgriechisch Λευκάς Leukás „die Weiße“, ital. Santa Maura) ist eine griechische Insel im Ionischen Meer, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Zusammen mit der Inselgruppe der Tilevoides bildet sie den Regionalbezirk Lefkada. Direkt benachbart sind auch die Inseln Kefalonia und Ithaka.

Die Insel hat eine Fläche von 293 km² bei einer maximalen Länge von 35 km und einer Breite von bis zu 15 km und etwa 23.000 Einwohner. Höchste Erhebung ist der Stavrotas mit 1.158 m.

Geschichte[Bearbeiten]

Lefkada liegt nordwestlich der Halbinsel Peloponnes (Morea) und nördlich der Insel Kefalonia im Ionischen Meer und gehört heute zu Griechenland. Die Insel war schon in prähistorischer Zeit besiedelt; belegt ist dies durch rund 110.000 Jahre alte Steinwerkzeuge der Neandertaler.[1]

Im Mittelalter war Lefkada zunächst ein Flottenstützpunkt und gehörte zum byzantinischen Reich. Der italienische Name Santa Maura leitet sich vom mittelalterlichen Kastell desselben Namens der gleichnamigen Inselhauptstadt Lefkada ab, das hier von der italienischen Herrscherfamilie Tocco errichtet wurde.

Die Türken hielten die Insel, als einzige der Ionischen Inseln, längere Zeit besetzt und zwar von 1479 bis 1502 und von 1504 bis 1684 und nochmals kurzzeitig von 1715 bis 1716. Die Insel wurde durch eine Gegenoffensive von Feldmarschall Johann Matthias von der Schulenburg, der kurz zuvor die türkische Belagerung von Korfu aufgehoben hatte, 1716 für die Republik Venedig zurückerobert, die es seit 1684 und endlich bis 1797 in Besitz hatte. Anschließend gehörte die Insel zu der Republik der Ionischen Inseln. 1864 wurde Lefkada mit dem Königreich Griechenland vereinigt.

Eine erste moderne Beschreibung der Insel lieferte Erzherzog Ludwig Salvator.

Berühmte Personen[Bearbeiten]

  • Die antike griechische Lyrikerin Sappho soll sich einer späten Sage nach aus Liebeskummer von einem der weißen Felsen von Leukas ins Meer gestürzt haben.
  • Agnes Baltsa, eine Mezzosopranistin und Kammersängerin, wurde hier geboren.
  • Wilhelm Dörpfeld, archäologischer Bauforscher, starb hier.
  • Lafcadio Hearn, Schriftsteller irisch-griechischer Abstammung, der das westliche Japanbild des frühen 20. Jahrhunderts prägte, wurde hier geboren.

Tourismus[Bearbeiten]

Auf Lefkada gibt es keinen Massentourismus vom Muster Kretas oder der Balearischen Inseln. An der Ostküste sind die Städte Lefkada, direkt an der Brücke zum Festland gelegen, und Nydri (auch Nidri), etwa auf halber Höhe, die aktivsten Touristenzentren. An der Westküste sind die beiden Strände Porto Katsiki und Kathisma ein beliebtes Ausflugsziel, vor allem auch bei der einheimischen Bevölkerung. Trotz des Tourismus haben viele Orte noch ihren ursprünglichen Charakter behalten, vor allem die Dörfer in den Bergen.

schwimmende Brücke von Lefkada zum Festland
Porto Katsiki

Sport[Bearbeiten]

Bekannt ist die Insel Lefkada vor allem für Windsurfing, da in der Bucht um Vassiliki einer der besten Surfplätze Europas zu finden ist. Lefkada, sowie auch die anderen Ionischen Inseln, sind auch Ziel vieler Yachturlauber und Ausgangspunkt für Segeltörns im südionischen Meer. In der Stadt Lefkada befindet sich eine große ausgebaute Marina.

Partnerstadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lefkada – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. George Ferentinos et al.: Early seafaring activity in the southern Ionian Islands, Mediterranean Sea. In: Journal of Archaeological Science, online-Vorabveröffentlichung vom 10. Februar 2012, doi:10.1016/j.jas.2012.01.032