Leineweber

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Dieser Artikel behandelt den Beruf. Zu weiteren Bedeutungen siehe Leineweber (Begriffsklärung).
„Der Weber“ im „Ständebuch“ des Jost Ammann (1568)

Leineweber oder Leinweber ist die historische Berufsbezeichnung für Weber von Leinen, d. h. von − häufig im bäuerlichen Nebenberuf − auf Handwebstühlen in Leinwandbindung hergestelltem Gewebe, das ganz oder zu erheblichem Teil aus Leinengarn, d. h. mit aus Flachsfasern gesponnenem Garn, besteht.

Eines von mehreren historischen Zentren der Leinenweberei war das Ravensberger Land. Die Bauern dort bauten ab dem 17. Jahrhundert auf ihren Ackerflächen anstatt Korn vorzugsweise den staatlich subventionierten Flachs an und verarbeiteten diesen in Heimindustrie zu Linnen oder Leinen. Der Leinenhandel führte zu einem gewissen Wohlstand der deshalb so genannten „Leinenstadt“ Bielefeld. Wie in anderen Regionen auch geriet das ostwestfälische Leinenhandwerk um 1830 in eine schwere Krise, als in Irland, England und Belgien mit der Produktion maschinell gewebter Stoffe begonnen wurde. Mit der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld entstand in den 1850er Jahren ein Unternehmen, das sich zur größten Flachsspinnerei Europas entwickelte. Heute ist das Leineweberdenkmal ein Wahrzeichen der Stadt Bielefeld, jährlich findet dort der Leinewebermarkt statt, und die Eisenbahn-Nahverkehrslinie von Bielefeld nach Altenbeken heißt "Der Leineweber".

Literatur[Bearbeiten]