Let L-200

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Let L-200 Morava
L-200D
Typ: Reiseflugzeug
Entwurfsland: TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
Hersteller: Let
Erstflug: 8. April 1957
Produktionszeit: 1959–1986
Stückzahl: 361

Die Let L-200 Morava (deutsch Mähren) ist ein tschechoslowakisches Reiseflugzeug. Sie entstand in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Konstruktionsarbeiten begannen 1956 bei LET in Kunovice und wurden von Ingenieur Ladislaw Smrček geleitet. Das Flugzeug war ein zweimotoriger Tiefdecker in Ganzmetall-Halbschalenbauweise. Der trapezförmige, zweiholmige Tragflügel verfügte über Spaltklappen und war an seinen Enden mit tropfenförmigen Tanks ausgestattet, die zusammen 230 Liter Kraftstoff fassten. Zwei weitere Behälter mit je 95 Litern befanden sich intern im Flügel. Das Leitwerk bestand aus dem Höhenruder und zwei in Endscheiben integrierten Seitenrudern. Das Bugradfahrwerk war vollständig einziehbar, wobei die Haupträder in die Motorgondeln einfuhren.

Der Erstflug des Prototyps erfolgte am 8. April 1957. Als Antrieb dienten zwei flüssigkeitsgekühlte Reihenmotoren Walter Minor 6-III mit je 160 PS. Die Triebwerke wurden auch beim ersten Serienlos verwendet, dessen Produktion 1959 anlief. 1960 folgte die leistungsgesteigerte L-200A. Sie wurde von zwei 210 PS starken Triebwerken Walter M337 angetrieben und verfügte über elektrisch verstellbare Zweiblattluftschrauben. 1962 erschien die nochmals verbesserte L-200D mit serienmäßiger Enteisungsanlage und luxuriöserer Kabinenausstattung. Die Motoren wurden beibehalten, trieben nun aber hydraulisch verstellbare Dreiblattluftschrauben an. Das Fahrwerk war verstärkt und das Hydrauliksystem verbessert worden.

Die Produktion endete 1986 nach dem 361. Exemplar. Die L-200 war ein Exporterfolg und flog in 22 Ländern, wobei allein 181 Stück an die Sowjetunion geliefert wurden. Das Flugzeug zeichnete sich durch Robustheit, Zuverlässigkeit und gute Flugeigenschaften aus.

Trivia[Bearbeiten]

Die DDR kaufte 1963 eine L-200D und setzte sie kurze Zeit als Reiseflugzeug der Staatssicherheit ein, bis sie 1965 nach einem Unfall abgeschrieben wurde. Zwei weitere L-200 der Serien A und D flogen von 1968 bis 1987 bei der GST. Die „WLB“ fliegt heute mit der Kennung D-GALE, die „WLA“ steht in der luftfahrthistorischen Sammlung Finow.

Registereintrag L-200
Werksnummer Kennung Eintragung Löschung
171421 DM-WZY 1963 1965
170712 DM-WLB (ehem. OE-FTU, OK-PHA) 16.04.1968 03.12.1987
171213 DM-WLA (ehem. OK-RHF) 21.03.1968 03.12.1987

Militärische Nutzer[Bearbeiten]

Technische Daten[Bearbeiten]

Polnische Sanitätsausführung L-200A
(Polnisches Luftfahrtmuseum)
Bugansicht
Kenngröße L-200 (1. Serie) L-200D
Konzeption Geschäftsreiseflugzeug
Spannweite 12,31 m
Länge 8,61 m
Höhe 2,25 m
Flügelfläche 17,30 m²
Leermasse 1.200 kg 1.360 kg
Startmasse 1.850 kg 1.800 kg
Antrieb zwei Walter Minor 6-III zwei Walter M337
Leistung je 119 kW (160 PS) je 157 kW (210 PS)
Höchstgeschwindigkeit 310 km/h 300 km/h
Reisegeschwindigkeit 260 km/h 285 km/h
Landegeschwindigkeit 100 km/h 125 km/h
Steigleistung 5,3 m/s 6,4 m/s
Dienstgipfelhöhe 5.500 m 6.200 m
Reichweite 1.600 km 1.800 km
Besatzung 1
Passagiere 3–4

Weblinks[Bearbeiten]